Valentino Rossi © Yamaha

© Yamaha – Elektronikingenieur Kazutoshi Seki wertet nach jedem Stint die Daten aus

Seit dem Beginn der Viertaktära in der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft hat sich technisch einiges getan. Vor allem die Elektronik hat große Fortschritte erzielt. Möchte man heutzutage ein MotoGP-Rennen gewinnen, muss das Setup der ECU perfekt sein. Das weiß auch Routinier Valentino Rossi, der bekennender Gegner der vielen performanceorientierten Elektronikfeatures in der MotoGP ist.

„Bei den aktuellen MotoGP-Maschinen ist die Elektronik sehr wichtig. Sie ist wichtig, um die Rundenzeiten zu verbessern, das Tempo im Rennen zu halten und schneller zu fahren. In den vergangenen Jahren wurden bei der Elektronik große Fortschritte gemacht. Ich denke, dass es mittlerweile der wichtigste Bereich ist“, analysiert Yamaha-Werkspilot Rossi, der mit Kazutoshi Seki einen sehr erfahrenen Elektronikingenieur hat.

„Er hört, wie alle japanischen Ingenieure, immer genau zu. Er versucht immer, das Problem genau zu verstehen und es dann zu lösen. Zudem ist er immer sehr fair und hat Humor“, bemerkt Rossi lobend. Seki ist seit vielen Jahren Yamaha-Mitarbeiter: „Ich arbeite schon lange mit Valentino zusammen. Bevor er 2004 zu Yamaha kam, wurden wir 2003 WM-Dritte (in der Konstrukteurswertung; Anm. d. Red.), gewannen in diesem Jahr aber kein einziges Rennen. Wir befanden uns in arger Not, holten nur ein Podium.“

„Als er kam, wusste er, was dem Motorrad fehlt und lieferte uns wichtigen Input. Er half uns sehr, das Motorrad zu verbessern“, erinnert sich der Yamaha-Elektronikspezialist, der seit der Saison 2004 dank Rossi Siege und WM-Titel feiern durfte. Die Einstellung des ehemaligen Honda-Piloten begeisterte den Japaner: „Vale sagte vor langer Zeit: ‚Die Fans wollen keine dritten Plätze bejubeln.‘ Es ist wirklich so, alles andere als ein Sieg ist eine Niederlage.“

In der Yamaha-Comeback-Saison gewann Rossi ein Rennen mit Seki. Bei der Dutch TT in Assen profitierte der Italiener von den Umständen und holte nach einer langen Durststrecke wieder einen Sieg. Elektronikingenieur Seki hatte einen wesentlichen Anteil an diesem Erfolg. Doch was macht der Japaner an den Rennwochenenden eigentlich? „Unsere Arbeit besteht hauptsächlich darin, die Leistung des Motors zu begrenzen“, fasst er zusammen.

„Das erledigen wir zum Beispiel mit der Traktionskontrolle. Wenn das Hinterrad des Motorrads durchdreht, reduzieren wir die Leistung. Mit der Wheeliekontrolle begrenzen wir ebenfalls die Leistung, sobald das Motorrad zu einem Wheelie neigt. Durch diese Maßnahmen möchten wir das Motorrad schneller und fahrbarer machen“, schildert der Elektronikspezialist, der an den Rennwochenenden meist vor seinem Laptop sitzt.

„Mit den jüngsten Technologien können wir feststellen, wo sich das Motorrad im Moment auf der Strecke befindet und die Parameter für eine bestimmte Kurve ändern“, erklärt Seki, der immer auf der Suche nach der optimalen Abstimmung ist. „Natürlich wird das Motorrad fahrbarer, wenn man Leistung wegnimmt, doch es wird auch langsamer. Die optimale Balance zu finden, ist eine schwierige Aufgabe.“

„Die ECU sammelt beim Fahren einige Daten. Diese Daten downloaden wir vom Motorrad. Es werden hunderte verschiedene Daten gesammelt, zum Beispiel die Gasstellung, die Bremsen, die Drehzahl und die Geschwindigkeit. Zudem gibt der Fahrer Kommentare über bestimmte Bereiche ab, die wir mit den Daten vergleichen. Wenn wir denken, dass wir etwas verbessern können, schauen wir uns gewisse Parameter an und ändern diese“, berichtet Seki, der sich auch die Werte von Rossis Boxennachbar ansieht: „Wir vergleichen die Daten auch mit denen von Jorge Lorenzo.“

Text von Sebastian Fränzschky

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