Loris Baz - © Kawasaki

© Kawasaki – Der 19-jährige Loris Baz hat sein erstes Rennen in der Superbike-WM gewonnen

Das erste Rennen der Superbike-WM in Silverstone musste wegen einiger Stürze nach einer Runde abgebrochen werden. Anschließend ging es über die volle Distanz, aber immer wieder einsetzender Regen sorgte für einen turbulenten Rennverlauf, denn die Spitzenfahrer waren alle mit Slicks unterwegs.

In einer spannenden Schlussphase setzte sich Kawasaki-Pilot Loris Baz durch und holte seinen ersten Sieg in der Superbike-WM. Das BMW-Italia-Duo Michel Fabrizio und Ayrton Badovini komplettieren das Podium.

Badovini stürzte im Zieleinlauf und rutschte auf dem Asphalt über die Ziellinie. Jonathan Rea (Honda) konnte der BMW nicht ausweichen und ging ebenfalls zu Boden. Er wurde dennoch als Vierter gewertet. In der Anfangsphase des Rennens führte Weltmeister Carlos Checa (Althea-Ducati) lange, doch schließlich verpasste der Spanier als Fünfter das Podium knapp. WM-Spitzenreiter Max Biaggi (Aprilia) stürzte in der letzten Runde und schied aus. Da Marco Melandri (BMW) als Siebter neun Punkte sammelte, verkürzte er die Lücke zu Biaggi auf zwölf Punkte.

Als die Lichter der Startampel ausgingen, schnappte sich Leon Haslam (BMW) in der ersten Kurve die Führung. Dahinter sortierten sich Jakub Smrz (Liberty-Ducati) und Tom Sykes (Kawasaki) ein. In den ersten Kurven gab es viele Positionswechsel und es ging turbulent zu. Es blieben aber alle sitzen. Die Strecke war trocken, aber es fing im Laufe der ersten Kurve in einzelnen Sektoren zu tröpfeln an. Das Rennen wurde abgebrochen. Der Grund dafür waren zwei heftige Stürze. Im hinteren Teil des Feldes hatte es David Johnson (Pedercini-Kawasaki) und Norino Brignola (Grillini-BMW) erwischt. Dagegen hatte Smrz nach dem guten Start einige Plätze eingebüßt. Plötzlich stürzte Maxime Berger in einer Kurve und rutschte außen in seinen Teamkollegen hinein.

Beide lagen auf dem Boden. Die übrigen Fahrer kehrten an die Box zurück und warteten auf den Neustart. Es regnete in der Pause an vereinzelten Stellen, aber die Strecke blieb weitestgehend trocken. Johnson und Brignola wurden mittlerweile im Medical Centre untersucht. Als die Fahrer in der Startaufstellung warteten, regnete es in einigen Passagen stärker, in anderen war es trocken. Die Rennleitung erklärte das Rennen für „nass“. Trotzdem nahmen die meisten Fahrer Slicks mit. Pole-Mann Smrz wählte dagegen Regenreifen.

Der Neustart fand 40 Minuten nach dem ursprünglichen Start statt. Smrz konnte mit seinen Regenreifen nicht optimal beschleunigen und Sylvain Guintoli (PATA-Ducati) gewann den Sprint zur ersten Kurve. Wenige Meter später übernahm Checa die Führung. Eine starke erste Runde legte Baz hin. Von Startplatz neun überholte er Gegner um Gegner und setzte sich an die Spitze. Am Ende der ersten Runde führte Sykes vor Haslam, Baz, Eugene Laverty (Aprilia) und Biaggi. Slicks waren die richtige Wahl, denn es war trocken und Smrz war ans Ende des Feldes zurückgefallen.

In der Anfangsphase ging es turbulent zu und die Fahrer überholten sich stellenweise zu dritt nebeneinander in den Kurven. Haslam und Baz duellierten sich in den ersten Runden um die Führung. Es blieb aber eine große Spitzengruppe beisammen. Im fünften Umlauf übernahm Checa das Kommando und setzte sich leicht ab. Haslam hielt die Verfolger etwas auf, wodurch der Spanier an der Spitze eine Lücke aufmachen konnte. Haslam wehrte sich energisch, bis schließlich Sykes den BMW-Fahrer knacken konnte.

Zehn Runden vor Schluss fing es in Sektor drei leicht zu regnen an. Zu diesem Zeitpunkt hatte Checa einen Vorsprung von zwei Sekunden auf Sykes. Smrz wurde mit seinen Regenreifen bereits überrundet. Schließlich tröpfelte es überall leicht, aber es blieb trocken und es spritzte keine Gischt von den Reifen hoch. Checa beeindruckte das nicht und er setzte sein hohes Tempo an der Spitze fort. Ab Platz zwei war alles offen. Sechs Fahrer lagen innerhalb von zwei Sekunden.

Lange duellierten sich die Briten Haslam, Sykes und Leon Camier (Crescent-Suzuki) um den zweiten Platz. Sechs Runden vor Schluss büßte Checa in einer Runde zwei Sekunden ein und die Verfolger sahen wieder eine Chance. Checa wurde immer langsamer und Haslam übernahm die Führung. Der Brite nutzte die Chance und zog gleich etwas vom Feld weg. Checa wurde durchgereicht. Seine Rundenzeiten brachen um bis zu fünf Sekunden ein.

In einigen Passagen wurde die Strecke deutlich nasser. Am Ende der Hangar-Geraden fing es fünf Runden vor Schluss richtig zu regnen an. Vorsichtig tasteten sich die Fahrer mit den Slicks um die Strecke. Da es als Regenrennen gestartet wurde, reagierte die Rennleitung nicht und brach das Rennen nicht aus Sicherheitsgründen ab. Das erste Sturzopfer war Camier, der auf Podiumskurs war. Haslam führte souverän, doch von hinten holte Badovini auf. Der Italiener kämpfte sich an Baz vorbei und machte Jagd auf den BMW-Werkspiloten.

Zu Beginn der vorletzten Runde schob sich die Spitze innerhalb von ein, zwei Kurven wieder zusammen. Haslam verlor auf wenigen Metern mehrere Plätze. Viele Fahrer konnten noch gewinnen. An die Spitze hatte sich Baz gesetzt, der vom BMW-Italia-Duo Badovini und Fabrizio verfolgt wurde. Checa mischte ebenfalls wieder mit und lag wieder auf Platz vier. In jeder Kurve gab es Überholmanöver und sieben Fahrer hatten in der letzten Runde noch die Chance auf den Sieg. Alles war möglich.

Fabrizio begann die letzten 5,9 Kilometer als Erster, doch plötzlich war auch Rea wieder dabei, nachdem er zuvor mehrmals von der Strecke abgekommen war. Der Brite übernahm im Verlaufe der letzten Runde auch die Führung, aber Fabrizio hielt dagegen. Der Asphalt war in vielen Bereichen wieder etwas trockener. In den letzten Kurven setzte sich schließlich Baz durch und feierte seinen ersten Sieg.

Fabrizio kam als Zweiter über die Linie. Dahinter gab es noch einen spektakulären Zieleinlauf. Beim Beschleunigen auf die Zielgerade verlor Badovini die Kontrolle über seine BMW und stürzte. Dahinter konnte Rea nicht ausweichen und krachte in die gestrandete S1000RR. Beide rutschten auf dem Hosenboden über die Ziellinie und wurden gewertet. Badovini wurde Dritter und Rea Vierter. Checa konnte den Motorrädern ausweichen und belegte den fünften Platz.

Haslam kam nach langer Führung schließlich als Sechster über die Linie. Dagegen fuhr sein Teamkollege Melandri ein unauffälliges Rennen und belegte den siebten Platz. Sein Titelkonkurrent Biaggi stürzte noch in der letzten Runde aus der Spitzengruppe und schrieb einen Nuller. Melandri schloss in der WM-Wertung bis auf zwölf Punkte auf. Sykes, Davide Giugliano (Althea-Ducati) und Laverty komplettierten die Top 10.

Die letzten Punkte nahmen Maxime Berger (Liberty-Ducati), Lorenzo Zanetti (PATA-Ducati), Hiroshi Aoyama (Honda), Chaz Davies (ParkinGO-Aprilia) und David Salom (Pedercini-Kawasaki) mit. Guintoli und Smrz kamen mit ihren Regenreifen abgeschlagen als 16. und 17. über die Linie. Pech hatte John Hopkins, dessen Crescent-Suzuki mit einem technischen Problem liegenblieb. Brignola und Johnson nahmen nicht beim Neustart teil.

Ergebnisse SBK-WM Silverstone Race 1

1. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 40’46.128
2. Michel Fabrizio (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 40’46.511
3. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 40’46.587
4. Jonathan Rea (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 40’46.667
5. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 40’47.140
6. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 40’48.747
7. Marco Melandri (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 40’52.251
8. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 40’55.298
9. Davide Giugliano (Althea Racing) Ducati 1098R 41’05.150
10. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 41’05.215
11. Maxime Berger (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 41’15.968
12. Lorenzo Zanetti (PATA Racing Team) Ducati 1098R 41’16.286
13. Hiroshi Aoyama (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 41’30.350
14. Chaz Davies (ParkinGO MTC Racing) Aprilia RSV4 Factory 42’06.515
15. David Salom (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 42’28.826
16. Sylvain Guintoli (PATA Racing Team) Ducati 1098R 41’27.489
17. Jakub Smrz (Liberty Racing Team Effenbert) Ducati 1098R 41’53.544
RT. Max Biaggi (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 38’23.341
RT. Leon Camier (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 30’28.566
RT. Niccolò Canepa (Red Devils Roma) Ducati 1098R 31’11.647
RT. John Hopkins (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 21’57.027
NS. Norino Brignola (Grillini Progea Superbike Team) BMW S1000 RR
NS. David Johnson (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R

Text von Gerald Dirnbeck

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