Danilo Petrucci - © Pramac

© Pramac – Pramac-Ducati-Pilot Danilo Petrucci verpasste die Zwei-Minuten-Marke knapp

Der mit Spannung erwartete zweite Testtag in Sepang sollte für die Protagonisten einige Überraschungen bereithalten.

Doch es war nicht das Aufeinandertreffen von Casey Stoner mit seinen ehemaligen MotoGP-Rivalen, das im Fokus stand. Für den ersten Aufreger des Tages sorgte Avintia-Pilot Loris Baz, der bei knapp 300 km/h mit seiner Ducati Desmosedici abflog.

Ducati-Markenkollege Danilo Petrucci gelang ebenfalls eine Überraschung. Nach der starken Vorstellung am Montag bestätigte der Italiener seine starke Form und sicherte sich die Tagesbestzeit. Petrucci führte die Wertung mit einer Zeit von 2:00.095 Minuten an und deutete damit das Potenzial der Michelin-Pneus an.

Doch der Reihe nach: Bereits in der ersten Stunde herrschte am Sepang International Circuit große Aufregung. Ducati-Pilot Baz verlor auf der Start/Zielgeraden die Kontrolle über sein Motorrad und flog spektakulär ab. Der Franzose erklärte später, dass er bereits in der letzten Kurve ein merkwürdiges Geräusch wahrnahm. Bei knapp 300 km/h platzte der Hinterreifen und brachte Baz zu Sturz.

Wie durch ein Wunder konnte Baz die Unfallstelle aus eigener Kraft verlassen und zu seiner Crew zurückkehren. „Ich fühle mich ein bisschen steif. Mein Rücken und mein Nacken sind ziemlich steif. Für einen so schweren Sturz geht es mir sehr gut. Ich denke, ich kann den Test fortsetzen“, bemerkt der Avintia-Pilot, der am Dienstag 26 Runden fuhr.

Kurz nach 12:00 Uhr Ortszeit wurde der Kurs wieder freigegeben. Michelin nahm die weiche Mischung, mit der Baz stürzte, sicherheitshalber aus dem Aufgebot und schrieb den Piloten vor, ab sofort ausschließlich die harten Hinterreifen zu verwenden. Das sollte für die Zeitenjagd Auswirkungen haben.

An der Spitze behauptete sich Pramac-Pilot Danilo Petrucci und sicherte Ducati damit die Tagesbestzeit. Petrucci verpasste mit der 2015er-Ducati nur knapp die Zwei-Minuten-Marke und unterbot die Montagsbestzeit von Weltmeister Jorge Lorenzo deutlich. Der Titelverteidiger verbesserte sich gegen Ende noch auf die zweite Position und verpasste Petruccis Bestzeit um 60 Tausendstelsekunden. Lorenzo musste im Laufe des Tages einen harmlosen Sturz verdauen. In Kurve fünf verlor der Spanier das Vorderrad seiner Yamaha M1, blieb aber unverletzt.

Lange Zeit behauptete sich Avintia-Ducati-Pilot Hector Barbera auf Position zwei und deutete damit sein Potenzial an. Der Spanier steigerte sich im Vergleich zum Vortag deutlich und fuhr etwa 1,6 Sekunden schneller. Zudem bestätigte Barbera damit, dass auch die 2014er-Ducati sehr gut mit den Michelin-Reifen harmoniert. Genau wie Petrucci konnte Barbera seine beste Rundenzeit mit der weichen Hinterreifen-Option fahren, die ab Nachmittag nicht mehr verwendet werden durfte.

Einen großen Sprung konnte Honda-Werkspilot Marc Marquez machen. Marquez fuhr 1,4 Sekunden schneller als am Montag und behauptete sich auf Position vier vor Honda-Markenkollege Cal Crutchlow. Ursprünglich sollte LCR-Pilot Crutchlow in Sepang keine neuen Teile erhalten, doch Teamchef Lucio Cecchinello bedankte sich im Laufe des Tages bei HRC für die vielen Updates, die beim ersten Kräftemessen bereitgestellt wurden.

Mit 54 Runden zählte Valentino Rossi zu den fleißigsten Fahrern des Tages. Während Yamaha-Teamkollege Lorenzo nur 32 Umläufe absolvierte, arbeitete Rossi sehr intensiv und wirkte voll konzentriert. Erst gegen Ende verbesserte sich Rossi auf Position sechs und fuhr zu diesem Zeitpunkt mit dem harten Hinterreifen. Auf Teamkollege Lorenzo fehlten dem Italiener aber immerhin achteinhalb Zehntelsekunden.

Hinter Rossi folgten drei Ducati-Piloten: Pramac-Ducati-Neuzugang Scott Redding bestätigte die gute Leistung vom Vortag und beendete den zweiten Testtag auf Position sieben. Auf Teamkollege Petrucci verlor der Brite etwa eine Sekunde. Ducati-Werkspilot Andrea Iannone war minimal langsamer als Redding und folgte auf Position acht. Der Italiener konzentrierte sich am Dienstag auf die Arbeit mit der 2016er-Maschine.

Ducati-Edeltester Casey Stoner beendete den Tag auf Position neun und war nur minimal langsamer als Werkspilot Iannone. Stoner saß auf der 2015er-Ducati und spulte 45 Runden ab. Die Uhr blieb bei 2:01.103 Minuten stehen. Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso war mit seiner 2016er-Ducati sechs Zehntelsekunden langsamer als Stoner und wurde nur auf Position 14 gelistet. Tech-3-Yamaha-Pilot Bradley Smith rundete die Top 10 ab.

Enttäuschend verlief der Tag für Honda-Werkspilot Dani Pedrosa, der am Montag stark unterwegs war. Pedrosa fuhr bereits in seinem vierten Umlauf seine Tagesbestzeit und wurde mit 1,380 Sekunden Rückstand auf Position zwölf gelistet. Wenige Minuten vor Testende stürzte Pedrosa in Kurve fünf, blieb aber unverletzt. Suzuki-Werkspilot Maverick Vinales schob sich zwischen Smith und Pedrosa auf Position elf und setzte sich teamintern deutlich gegen Aleix Espargaro durch.

Neben Baz, Lorenzo und Pedrosa landete auch Tech-3-Pilot Pol Espargaro im Kies. Der Spanier verbremste sich ein Mal und touchierte die Streckenbegrenzung. Später verlor Espargaro das Vorderrad und flog wie Lorenzo und Pedrosa in Kurve fünf ab. Aprilia-Pilot Stefan Bradl verbesserte sich im Vergleich zum Vortag deutlich und wurde auf Position 18 gelistet. Der Deutsche hatte 2,277 Sekunden Rückstand und war immerhin eine halbe Sekunde schneller als Aprilia-Teamkollege Alvaro Bautista. Für den finalen Tag des Sepang-Tests kündigen die Wetterexperten Regen an.

Die Testzeiten aus Sepang (Dienstag):
01 Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) – 2:00.095 Minuten (46 Runden)
02 Jorge Lorenzo (Yamaha) +0,060 Sekunden (32)
03 Hector Barbera (Avintia-Ducati) +0,292 (32)
04 Marc Marquez (Honda) +0,748 (52)
05 Cal Crutchow (LCR-Honda) +0,804 (55)
06 Valentino Rossi (Yamaha) +0,926 (54)
07 Scott Redding (Pramac-Ducati) +0,954 (42)
08 Andrea Iannone (Ducati) +0,957 (39)
09 Casey Stoner (Ducati) +1,008 (45)
10 Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) +1,012 (59)
11 Maverick Vinales (Suzuki) +1,326 (59)
12 Dani Pedrosa (Honda) +1,380 (36)
13 Yonny Hernandez (Aspar-Ducati) +1,549 (41)
14 Andrea Dovizioso (Ducati) +1,628 (35)
15 Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) +1,897 (32)
16 Aleix Espargaro (Suzuki) +1,997 (39)
17 Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +2,233 (54)
18 Stefan Bradl (Aprilia) +2,277 (45)
19 Loris Baz (Avintia-Ducati) +2,516 (26)
20 Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) +2,596 (43)
21 Alvaro Bautista (Aprilia) +2,781 (52)

Text von Sebastian Fränzschky

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