Valentino Rossi - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Valentino Rossi möchte im Rennen mit seiner Crew kommunizieren

Die MotoGP verabschiedete sich mit zwei Regenrennen in die Sommerpause. Sowohl bei der Dutch TT in Assen als auch beim Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring fuhren die Piloten auf nasser Strecke.

Zuletzt spielte die richtige Strategie eine entscheidende Rolle. Durch das richtige Timing konnte viel Zeit gewonnen und verloren werden.

Valentino Rossi ignorierte rundenlang die Signale seiner Box. Die Crew des Yamaha-Piloten wollte den Italiener auf der immer weiter abtrocknenden Strecke an die Box holen, um ihm mit dem Trockensetup auszurüsten. Doch Rossi steuerte seine Box erst an, als es seine direkten Gegner auch taten. WM-Leader Marc Marquez stoppte deutlich zeitiger und gewann das Rennen souverän.

Das Thema Strategie bei Flag-to-Flag-Rennen inspiriert Rossi, der sich eine bessere Kommunikation mit seiner Crew wünscht: „Wir sind nicht in der Formel 1, doch mit Boxenfunk wäre es viel einfacher. Es ist manchmal schwierig mit der Boxentafel“, bemerkt der neunmalige Weltmeister und verweist auf das Rennen in Assen: „Ich hätte in Assen das Tempo reduziert, wenn man mir mitgeteilt hätte, dass ich bereits zwei Sekunden Vorsprung habe. Dann hätte ich den Fehler nicht gemacht.“


Unterschiedliche Meinungen von Rossi und Marquez
„Ich verstehe nicht, warum wir keinen Boxenfunk haben, doch es könnte ein wichtiges Thema für die Zukunft sein“, betont Rossi. WM-Rivale Marc Marquez teilt Rossis Wunsch nach einer Kommunikationsmöglichkeit mit der Boxencrew nicht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir jemand bei 200 km/h in voller Schräglage ins Ohr spricht. Wir sind nicht im Automobilsport“, berichtet Marquez und betont: „Ich kann es mir nicht vorstellen.“

Zuletzt entschied sich der Honda-Werkspilot für die richtige Taktik. Und auch in Assen fuhr Marquez ein cleveres Rennen. Doch es gab auch schon Momente, in denen der Spanier daneben lag: „In unserer Crew haben wir immer einen genauen Plan. Daran haben wir intensiv gearbeitet, nachdem ich 2013 in Australien disqualifiziert wurde“, erklärt Marquez, der vor drei Jahren beim Rennen auf Phillip Island eine Runde zu spät zum Boxenstopp abbog und deshalb leer ausging.

Crutchlow würde es wie Räikkönen machen
Honda-Markenkollege Cal Crutchlow lehnt einen möglichen Boxenfunk ebenfalls ab: „Ich kann es mir auch nicht vorstellen. Es wäre keine gute Idee. Ich würde mich wie Kimi (Räikkönen) verhalten. Man kann sich also vorstellen, was ich antworten würde“, scherzt der Brite. „Ich verstehe das Problem aber. Manchmal sieht man seine Boxentafel nicht. Das war bei mir der Fall“, verweist er auf den Sachsenring-Grand-Prix, bei dem sich Crutchlow stellenweise an Andrea Doviziosos Boxentafel orientierte.

„Ich teilte meiner Crew bereits übers Wochenende mit, dass es schwierig ist, die Boxentafel zu lesen. Ich sah Andreas Boxentafel, auf der ebenfalls ‚Box‘ stand“, berichtet Crutchlow, der dagegen ist, Boxenfunk in der MotoGP einzuführen: „Ich denke, wir erhalten genug Informationen. Wir machen uns vor den Rennen einen Plan. Wir sind Profis.“

Dovizioso ist hin und her gerissen, wenn es um das Thema Boxenfunk geht. „Es wäre einfacher, alles zu regeln. Für die Sicherheit könnte es hilfreich sein, doch unser Sport ist nicht mit der Formel 1 zu vergleichen. Ich denke, es ist besser, alles so zu lassen“, grübelt der Ducati-Werkspilot. Vor mehr als zehn Jahren gab es Versuche, den Boxenfunk in der MotoGP einzuführen, doch die Fahrer entschieden sich damals dagegen.

Text von Sebastian Fränzschky & David Emmett

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