Chaz Davies - © Ducati

© Ducati – Die Ducati-Piloten müssen das
Motorrad eher aufrichten als 2017

Ducati steht vor der finalen Saison mit dem V2-Superbike. Die Saison 2018 ist somit die letzte Chance, der bisher titellosen Panigale einen WM-Titel zu bescheren.

Ansonsten rollt das Motorrad als bisher erstes Ducati-Superbike ohne WSBK-Titel ins Museum. Doch die Vorzeichen für eine erfolgreiche Saison stehen nicht gut. Das für 2018 eingeführte Drehzahllimit von 12.400 Umdrehungen pro Minute sorgt für Kopfschmerzen im Ducati-Lager.

Beim ersten Vorsaisontest in Jerez kämpften die beiden Ducati-Werkspiloten mit Rückstand. Jerez-Spezialist Marco Melandri landete schlussendlich auf Position fünf, hatte aber 0,865 Sekunden Rückstand auf die führende Kawasaki von Tom Sykes. Vizeweltmeister Chaz Davies hatte sogar mehr als 1,8 Sekunden Rückstand und kämpfte mit den Nachwehen seines Sturzes im November 2017.

Davies bemüht sich, die Stimmung hoch zu halten: „Hinsichtlich des Renntempos liegen wir nicht weit zurück. Wir müssen uns aber auf eine schnelle Runde steigern. Wir wissen, was wir verbessern müssen und schauen nach Lösungen für Portimao“, kommentiert er den ersten Schlagabtausch der Saison.

Marco Melandri macht sich große Sorgen

Teamkollege Melandri bemerkt: „Es war ein sehr guter Test, aber unter den neuen Regeln haben wir stark zu kämpfen. Es ist nicht einfach für uns, denn wir kommen nicht so gut zurecht wie am Rennwochenende auf dieser Strecke“, vergleicht der routinierte Italiener.

Das Problem: Das nutzbare Drehzahlband der V2-Ducati wurde durch die neuen Regeln am oberen Ende abgeschnitten. Deshalb müssen die Fahrer zeitiger hochschalten. Das kreiert Probleme am Kurvenausgang. Melandri erklärt: „Wir müssen sehr zeitig in den nächsten Gang schalten. Die Gangwechsel erfolgen in Schräglage. Wir müssen uns darauf einstellen anders mit dem Motorrad in die Kurven einbiegen und es eher aufrichten. Es ist wirklich schwierig.“

Der nächste und finale Vorsaisontest in Europa beginnt am Sonntag in Portimao. Dort haben die Ducati-Ingenieure letztmalig die Chance, vor der Reise nach Australien neue Teile zu probieren. „Portimao ist eine gute Strecke für einen Test. Dort hatte ich im vergangenen Jahr große Probleme mit der Stabilität der Maschine. Wir können dort hoffentlich verstehen, ob wir die Abstimmung verbessert haben“, kommentiert Melandri im Gespräch mit ‚WorldSBK.com‘.

Neuer Motor debütiert in Australien

ine neue Motorspezifikation debütiert aber vermutlich erst in Australien. „Der Test auf Phillip Island ist ebenfalls sehr wichtig. Wir warten auf neue Motorteile von Ducati. Momentan fällt es schwer, optimistisch zu sein. Aber ich weiß, dass in Bologna sehr hart gearbeitet wird“, so Melandri.

Neben Davies und Melandri drehte in Jerez eine dritte Werks-Panigale ihre Runden. Superstock-Champion Michael Ruben Rinaldi saß zum zweiten Mal auf der WSBK-Maschine. Bei den Europarennen wird er für Ducati starten. In Jerez fehlten dem Rookie gerade einmal eineinhalb Zehntelsekunden auf Stammpilot Davies.

„Wenn man bedenkt, dass es unser erster Test in diesem Jahr war, dann kann man ein positives Fazit ziehen. Es gibt noch viel zu tun. Ich muss mich noch besser an die WSBK-Panigale gewöhnen“, so der junge Italiener, der in der neuen Saison mit der legendären Startnummer 21 antreten wird, die jahrelang Troy Bayliss verwendete.

Text von Sebastian Fränzschky

Motorsport-Total.com
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