Petronas-Yamaha - © Petronas-Yamaha

© Petronas-Yamaha – Das neue Petronas-
Yamaha-Bike von Franco Morbidelli

(Motorsport-Total.com) – Das dritte MotoGP-Team hat am Montag die Hüllen fallen lassen. Petronas-Yamaha wurde offiziell vorgestellt.

Das neue Yamaha-Kundenteam von Sepang-Streckenchef Razlan Razali präsentierte sich mit den Piloten Franco Morbidelli und Fabio Quartararo in Kuala Lumpur, Malaysia.

Das Team ist das jüngste in der MotoGP. Erst vor rund sechs Monaten wurde die Idee konkret. Razali, der bereits die SIC-Teams in den Nachwuchsklassen betreibt, konnte sich seinen Lebenstraum erfüllen und das erste malaysische MotoGP-Team mit kräftiger Unterstützung von Yamaha aufbauen.

„Das ist ein historischer und monumentaler Moment“, meint er stolz. „Dieser Tag lässt mich realisieren, dass wir endlich auch ein malaysisches MotoGP-Team haben. Erst vor vier Jahren, 2015, haben wir unser Moto3-Team gegründet“, erinnert er. „Der Rest ist Geschichte.“

„2018 hat das Glück zweimal zugeschlagen“
Dazu beigetragen hat auch eine Restrukturierung der Kundenteams allgemein. Tech 3 wird ab 2019 mit KTM zusammenarbeiten, daher stand Yamaha plötzlich ohne zweites Team da. Marc VDS und Aspar gaben ihre Startplätze auf, somit wurde der Weg frei für ein komplett neues Team.

Razali erinnert sich: „2018 hat das Glück gleich zweimal zugeschlagen. Mir wurde eine einmalige Chance geboten, Hafizh Syahrin in das Tech-3-Team zu geben. Damals wussten wir noch nicht, wie stark er performen wird“, freut er sich. „Danach hörte ich Gerüchte im Fahrerlager, dass es eine Chance geben könnte, ein neues MotoGP-Team aufzuziehen.“

„In Barcelona bin ich auf Carmelo Ezpeleta zugegangen und habe ihn darauf angesprochen. Zehn Minuten später meinte er: ‚Machen wir es‘. Außerdem hat Yamaha ein neues Kundenteam gesucht. Heute realisieren wir unseren Traum und unsere Vision“, so der Sepang-Streckenchef.

„Wir sind zwar Außenseiter …“
Zunächst gab es Gerüchte, wonach Jorge Lorenzo oder Dani Pedrosa für das Team an den Start gehen sollten. Doch schon wenig später zerschlugen sich die Pläne, daher tritt das Team nun mit Valentino Rossis Schützling Morbidelli, der von Marc VDS gewechselt ist, und Rookie Fabio Quartararo aus der Moto2 an.

Das Ziel der Mannschaft ist klar: Man möchte das beste Satellitenteam werden. Allerdings blüht vor allem durch Pramac-Ducati und LCR-Honda starke Konkurrenz. „Wir sind zu einem Team von 50 Leuten angewachsen. Das neue MotoGP-Team bleibt zwar ein Außenseiter, dennoch haben wir uns hohe Ziele gesteckt.“

Wilco Zeelenberg, neuer Teammanager, präzisiert: „Unsere Mission lautet, dass wir das stärkste Satellitenteam in der MotoGP aufbauen.“ 25 neue Mitarbeiter seien nun im MotoGP-Team vereint. „Dieses neue Team steht dafür, Träume zu erfüllen. Das ist auch der Grund, warum ich in dieses Team gekommen bin.“

Top 6 auch in den Rennen möglich?
Im Gegensatz zu Tech 3 wird Petronas nun mit aktuellem Material versorgt. Hoffnungsträger Morbidelli wird eine A-Spec erhalten, und demnach in eine ähnliche Rolle wie Jack Miller bei Pramac oder Cal Crutchlow bei LCR schlüpfen. „Die M1 ist das benutzerfreundlichste Bike in der MotoGP. Das bedeutet, dass die Kraftübertragung und die Stabilität unsere Stärken sind“, erklärt Zeelenberg, der zuletzt mit Maverick Vinales im Werksteam gearbeitet hat, die Vorteile der Yamaha.

Die Wintertests in Valencia und Jerez verliefen mit dem Moto2-Champion von 2017 sehr erfreulich. Er konnte sich mehrfach in den Top 6 behaupten. „Der Moment der Wahrheit kam beim Valencia-Test. Die Unterstützung von Yamaha war großartig. Die erste Ausfahrt des neuen Teams war historisch. Wir hoffen, dass wir mit unseren Fahrern zur Entwicklung der Yamaha M1 beitragen können“, so Razali.

„Wir sind Teil eines großartigen Projekts“, kommentiert Morbidelli. Ob er seine Testperformance auch in den Rennen umsetzten können wird? „Ich werde es versuchen, das Maximum zu geben. Wir haben von Beginn an gut zusammengearbeitet“, freut sich der Italiener.

Quartararo schwärmt von seiner ersten Ausfahrt: „Der erste Tag in Valencia war unglaublich. Die Power des Motors und der Bremsen waren sehr stark, die Elektronik war völlig neu für mich. In dieser Saison muss ich noch viel lernen“, weiß der Rookie. „Ich werde der jüngste Fahrer sein, aber ich werde nicht über mein Alter nachdenken“, schmunzelt der Franzose.

Nicht nur in der MotoGP hat sich Razali hohe Ziele gesteckt. „Das Moto3-Team muss starke Erfolge zeigen. John [McPhee] und Ayumu [Sasaki] sollten um den WM-Titel mitfahren können. Khairul [Idham Pawi, Moto2-Fahrer], du hast die Chance, in die MotoGP aufzusteigen und der erste Malaie in unserem Team zu werden. Diese Nachricht geht auch an alle anderen unserer Nachwuchsfahrer!“

Text von Maria Reyer

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