Alex Marquez - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Mit zwei zweiten Plätzen fuhr sich Alex Marquez zuletzt ins Rampenlicht

(Motorsport-Total.com) – Einer der Aufsteiger des Monats Oktober war Alex Marquez.

Der Honda-Pilot fuhr beim verregneten Rennen in Le Mans als Zweiter auf das Podest. Anschließend bestätigte der MotoGP-Rookie diese Performance im trockenen Aragon mit einem weiteren zweiten Platz. Beim zweiten Rennen im MotorLand Aragon war Marquez ebenfalls auf dem Vormarsch, als er auf Platz vier liegend stürzte.

Angesichts der Leistungsexplosion des noch amtierenden Moto2-Weltmeisters wurden Fragen laut, ob Honda für 2021 die falsche Entscheidung getroffen hat. Noch während des Corona-Lockdowns im Frühjahr wurde Pol Espargaro für das Werksteam verpflichtet.

Alex Marquez wird ins Team von Lucio Cecchinello „abgeschoben“ und im nächsten Jahr der Teamkollege von Takaaki Nakagami sein. Beide Fahrer im Satellitenteam haben Werksverträge mit Honda und werden 2021 aktuelle Motorräder erhalten.

Die Entscheidung bezüglich Alex Marquez wurde getroffen, noch bevor er ein einziges MotoGP-Rennen gefahren ist. Hätte Honda im Nachhinein betrachtet besser abwarten sollen? „Nein, ich denke, Honda hat sich auf die Instinkte verlassen“, meint Cal Crutchlow.

Crutchlow muss die Honda-Familie mit Saisonende verlassen. „Sie haben sich auf ihre Instinkte verlassen und darauf, was sie wussten und was sie über die Meisterschaft wissen. Ich glaube nicht, dass es falsche Manöver gibt.“

„Man kann jetzt sehen, dass sich Alex seinen Platz in der MotoGP verdient. Er verdient sich auch den Platz in seinem Team. Er hat einen Honda-Vertrag und wird im nächsten Jahr ein Werksteam erhalten. Mein Team ist ein sehr gutes Team und ich denke, er wird es auch hier gut machen.“

Denn Alex Marquez wird die Crew von Crutchlow übernehmen. Der Brite hat mit LCR drei Grands Prix gewonnen und stand acht weitere Male auf dem Podest. „Natürlich gibt es im Werksteam all diese Ressourcen, aber ich glaube nicht, dass er sich darum Sorgen machen muss.“

Alex Marquez will sich bei LCR wieder für Repsol empfehlen
Alex Marquez selbst sieht die Situation gelassen, denn Honda verlängerte seinen Vertrag noch vor dem ersten Rennen für die Jahre 2021/22. Somit wusste Marquez vor dem Saisonstart, dass seine MotoGP-Zukunft gesichert ist und er auch künftig Werksmaterial erhalten wird.

„Ich denke, es ist auch eine große Möglichkeit, in die LCR-Familie zu wechseln“, meint der Spanier. „Ich kann mich auch dort weiterentwickeln, denn ich muss noch viele Dinge verbessern. Schritt für Schritt muss ich lernen. Für mich ist das kein Schritt zurück.“

„Für mich gibt es keine Satellitenteams. Sie existieren auf dem Papier, aber beim Motorrad ist das nicht der Fall. Es stimmt, dass man vor sechs oder acht Jahren im Satellitenteam keine Chance hatte, um den WM-Titel zu kämpfen. Jetzt hat man das gleiche Motorrad wie das Werksteam.“

„Ich bin aber nicht in der Situation, in der ich an den WM-Titel denken kann. Ich muss noch viel lernen und Fortschritte machen. Heute kann man mit einem Satellitenteam um die WM kämpfen, das ist auch mit LCR möglich. Persönlich bin ich aber noch nicht in dieser Position.“

„Ich muss schauen, dass ich regelmäßig in den Top 8 bin. Ich will mich Schritt für Schritt und Tag für Tag verbessern. Das ist momentan mein Ziel. Ich muss schauen, dass ich ein kompletterer Fahrer werde.“ Trotzdem kann sich Alex Marquez einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Wenn die Ergebnisse gut sind, will ich versuchen, ins Repsol-Team zurückzukehren. Das ist mein Ziel.“

Text von Gerald Dirnbeck

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