Andrea Dovizioso - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Andrea Dovizioso fährt mit der Yamaha hinterher

(Motorsport-Total.com) – MotoGP-Weltmeister Fabio Quartararo ist die einsame Yamaha-Speerspitze. Nach den ersten sieben Rennen in der Saison 2022 führt der Franzose die WM-Wertung an.

Sein Teamkollege Franco Morbidelli ist lediglich WM-17. Und Andrea Dovizioso im RNF-Team hat lediglich acht Punkte gesammelt und ist WM-20.

„Ich denke, Yamaha ist in einer sehr guten Situation“, sagt Dovizioso dennoch. „Sie haben im Vorjahr die Weltmeisterschaft gewonnen und auch aktuell führen sie die Gesamtwertung an. Aber sie sind in einer ähnlichen Situation wie Marc und Honda in den vergangenen Jahren.“

„Ich weiß nicht, ob sich Yamaha für diese Situation entschieden hat, oder ob es einfach passiert ist. Ich denke, Honda hat sich bewusst dafür entschieden, weil Marc so stark war. Unsere Situation ist ähnlich. Nur ein Fahrer ist konkurrenzfähig und ist weit vor allen anderen Yamaha-Fahrern.“

Im Honda-Lager ist Marc Marquez seit Jahren die Speerspitze. Zum letzten Mal hat im Frühling 2018 mit Cal Crutchlow ein anderer Honda-Fahrer gewonnen. Bei Yamaha muss man nicht so weit zurückblättern. Im Vorjahr hat Maverick Vinales noch einen Triumph erzielt.

Aber aktuell kann auch Morbidelli nicht auf dem Level von Quartararo fahren. „Das ist die Bestätigung“, findet Dovizioso und erklärt die Probleme im Detail: „Es gibt nur ein schmales Fenster, in dem man fahren kann. Der Mangel an Grip ist meiner Meinung nach gewaltig.“

„Man kann nicht beschleunigen und man muss die Rundenzeit in der Kurvenmitte fahren. Dazu verlieren wir auf der Geraden. So summiert sich der Rückstand auf eine Sekunde. Es ist für alle schwierig, mit dieser Charakteristik konkurrenzfähig zu sein.“

Dovizioso kann Situation mit 2012 vergleichen
Morbidelli hat bewiesen, dass er mit Yamaha Rennen gewinnen kann. Und auch Dovizioso hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er mit der M1 konkurrenzfähig sein kann. Im Jahr 2012 fuhr er im Satellitenteam Tech-3-Yamaha und stand sechsmal auf dem Podest.

„Glücklicherweise habe ich die Erfahrung von 2012. Ich weiß also viel“, hält der dreimalige Vizeweltmeister mit Ducati fest. „Wenn ich noch nie mit einer Yamaha gefahren wäre, dann könnte jeder sagen, dass ich mit einer Yamaha nicht schnell sein kann.“

„Meiner Meinung nach geht es nicht um das Alter, sondern die Voraussetzungen haben sich geändert. Die Konkurrenz ist stärker geworden. Das Gefühl mit der Yamaha ist sehr gut. Das Problem ist der Zeitunterschied.“

„Wenn ich um eine Sekunde langsamer als die Spitze fahre, dann bin ich glücklich und alles funktioniert. Also die Konkurrenz hat sich verbessert und es fehlt Grip. Diese Situation zu ändern, ist meiner Meinung nach sehr schwierig.“

Dovizioso glaubt aber nicht, dass aufgrund der Situation der Haussegen bei Yamaha schief hängt. Schließlich kämpft man mit Quartararo um die Weltmeisterschaft. „Das Verhältnis mit Yamaha ist sehr gut. Die Japaner arbeiten immer mit Respekt“, sagt der Italiener. „Wir arbeiten an vielen Details. Ich glaube nicht, dass wir viel mehr beim Set-up tun können.“

Da für die Markenweltmeisterschaft nur das jeweils beste Ergebnis eines Fahrers gezählt wird, ist Yamaha mit den 102 Punkten von Quartararo hinter Ducati auf dem zweiten Platz. In der Teamwertung ist das Werksteam Dritter, während RNF nur Elfter ist. Ob RNF auch im nächsten Jahr mit Yamaha zusammenarbeitet, ist derzeit offen.

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: Lena Buffa

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