Marquez und Ross - © LAT

© LAT – Kommen sich Marquez und Rossi in
Termas nach 2015 und 2018 erneut (zu) nahe?

(Motorsport-Total.com) – Honda-Werkspilot Marc Marquez hat im Qualifying zum Grand Prix von Argentinien, dem zweiten Rennen der MotoGP-Saison 2019, seine erste Pole-Position des Jahres eingefahren.

Auf der Rennstrecke in Termas de Rio Hondo aber ist es für den amtierenden Weltmeister bereits die fünfte Pole in den sechs Jahren, die man dort fährt. Einzig 2018 durchkreuzte Jack Miller die Pole-Serie von Marquez auf der flüssig zu fahrenden Rennstrecke im argentinischen „Niemandsland“.

Von einer losen Kette an seiner Honda RC213V im vierten Freien Training, das dem Qualifying wie immer direkt voranging, ließ sich Marquez am Samstag nicht aus dem Konzept bringen. Allerdings musste die geplante Strategie dahingehend geändert werden, dass er im Qualifying (Q2) nur eines seiner beiden Bikes fahren konnte. Nach einem kleinen Fahrfehler in Kurve 1 seines zweiten Runs ließ Marquez noch einmal den Hinterreifen wechseln und fuhr mit dem insgesamt dritten Hinterreifen noch die Q2-Bestzeit vor Maverick Vinales (Yamaha; 2.) und Andrea Dovizioso (Ducati; 3.).

Für das Rennen am Sonntag hat Marquez aber nicht nur die beiden neben ihm in der ersten Reihe stehenden Piloten auf der Rechnung. So nennt der Polesetter auch die Namen Cal Crutchlow (LCR-Honda) und Valentino Rossi (Yamaha), die von den Positionen acht beziehungsweise vier losfahren. „Cal hatte soweit ich weiß mehr oder weniger das gleiche Problem wie ich. Im Rennen aber wird er zur Stelle sein“, verweist Marquez darauf, dass Crutchlow im FT4 mit Rennabstimmung Zweitschnellster hinter ihm selbst war.

Jack Miller zählt sich zum Favoritenkreis
„Und neben den beiden hier [Vinales und Dovizioso] sieht auch Valentino wie einer der Stärksten aus“, macht Marquez seine Favoritenliste für Sonntag komplett. Einer, der sich selber noch zum erweiterten Favoritenkreis zählt, ist der vom fünften Startplatz losfahrende Vorjahres-Polesetter Jack Miller (Pramac-Ducati). Im FT4 war der Australier mit beiden Reifenmischungen zufrieden und rechnet sich für das Rennen einiges aus.

„Es wird wohl alles davon abhängen, welches Tempo Marc an der Spitze vorgibt. Auch er scheint mit beiden Reifenmischungen sehr schnell zu sein. Entweder attackiert er gleich zu Beginn und schont seine Reifen dann für die Schlussphase. Oder aber er beginnt zunächst verhalten. Ich muss einfach auf beide Szenarien vorbereitet sein“, meint Miller, der von Marquez selbst nicht explizit genannt wurde. Einig sind sich Marquez und Miller aber dahingehend, dass auch der Australier sagt: „Crutchlow, ‚Dovi‘ und Vale darf man nicht abschreiben.“

Was, wenn es regnet?
Allerdings gibt es für alle 22 Piloten im Starterfeld noch das Fragezeichen in Form des Wetters. Nachdem es in Termas de Rio Hondo sowohl am Freitag als auch Samstag komplett trocken war, wird für den Renntag Regen vorausgesagt. Die Wahrscheinlichkeit wird aktuell, je nach Wetterdienst, mit bis zu 80 Prozent beziffert.

„Sollt es regnen, wird das für alle Piloten Fragen aufwerfen“, sagt Marquez und meint: „Sollte es ein Regenrennen geben, dann hoffen wir mal, dass es zumindest auch im Warm-Up regnet. Dann könnten wir noch ein paar Dinge ausprobieren und herausfinden, wie die Gripverhältnisse sind.“

Zur Erinnerung: 2018 fand das Rennen auf abtrocknender Piste statt. Marquez, der nach Strafe für falsches Positionen in der Startaufstellung das Feld von hinten aufrollen musste, geriet auf der feuchten Piste mit Erzrivale Rossi aneinander. Es kam zum berühmt-berüchtigten #TermasClash.

Der #TermasClash 2018 war aber nicht die erste Kollision, die Marquez und Rossi in Termas de Rio Hondo hatten. 2015 waren sie kurz vor Schluss des damals komplett trockenen Rennens im Kampf um die Führung kollidiert. In diesem Fall war es Marquez, der den Kürzeren zog? Gibt es am Sonntag womöglich eine dritten Episode?

Sepang 2019 Ergebnisse MotoGP Quali

Qualifikation MotoGP Argentinien - ©www.motogp.com

Text von Mario Fritsche

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