Scott Redding - © Dorna WorldSBK

© Dorna WorldSBK – Scott Redding und Teamfotograf Matteo radelten von Jerez nach Portimao

(Motorsport-Total.com) – Nur eine Woche nach dem Rennwochenende in Jerez macht die Superbike-WM in Portimao Station.

Während die meisten Fahrer den Weg an die Algarve per Auto oder Flugzeug zurückgelegt haben dürften, hat sich Ducati-Pilot Scott Redding für das Fahrrad entschieden und damit über 350 Kilometer zurückgelegt.

„Die Idee entstand, ich glaube, es war am Mittwoch“, verrät der Brite bei ‚WorldSBK.com‘. „Giovanni, mein Teamchef, sagte scherzhaft zu mir: ‚Du könntest mit dem Rad nach Portimao fahren.‘ Ich fragte, wie weit das sei. Er überprüfte es und sagte mir, es seien 360, 370 Kilometer. Ich sagte: ‚Das ist eine f*****g gute Idee!'“

Redding nahm die Herausforderung an. „Ich mag es nicht, drei Tage lang am Strand zu sitzen, ich mag es, Abenteuer zu erleben. Man hat nur ein Leben“, erklärt er seine Motivation, die lange Strecke mit dem Fahrrad auf sich zu nehmen.

Redding denkt an WM: „Das hält mich im Spiel“
„Das hält mich ein bisschen in meinem Rennrhythmus“, sagt der Ducati-Pilot und bekräftigt: „Ich finde es besser, drei Wochen lang aktiv zu sein und dann eine Woche Pause zu machen, anstatt drei Tage zu fahren und drei Tage frei zu haben.“

Wirklich vorbereitet hat sich Redding auf seine Radtour nicht. Er fährt ohnehin viel Rad und weiß, worauf es ankommt: „Nämlich nicht zu hart zu fahren, das richtige Essen zur richtigen Zeit zu sich zu nehmen und zu versuchen, es zu genießen. Ich bin immer noch im Kampf um die Meisterschaft, das hält mich im Spiel.“

Körperlich fühle er sich nach den über 350 Kilometern im Sattel nicht schlechter als sonst. „Es ist einfach ein bisschen anders für mich. Ich werde mich einen Tag ausruhen und denke, dass wir dann wieder bereit sein werden, Rennen zu fahren.“

Radtour in Begleitung des Teamfotografen
Wenn er auf die Reise zurückblickt, erinnert er sich vor allem an „eine Menge schöner Momente“, betont Redding. „Ich bin durch viele alte Städte mit Kopfsteinpflaster gefahren, in denen keine Autos unterwegs waren. Ich habe viele verschiedene Kulturen gesehen. Man hat viele schöne Aussichten auf das Meer.“

„Es gab keine wirklich schlimmen Dinge. Nur mein Hintern tat mir am Dienstag weh, weil wir am Montag 240 Kilometer gefahren sind. Die letzten 20 Kilometer zur Rennstrecke waren bergauf und wir hatten starken Gegenwind, das war ziemlich hart.“

Im Allgemeinen sei es aber großartig gewesen, schwärmt er: „Ich habe diese Reise genossen und konnte sie mit Mateo teilen, der der Fotograf des Teams ist. Er wollte dieses Abenteuer mit mir genießen, also war es toll, etwas Gesellschaft zu haben.“

Fortsetzung in Gedenken an Dean Berta Vinales
Gleichzeitig fand Redding auf der Tour auch die Zeit nachzudenken, was ihm gerade nach dem Jerez-Wochenende mit dem Unfalltod von Dean Berta Vinales geholfen habe. „Man kann über viele Dinge nachdenken und sie verdauen. Man hat viele Stunden der Stille, und das ist großartig, um den Kopf frei zu bekommen.“

„Ich würde es auf jeden Fall wieder tun“, sagt der Ducati-Pilot und freut sich auf eine Wiederholung. „Sagen wir mal so, das war der Probelauf, und wenn wir in Zukunft die Möglichkeit haben, gibt es sicher noch viele andere Leute, die gerne mitmachen würden.“

„Nach dem WSBK-Wochenende in Jerez, mit dem Verlust von Dean Berta Vinales, war es gut, einige Dinge zu verarbeiten, denn es hat mein Herz wirklich berührt und mich sehr verletzt. Es war gut, diese Zeit zu haben. Vielleicht können wir diese Fahrt in Erinnerung an Dean machen, wenn wir sie in Zukunft wiederholen.“

Text von Juliane Ziegengeist

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