Cal Crutchlow - © LAT

© LAT – Cal Crutchlow hat mit der aktuellen Honda am Kurveneingang kein perfektes Gefühl

(Motorsport-Total.com) – In den ersten vier MotoGP-Rennen 2019 sammelte Cal Crutchlow 27 WM-Punkte.

Damit hat der Brite um zwei Zähler weniger auf dem Konto als sein Teamkollege Takaaki Nakagami. Das LCR-Duo belegt nach Jerez die Plätze acht und neun in der Fahrerwertung. Vom Speed her war Crutchlow bisher schneller als Nakagami. Nach Platz drei in Katar vermasselte ein Frühstart in Argentinien ein gutes Ergebnis.

Und auch in Austin hatte der Brite Chancen auf einen Podestplatz, bis er durch einen Sturz ausschied. Zuletzt in Jerez wurde es Rang acht. Während Nakagami auf der Honda RC213V von 2018 sitzt, hat Crutchlow so wie die Werksfahrer Marc Marquez und Jorge Lorenzo die aktuelle Entwicklung zur Verfügung. Das ist laut Crutchlow derzeit aber auch sein größtes Problem.

„Ich muss das Gefühl für das Motorrad finden. Mein Problem ist, dass sich das Motorrad überhaupt nicht wie im Vorjahr anfühlt“, hält Crutchlow fest. „Ich kenne das Gefühl vom aktuellen Motorrad, aber mit dem Chassis vom Vorjahr habe ich mich viel, viel besser gefühlt.“ Schon bei den Wintertests sagte er, dass die neue Honda auf der Bremse und am Kurveneingang anders ist.

Nakagami mit 2018er-Chassis in der Kurve schneller
Beim Wintertest fuhr Crutchlow auch einen Vergleichstest, um seine Eindrücke zu bestätigen: „Ich habe mit dem 18er Motorrad in diesem Jahr schon Vergleichstests gemacht. Und mit dem alten Bike habe ich ein viel besseres Gefühl und viel mehr Vertrauen als mit dem neuen.“ Seiner Meinung nach sind das auch entscheidende Faktoren, warum Nakagami viel besser unterwegs ist als in der Rookie-Saison.

In allen vier Rennen fuhr der Japaner in die Top 10. Beim Vergleich der Daten ist Crutchlow in Jerez der Unterschied zwischen der alten und der aktuellen Honda aufgefallen: „In den schnellen Kurven ist ‚Taka‘ am Scheitelpunkt schneller als alle anderen Honda-Fahrer. Das liegt an seinem Chassis.“ Der neue, stärkere Honda-Motor soll nicht in das Chassis von 2018 passen. Deshalb wäre ein Wechsel für Crutchlow keine Option.

Cal Crutchlow: „Ich bin nicht Marc Marquez“
Dass die aktuelle Honda funktioniert, zeigt Marquez mit seinem Speed. Das ist auch Crutchlow klar: „Natürlich sagt jeder, dass Marc damit gewinnt. Aber man muss akzeptieren, dass er ein anderer Fahrer ist. Er ist nicht ich. Vielleicht wäre er jetzt mit dem 18er-Motorrad nicht so schnell wie mit dem 19er. Man weiß es nicht. Ich habe nicht das Vertrauen zum Vorderreifen wie im Vorjahr, so wie es ‚Taka‘ jetzt hat.“

In Jerez war Testfahrer Stefan Bradl mit einem neuen Honda-Chassis unterwegs. Beim Montagstest probierte auch Marquez dieses Motorrad aus. Crutchlow durfte diese Entwicklung bisher noch nicht testen. Stattdessen konzentrierte er sich an seinem Testtag auf die Reifen, denn beim Jerez-Rennen hatte sich hinterher herausgestellt, dass er statt mit dem Medium-Hinterreifen besser mit der harten Variante gefahren wäre.

Außerdem hat Crutchlow mit einem weiteren Handicap zu kämpfen. Die schwere Verletzung des rechten Fußes, die er sich im Vorjahr bei einem Crash auf Phillip Island zugezogen hat, wirkt immer noch nach: „Im Vergleich zum Vorjahr habe ich Probleme, meinen Fuß bei 60 Grad Schräglage von der Bremse zu bekommen. Aber damit muss ich zurechtkommen, denn es wird niemals besser werden. Man muss sich darauf einstellen. Vielleicht sollte ich die Daumenbremse erneut ausprobieren, aber ich habe keine Zeit dafür.“

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: Lena Hemery

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