Valentino Rossi - © Michelin

© Michelin – Valentino Rossi sieht Yamaha vor
allem bei der Beschleunigung im Hintertreffen

Valentino Rossi verbrachte seinen Geburtstag so, wie er es am liebsten mag: auf dem Rücken seiner Yamaha M1.

An diesem Freitag, dem ersten von drei offiziellen MotoGP-Testtagen auf dem Chang International Circuit in Buriram (Thailand), wird der Italiener 39 Jahre alt. „Wie schon in den letzten drei oder vier Jahren sitze ich auch dieses Mal an meinem Geburtstag auf der M1. Einerseits ist das etwas schwierig, weil man arbeiten muss. Andererseits denke ich, dass es keinen besseren Weg gibt, seinen Geburtstag zu verbringen, als die M1 zu fahren“, sagt Rossi.

Der Yamaha-Pilot beendet die erste Session als Achter mit gerade einmal 0,392 Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Cal Crutchlow (LCR-Honda). „Auf dieser Strecke liegen wir alle sehr, sehr nah beieinander“, hält Rossi fest. Insgesamt 20 von 24 Piloten lagen innerhalb einer Sekunde. „Die ersten Eindrücke sind nicht so schlecht, insbesondere mit der Strecke. Da hatte ich ehrlich gesagt Schlimmeres erwartet. Dennoch liegt noch viel Arbeit vor uns, vor allem was die Beschleunigung angeht.“

Zwar fühle er sich auf der Yamaha besser als im vergangenen Jahr. „Das Gefühl gleicht mehr dem von vor zwei Jahren und das ist gut. Im Vorjahr hatte ich viele Probleme mit dem 2017er-Chassis, vielleicht mehr als Maverick (Vinales, Teamkollege; Anm d. R.)“, sagt Rossi. Doch insbesondere bei der Beschleunigung sieht der MotoGP-Routinier Nachholbedarf und räumt mit Blick auf die Konkurrenz ein: „Im Moment sind Honda und Ducati in der Beschleunigung stärker, weil sie bei der Elektronik einen Schritt weiter sind als wir.“

Rossi: „Müssen Elektronikproblem in den Griff bekommen“
Mit dem Wechsel zur Einheits-Elektronik von Magneti Marelli habe Yamaha Probleme bekommen, die bis heute schwer zu verstehen seien. „Da sind Honda und Ducati weiter. Ich hoffe, dass wir dahingehend vorankommen, denn derzeit haben wir damit zu kämpfen“, so Rossi weiter. „Das Gute ist, dass man Probleme mit der Elektronik auch in kurzer Zeit lösen kann. Ich mache mir aber dennoch Sorgen, denn wenn wir das jetzt nicht in den Griff bekommen, bin ich nicht sehr zuversichtlich, dass wir das Problem für die ersten Rennen lösen werden.“

Besonders zuversichtlich wirkte auch Rossis Teamkollege Vinales nach dem ersten Testtag in Buriram nicht. Dem Spanier fehlten auf Rang elf fünf Zehntelsekunden auf die Spitze. Warum er nicht zurechtkam, konnte sich Vinales nur schwer erklären. Er habe sich auf der Yamaha einfach nicht wohl gefühlt: „Wir hatten den ganzen Tag über mit dem Motorrad zu kämpfen und auch in Malaysia haben wir den Weg irgendwie nicht gefunden. Trotzdem versuchen wir, hart daran zu arbeiten und die beste Lösung zu finden.“

Hinter Vinales belegte Yamaha-Privatier Johann Zarco Platz zwölf. Nur elf Hunderstelsekunden trennten ihn vom Werkskollegen. Im Vergleich zu diesem zeigte sich der Franzose deutlich zufriedener mit seinem Testauftakt in Buriram: „Es war ein guter Tag heute. Die Strecke ist besser als erwartet. Da sie recht einfach zu erlernen ist, liegen die Rundenzeiten eng beieinander. Meine letzte Session auf gebrauchten Reifen war gut, neue Reifen habe ich dann nicht mehr aufgezogen. Vielleicht greifen wir am Ende des zweiten Tages an.“

Zarco will in der MotoGP-Saison 2018 um Siege kämpfen
Zarco fuhr wie angekündigt mit dem 2016er-Chassis und testete am Dienstag eine neue Aero-Verkleidung. „Eine ähnliche haben wir auch schon in Malaysia genutzt und sie vermittelt uns ein gutes Gefühl“, erklärt der Tech-3-Pilot. „Mein Techniker sagt, dass wir damit schon sehr nah an das herankommen, womit man vor zwei Jahren fuhr, als die Flügel noch erlaubt waren. Insofern ist es ein guter Schritt, um schnell zu sein.“ Auch die Konkurrenz von Ducati brachte am Freitag seine neue Aero-Verkleidung an den Start.

Mit dem aktuellen Paket glaubt Zarco, auch um Siege mitkämpfen zu können. Im vergangenen Jahr schrammte er daran noch knapp vorbei. „Am Ende der Saison konnte ich um Podestplätze kämpfen und das will ich auch jetzt wieder tun. Ich habe eine bessere Aerodynamik und bin insgesamt ein bisschen glücklicher, also werde ich wieder versuchen, um Siege mitzufahren“, gibt sich Zarco motiviert. „Der Motor ähnelt dem des Vorjahres und wir arbeiten weiter daran, uns zu verbessern, genauso wie ich weiter an mir selbst arbeite.“

Testzeiten aus Thailand (Freitag):

01. Cal Crutchlow (LCR-Honda) – 1:30.797 (70 Runden)
02. Alex Rins (Suzuki) +0,012 Sekunden (70)
03. Marc Marquez (Honda) +0,115 (78)
04. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,148 (60)
05. Dani Pedrosa (Honda) +0,163 (75)
06. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +0,206 (74)
07. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,247 (83)
08. Valentino Rossi (Yamaha) +0,392 (74)
09. Andrea Iannone (Suzuki) +0,438 (78)
10. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,449 (64)
11. Maverick Vinales (Yamaha) +0,497 (70)
12. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,508 (67)
13. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +0,726 (85)
14. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) +0,728 (84)
15. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,856 (62)
16. Scott Redding (Aprilia) +0,888 (59)
17. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,895 (87)
18. Karel Abraham (Angel-Nieto-Team) +0,901 (82)
19. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +0,932 (72)
20. Bradley Smith (KTM) +0,944 (67)
21. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +1,919 (79)
22. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +1,923 (50)
23. Mika Kallio (KTM) +1,952 (48)
24. Hafizh Syahrin (Tech-3-Yamaha) +2,368 (70)

Text von Gerald Dirnbeck & Oriol Puigdemont

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