Marc Marquez - © Michelin

© Michelin – Weltmeister Marc Marquez feiert
seinen 25. Geburtstag mit der Bestzeit

Der zweite MotoGP-Testtag auf dem neuen Chang-International-Circuit in Thailand brachte schnellere Rundenzeiten und wieder enge Zeitabstände.

15 Fahrer befanden sich am Samstag in einer Sekunde. 20 Minuten vor Ablauf der Zeit brannte Honda-Ass Marc Marquez mit 1:29.969 Minuten die schnellste Runde in den Asphalt. Der Weltmeister feiert am Samstag seinen 25. Geburtstag. Weniger gut lief es bei Yamaha und Valentino Rossi. Mit einer knappen Sekunde Rückstand belegte er Platz 14.

Honda präsentierte sich wieder stark und souverän. Marquez spulte mit fast 100 Runden ein enormes Arbeitspensum ab. Zu sehen war bei ihm auch eine neue Aerodynamik-Verkleidung. Es wurden wieder Vergleichstests durchgeführt. Wie viel diese Teile tatsächlich bringen, sei dahingestellt, denn Dani Pedrosa war mit der Standardverkleidung nur einen Tick langsamer und belegte Platz zwei. LCR-Pilot Cal Crutchlow wechselte wieder zwischen einem neuen Prototypen und einer Honda mit voller Sponsorlackierung. Nach seiner gestrigen Bestzeit landete der Brite heute auf Rang acht.

Die Aerodynamik stand auch bei Ducati im Vordergrund. Vor allem Andrea Dovizioso wechselte zwischen den drei Varianten. Teilweise war auch Pramac-Fahrer Danilo Petrucci, der eine GP18 und eine GP17 in der Box hat, mit und ohne Aero-Verkleidung auf der Strecke. Jorge Lorenzo arbeitete hauptsächlich mit jener Version, die lange Streben auf der Seite hat. Von der Rundenzeit war Ducati wieder gut unterwegs. Erst als in der Schlussphase einige Fahrer auf Zeitenjagd gingen, fielen Dovizioso und Lorenzo auf die Positionen neun und zehn zurück. Petrucci wurde Sechster.

Yamaha sucht Lösung für Elektronik-Schwierigkeiten
Rauchende Köpfe gab es in der Yamaha-Box. Im Fokus stand die Abstimmung der Elektronik in Zusammenspiel mit dem Motor. Vor allem bei der Beschleunigung verlieren Rossi und Maverick Vinales auf Honda und Ducati, die die Einheitselektronik besser nutzen. Die Zeiten zeigen bei Yamaha keine wesentlichen Fortschritte. Rossi fuhr zwar um drei Zehntelsekunden schneller als am Freitag. Trotzdem betrug der Rückstand 0,919 Sekunden.

Yamaha hatte den ganzen Tag Mühe, es in die Top 10 zu schaffen. Erst ganz zum Schluss gelang Vinales eine konkurrenzfähige Runde, die ihn auf den vierten Platz brachte. Gestern hieß es bei Yamaha, dass man vor allem bei einer Zeitattacke Probleme hat. Die eine schnelle Runde von Vinales könnte ein Indikator dafür sein, dass die Ingenieure doch noch den richtigen Weg gefunden haben.

Neue Aero-Verkleidung bei Suzuki
Viel Action gab es bei Suzuki. Für beide Fahrer gab es eine neue Aero-Verkleidung. Alex Rins stürzte damit aber schon in den ersten Runden. Und auch Andrea Iannone ging in Kurve 6 zu Boden. Der Italiener konnte selbständig zurück an die Box fahren. Suzuki evaluiert nun ebenfalls drei verschiedene Verkleidungsvarianten. Zum bekannten „Schnauzbart“ gibt es von der neuen Version eine längere und eine kürzere Variante. Suzuki hat sich beim Design an Ducati orientiert.

Vor allem Rins bestätigte seine gute Form. Der Spanier fuhr konstant Rundenzeiten im Spitzenfeld und beendete den Tag als Siebtschnellster. Von den Zeiten her hatte der Spanier seinen Teamkollegen im Griff. Iannone war um rund vier Zehntelsekunden langsamer und klassierte sich an der elften Stelle knapp außerhalb der Top 10.

Motorsorgen bei Aprilia
Aprilia arbeitete weiter mit dem neuen Chassis, aber mit dem Vorjahresmotor. Das neue Triebwerk, das bereits in Malaysia getestet wurde, soll für den nächsten Test in Katar wieder bereit sein. Beim alten Motor klagen Alex Espargaro und Scott Redding über zu wenig Leistung. Schon im ersten Sektor, wo Beschleunigung und Topspeed gefragt ist, geht viel Zeit verloren. In Summe fehlte Espargaro etwas mehr als eine Sekunde. Das bedeutete Rang 17. Redding landete auf Position 20.

KTM-Werksfahrer Bradley Smith testete gestern ein anderes Getriebe und neue Elektronikeinstellungen. Die Vergleiche zwischen 2017er-Komponenten und neuen Teilen wurde heute fortgesetzt. Testfahrer Mika Kallio konnte ebenfalls wieder fahren und drehte fast 100 Runden. Am Freitag hatte der Finne in Kurve 3 einen heftigen Highsider, blieb aber unverletzt. Noch fehlt KTM etwas auf das vordere Mittelfeld. Mit 1,144 Sekunden Rückstand belegte Smith Position 16.

Jack Miller als „Favoritenschreck“
Bei den Kundenteams zeigte einmal mehr Jack Miller mit der Ducati aus dem Vorjahr eine starke Vorstellung. Der Australier muss sich nicht um Entwicklung kümmern und kann sich ausschließlich auf Set-up und Reifen konzentrieren. In der Schlussphase katapultierte sich Miller von Rang vier auf Platz zwei und wurde dann noch von Marquez auf Platz drei verdrängt. Der Australier untermauerte, dass er in diesem Jahr ein Favoritenschreck sein könnte.

Tech-3-Pilot Johann Zarco fuhr die fünftschnellste Zeit. Er arbeitet ausschließlich mit dem 2016er-Chassis mit neuer Aero-Verkleidung und dem aktuellen Yamaha-Motor. Knapp außerhalb der Top 10 landeten die beiden Spanier Tito Rabat (Avintia) und Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) auf den Plätzen zwölf und 13. Beide fahren mit der Vorjahres-Ducati.

In der Riege der Rookies setzte sich das enge Duell zwischen Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) fort. Wieder hatte der Japaner als 15. die Nase vorne. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) steigerte sich zwar im Vergleich zum Vortag, der Rückstand blieb aber groß. Mit zwei Sekunden Rückstand landete der Schweizer auf Platz 22. Hafizh Syahrin wurde an seinem zweiten Tag mit der Tech-3-Yamaha auch deutlich schneller und verwies Xavier Simeon (Avintia-Ducati) auf den letzten Platz.

Der letzte Testtag am Sonntag beginnt und endet eine halbe Stunde früher, um den Teams etwas mehr Zeit für die Abreise zu geben. Außerdem will man nach dem gestrigen Treffen der Sicherheitskommission die Ausfahrt der Boxengasse etwas verändern, um die Fahrer auf eine andere Linie zu leiten. Es soll ein Test für eine mögliche künftige Lösung sein. In Bezug auf die Kritik an einigen Auslaufzonen will man die Luftkissen optimaler vor den Leitplanken platzieren. Wie wichtig das neue Rennen in Thailand ist, zeigte die bestens gefüllte Haupttribüne.

Testzeiten aus Thailand (Samstag):

01. Marc Marquez (Honda) – 1:29.969 Minuten (97 Runden)
02. Dani Pedrosa (Honda) +0,158 Sekunden (71)
03. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,216 (69)
04. Maverick Vinales (Yamaha) +0,305 (90)
05. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,319 (60)
06. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +0,398 (75)
07. Alex Rins (Suzuki) +0,477 (56)
08. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,521 (85)
09. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,525 (78)
10. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,760 (57)
11. Andrea Iannone (Suzuki) +0,806 (76)
12. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +0,886 (69)
13. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) +0,914 (89)
14. Valentino Rossi (Yamaha) +0,919 (65)
15. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,932 (83)
16. Bradley Smith (KTM) +1,144 (79)
17. Aleix Espargaro (Aprilia) +1,161 (65)
18. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +1,216 (68)
19. Mika Kallio (KTM) +1,629 (99)
20. Scott Redding (Aprilia) +1,668 (67)
21. Karel Abraham (Angel-Nieto-Team) +1,692 (72)
22. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +2,025 (71)
23. Hafizh Syahrin (Tech-3-Yamaha) +2,029 (49)
24. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +2,298 (60)

Text von Gerald Dirnbeck

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