Marc Marquez - © Repsol

© Repsol – Kurz probierte Marc Marquez
auch neue Flügelelemente aus

„Honda hat sehr gut gearbeitet“, lobt Cal Crutchlow nach dem zweiten Testtag in Thailand. „Ich war gestern Schnellster, Marc und Dani heute – und das mit einem Bike ohne Wings.

Wir sparen uns enorm viel Geld und sind trotzdem schnell.“ Honda präsentiert sich beim zweiten Wintertest auf dem neuen Chang-International-Circuit in Buriram souverän und extrem konkurrenzfähig. Am Samstag belegten Marc Marquez und Dani Pedrosa die ersten beiden Plätze.

Der Weltmeister feierte seinen 25. Geburtstag mit Stil. Kurz vor Testende ging Marquez noch einmal auf die Strecke und fuhr die erste und bisher einzige Runde unter 1:30 Minuten. „Ich kann mir nicht mehr wünschen, denn die beste Art, meinen Geburtstag zu feiern, ist auf dem Bike. Das genieße ich am meisten“, lacht der Tagesschnellste. Entspannt ließ es Marquez nicht angehen. Mit 97 Runden zählte er zu den fleißigsten Fahrern des Tages. Nur KTM-Testfahrer Mika Kallio kam auf zwei Umläufe mehr.

Bei Honda und Marquez läuft alles perfekt. Vorbei sind die technischen Schwierigkeiten der vergangenen Winter. „Es war heute ein guter Tag. Wir haben wie immer viel ausprobiert“, berichtet Marquez. „Zunächst haben wir mit dem Set-up gespielt und später haben wir die verschiedenen Hinterreifen ausprobiert. Am Ende des Tages stellten wir das beste Paket zusammen und ich wurde noch einmal schneller. Wir werden sehen wie es morgen wird, denn die Strecke scheint ständig besser zu werden. Alle werden schneller.“

Teamkollege Dani Pedrosa bestätigte die gute Honda-Form als Zweiter. Die Arbeit dreht sich um Details. „Wir haben heute viel mit der Dämpfung gearbeitet, um das Set-up zu verbessern, weil wir jetzt die Strecke kennen. Dinge wie Elektronik und Getriebe“, so Pedrosa. „Es war heute auch schon besser, ich bin auch besser gefahren und habe in den Kurven versucht den korrekten Speed zu haben. Für einige Streckenabschnitte müssen wir noch arbeiten. Die momentanen Reifen werden wir beim Rennen nicht haben. Deshalb müssen wir uns auf die verschiedenen Reifen einstellen.“

Cal Crutchlow nicht restlos zufrieden

Nicht ganz so zufrieden war Crutchlow, der zwar schneller als gestern fuhr, aber nur den achten Platz belegte: „Es war kein großartiger Tag. Wir hatten am Vormittag einige Schwierigkeiten, weshalb ich nicht das volle Potenzial nutzen konnte. Ich konnte keine gute Rundenzeit fahren, weil ich viel testen und arbeiten musste.“ Details wollte der Brite nicht verraten. Er ist ebenfalls ins Testprogramm des Werksteams eingebunden und muss für die Honda-Ingenieure verschiedene Dinge austesten.

„Aber mit gebrauchten Reifen waren wir mit unserer Pace sehr zufrieden“, betont Crutchlow und fügt eine Prognose an: „Wenn morgen das Rennen wäre, dann würde ich es zweifellos auf das Podium schaffen. Ich konnte aber nicht die eine schnelle Rundenzeit wie gestern fahren. Wenn ich gedurft hätte, hätte ich sicher 1:29 geschafft. Morgen will ich den weichen Reifen nehmen, den ich noch nicht verwendet habe. Ich habe noch sieben weiche Reifen. Morgen könnte ein Qualifying-Tag sein.“

Honda beweist, dass man auch ohne extremer Verkleidungsvarianten schnell sein kann. Trotzdem probierte Marquez am Nachmittag neue Winglet-Elemente aus, die mit dem schwarzen Carbon gut zu erkennen sind. Diese Verkleidung ist nicht so extrem wie jene von Sepang. „Morgen“, blickt Pedrosa voraus, „werden wir mit der Verkleidung und anderen Teilen arbeiten, die wir heute nicht getestet haben.“ Bei den engen Zeitabständen im Feld versucht jeder Hersteller die Limits auszuloten und Bruchteile von Sekunden zu finden.

Testzeiten aus Thailand (Samstag):

01. Marc Marquez (Honda) – 1:29.969 Minuten (97 Runden)
02. Dani Pedrosa (Honda) +0,158 Sekunden (71)
03. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,216 (69)
04. Maverick Vinales (Yamaha) +0,305 (90)
05. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,319 (60)
06. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +0,398 (75)
07. Alex Rins (Suzuki) +0,477 (56)
08. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,521 (85)
09. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,525 (78)
10. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,760 (57)
11. Andrea Iannone (Suzuki) +0,806 (76)
12. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +0,886 (69)
13. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) +0,914 (89)
14. Valentino Rossi (Yamaha) +0,919 (65)
15. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,932 (83)
16. Bradley Smith (KTM) +1,144 (79)
17. Aleix Espargaro (Aprilia) +1,161 (65)
18. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +1,216 (68)
19. Mika Kallio (KTM) +1,629 (99)
20. Scott Redding (Aprilia) +1,668 (67)
21. Karel Abraham (Angel-Nieto-Team) +1,692 (72)
22. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +2,025 (71)
23. Hafizh Syahrin (Tech-3-Yamaha) +2,029 (49)
24. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +2,298 (60)

Text von Gerald Dirnbeck & Oriol Puigdemont

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