Jack Miller - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Jack Miller führte das erste MotoGP-Training in Motegi seit drei Jahren an

(Motorsport-Total.com) – Ducati-Bestzeiten an einem Freitag ist man in der MotoGP-Saison 2022 gewohnt.

So stellt sich die Situation auch am laufenden Rennwochenende zum Grand Prix von Japan in Motegi dar. Im Unterschied zu sonst bestand der Trainingsbetrieb am Freitag diesmal aus Gründen der Logistik aus nur einer Session.

Dieses einzige Freitagstraining (FT1) war 75 Minuten statt der üblichen 45 Minuten lang. Jack Miller schloss auf seiner Ducati Desmosedici GP22 des Werksteams mit 1:44.509 Minuten auf P1 ab, Teamkollege Francesco Bagnaia belegte mit 0,028 Sekunden Rückstand den zweiten Platz.

„Das längere Training hat mir gut gefallen, denn da konnte man mal ein bisschen was arbeiten. Man konnte mal was am Motorrad umbauen lassen und dann vergleichen, wie sich das anfühlt“, sagt Miller und gibt zu: „Die Rundenzeit hätte noch ein bisschen besser sein können.“

Miller von Tsuda aufgehalten – trotzdem Schnellster
Hätte Miller auf seiner schnellsten Runde nicht Takuya Tsuda (Suzuki) in der Anbremsphase zur Haarnadel (Kurve 10) direkt vor sich gehabt, wäre sein Vorsprung tatsächlich größer ausgefallen. Aber auch so fehlen nach der ersten MotoGP-Session in Motegi seit 2019 nur rund 0,7 Sekunden auf den Streckenrekord. Der wurde vor sieben Jahren von Jorge Lorenzo mit 1:43.790 Minuten aufgestellt.

Wie Miller, so experimentierte auch Bagnaia mit unterschiedlichen Abstimmungen. Der Italiener tat das mit den beiden ihm zur Verfügung stehenden GP22-Bikes und sagt: „Wir sind fast fertig für den Fall, dass es ein trockenes Rennen geben sollte.“

Und nachdem in den vergangenen beiden Jahren coronabedingt nicht in Motegi gefahren wurde, fällt Bagnaia direkt auf: „Auf Strecken wie dieser hier macht das hintere Ride-Height-Device wirklich eine Menge aus. Es hilft enorm.“ Die meisten Piloten nutzen das Device auf allen fünf Geraden, die es auf der 4,8 Kilometer langen Strecke gibt.

Bastianini und Zarco mit ärgerlichen Stürzen
Neben P1 und P2 im Tagesklassement gab es im Ducati-Lager am Motegi-Freitag aber auch zwei Stürze. In den letzten Minuten der verlängerten Trainingssitzung gingen Enea Bastianini (Gresini-Ducati) in Kurve 5 und Johann Zarco (Pramac-Ducati) in Kurve 7 zu Boden.

Ohne vollendete Schlussattacke beendeten sie den Tag nur auf P11 (Zarco) respektive P14 (Bastianini) und somit außerhalb der Top 10. Zarco hat diese für den Moment um 0,001 Sekunden verpasst und stellt sich schon darauf ein, dass das so bleibt. Nach aktuellem Stand der Wettervorhersage ist für Samstag in Motegi mit Regen zu rechnen.

Die Top 10 als Kriterium für die Einteilung in die Qualifying-Segmente sind diesmal schon nach dem zweiten Freien Training (Samstagvormittag) verbindlich. Denn das dritte Freie Training ist das 30-minütige Aufwärmtraining mit Rennabstimmung (normalerweise FT4) unmittelbar vor dem Qualifying.

Zarco berichtet: „Ich kam eigentlich gut zurecht. Dann, auf meiner letzten Runde, die eigentlich noch nicht meine letzte hätte sein sollen, fuhr ich hinter Aleix [Espargaro] und bin in Kurve 7 gestürzt. Schade, denn das Q2 habe ich wohl um eine Tausendstelsekunde verpasst.“

Bastianini klingt ganz ähnlich. Er beschreibt seinen Sturz in Kurve 5 – der Rechtskurve vor der ersten Unterführung – mit den Worten: „Ich hatte ein gutes Gefühl, aber als ich es am Schluss mit einem frischen Reifen probiert habe, bin ich gestürzt. Ich bin okay, aber mit dem direkten Q2-Einzug wird es jetzt wohl schwierig.“

Übrigens: Fünf der acht Ducati-Fahrer im Feld zählen zu der zehnköpfigen Gruppe, die zum ersten Mal mit einem MotoGP-Bike in Motegi antritt. Bastianini ist einer von ihnen.

Text von Mario Fritzsche, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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