Miguel Oliveira - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) bejubelt seinen ersten Sieg in der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) – Fünftes MotoGP-Rennen 2020 und bereits der dritte Premierensieger!

Am Sonntag beim Grand Prix der Steiermark in Spielberg war Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) an der Reihe. Und die Art und Weise, wie er für sich, für die Nation Portugal und für das Tech-3-Team von Herve Poncharal den ersten Sieg in der Königsklasse eingefahren hat, der für den Hersteller KTM der erste Heimsieg in der Königsklasse ist, war äußerst spektakulär.

Im Rennen, das aufgrund des glimpflich verlaufenen Sturzes von Yamaha-Pilot Maverick Vinales zweigeteilt war, lag Oliveira in der letzten Kurve der letzten Runde „nur“ an dritter Stelle. Damit hätte er seinen ersten MotoGP-Podestplatz eingefahren, aber es kam noch viel besser.

Der führende Jack Miller (Pramac-Ducati) wurde in der vorletzten Kurve von Pol Espargaro (KTM) innen überholt. Eine Kurve später setzte Miller innen zum Konter an. Oliveira beobachtete das Ganze direkt dahinter fahrend und profitierte schließlich. Denn beim Angriff von Miller auf Espargaro verloren beide Schwung, der KTM-Werkspilot kam sogar von der Strecke ab.

So wischte Oliveira eingangs der Start/Ziel-Gerade noch an beiden vorbei und fuhr mit 0,3 Sekunden Vorsprung auf Miller seinen ersten MotoGP-Sieg ein. Dieser kam für den Portugiesen bei seinem 150. Rennen in der Motorrad-WM zustande. Dafür hatte es vor dem Rennen eine Torte gegeben. Nach dem Rennen gab es Sieger-Champagner.

Als Dritter rein, als Erster raus: „Pures Racing“ in letzter Kurve
„Glücklich“ und „stolz“ sind die ersten beiden Worte, die Oliveira nach diesem denkwürdigen Tag in der Pressekonferenz einfallen. „Es gibt natürlich viele Gründe, sich über diesen Tag zu freuen.“ Wie beschreibt der neueste MotoGP-Sieger die dramatischen Szenen in der letzten Kurve?

„Das war einfach pures Racing. Als ich sah, dass Jack in den letzten Kurven nach dem Sieg greift, war mir klar, dass ich davon profitieren könnte, schließlich waren es Jack und Pol… Deshalb wartete ich ab, um in der letzten Kurve innen fahren zu können. Das hat funktioniert und ich bin als Erster über die Ziellinie gefahren“, freut sich Oliveira.

In diesem Zusammenhang gibt der Tech-3-Pilot zu, dass er auch Glück hatte. Denn ohne die Unterbrechung mitsamt Neustart hätte er nicht gewonnen. Den ersten Teil des Rennens (16 Runden) hatte Oliveira auf Platz sieben beendet. Für den zweiten Teil (zwölf Runden) nahm er eine andere Reifenwahl vor. Am Vorderrad ließ er anstatt der Medium-Mischung die Hard-Mischung aufziehen: „Das hat mir geholfen, im zweiten Teil des Rennens deutlich konkurrenzfähiger zu sein.“

Auf der Auslaufrunde hatte Oliveira noch eine spezielle Begegnung: „Was ich nicht wusste war, dass wir hier in Kurve 6 einen Streckenarbeiter aus Portugal haben. Ich hielt an und er gab mir die portugiesische Flagge. Das war ein toller Moment. Außerdem drückte er mir noch eine Karte mit seiner Telefonnummer in die Hand. Ich weiß zwar nicht, was er sich davon erwartet hatte, aber ich habe sie ohnehin verloren“, lacht der Sieger.

Drei Premierensieger in fünf Rennen: Laut Oliveira hat das einen Grund
Die Tatsache, dass es nach fünf Rennen der MotoGP-Saison 2020 bereits drei Fahrer gibt, die erstmals in der Königsklasse gewonnen haben – neben Oliveira sind es Fabio Quartararo und Brad Binder – führt der Steiermark-Sieger nicht zuletzt auf einen Aspekt zurück.

„Abgesehen davon, dass Marquez nicht mitfährt, fällt mir kein spezieller Grund dafür ein“, grinst Oliveira und erklärt: „Als klar war, das Marquez ausfällt, hatten plötzlich alle das Gefühl, Rennen und den Titel gewinnen zu können. Das ist jetzt immer noch so und deshalb gibt es keinen klaren Favoriten auf den WM-Titel.“

In der Tat: In der MotoGP-Gesamtwertung 2020 liegen die Top 7 nach fünf Rennen innerhalb von 25 Punkten und somit innerhalb eines Rennsieges. Oliveira selbst ist mit seinem ersten MotoGP-Sieg in die Top 10 der Tabelle vorgestoßen. Auf dem neunten Rang liegend fehlen ihm gerade mal 27 Punkte auf Tabellenführer Fabio Quartararo.

Text von J. Ziegengeist, Co-Autoren: O. Puigdemont, L. Duncan

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