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© BMW – Das BMW-Team hat erstmals ein 24-Stunden-Rennen in der EWC gewonnen

(Motorsport-Total.com) – BMW hat die 24 Stunden von Spa-Francorchamps in der Langstreckenweltmeisterschaft für Motorräder (EWC) gewonnen.

Zum ersten Mal seit 21 Jahren wurde wieder auf der legendären Rennstrecke in den belgischen Ardennen gefahren. Regen spielte wie so oft auch eine Rolle.

Pech hatte YART Yamaha. Die Mannschaft aus Österreich hatte sich im Qualifying die Poleposition gesichert. Das Trio Marvin Fritz, Niccolo Canepa und Karel Hanika mischte auch lange beim Kampf um den Sieg mit.

Am Sonntag lieferte sich Fritz mit BMW-Fahrer Ilya Mikhalchik ein Duell um die Führung. Der Deutsche setzte sich durch und führte nach 18 Stunden. Aber dann schied Canepa mit Motorschaden aus. In den finalen fünf Stunden spielte auch das Wetter eine Rolle.

Es fing zu regnen an. Weniger als drei Stunden vor Rennende gab es dann eine längere Unterbrechung, weil eine Ölspur gesäubert werden musste. Beim Neustart war der BMW-Sieg nicht mehr in Gefahr, da man sieben Runden Vorsprung auf die Verfolger hatte.

Nach den 6 Stunden von Most (Tschechien) im vergangenen Herbst war es der zweite EWC-Sieg von BMW. Zudem war es der erste 24-Stunden-Sieg für einen europäischen Hersteller seit 1971. Herausgefahren haben ihn Markus Reiterberger, Jeremy Guarnoni und Mikhalchik.

„Das Rennen war unglaublich“, jubelt Ex-Rennfahrer Werner Daemen, der das BMW-Langstreckenteam leitet. „Die erste Stunde war wie ein Superbike-Sprint und wirklich aufregend für die Nerven. Und der Rest des Rennens: Die Jungs haben einen super Job gemacht!“

„Ich glaube, wir sind das einzige Team, das sich keinen einzigen Fehler geleistet hat. Wir waren vielleicht nicht die Schnellsten, aber wir haben keine Fehler gemacht. Und das zahlt sich im Langstreckensport am Ende aus.“

„Wir sind mit einem Vorsprung von acht Runden in die letzten Minuten gegangen. Es ist ein Traum, der wahr geworden ist. Für mich als Belgier, der vor 20 Jahren gesagt hat ‚eines Tages komme ich zurück, um zu gewinnen‘ ist das ein Traum. Das ist etwas, das uns niemand mehr nehmen kann.“

Reiterberger: „Keine Fehler oder Probleme“
Mit Reiterberger gewann ein deutscher Fahrer den wiederbelebten Klassiker in Spa. „In meinen Stints konnte ich super an der Spitze mitfighten, weil unser Bike auf der Gerade richtig Power hat und trotzdem sehr sparsam ist“, schildert „Reiti“.

„Wir haben einfach versucht, eine konstante Pace zu fahren, keine Fehler zu machen, und haben gehofft, dass nichts kaputt geht. Und das ist uns gelungen. Alle anderen hatten Stürze, Fehler oder technische Probleme. Unser Team hat es super umgesetzt!“

Die Rennunterbrechung in der Schlussphase dauerte rund zweieinhalb Stunden. Die letzten 15 Minuten des Rennens fanden dann bei strömendem Regen statt. Das Privatteam Tati-Team-Beringer eroberte mit Alan Techer, Gregory Leblanc und Loic Arbel Platz zwei.

Spannendes Duell um Platz drei
Dahinter war das Duell um den letzten Podestplatz zwischen F.C.C. TSR Honda Frankreich und Yoshimura SERT Suzuki bis zum Schluss spannend. Nach der Unterbrechung hatte Gino Rea (Honda) nur wenige Runden, um Lokalmatador Xavier Simeon (Suzuki) einzuholen.

Vor der Unterbrechung hatte Rea nämlich beim Boxenstopp Platz drei an Simeon verloren. Trotz des Regens lieferten sich beide ein Rad-an-Rad-Duell mit mehreren Überholmanövern. Schließlich setzte sich Rea durch.

Somit durften auf dem Podest Rea, Josh Hook und Mike di Meglio von F.C.C. TSR Honda auf dem Podest jubeln. Langstrecken-Weltmeister SERT (Simeon, Sylvain Guintoli, Gregg Black) musste sich nach dem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans mit Platz vier begnügen.

Nach 10 Stunden führte SERT das Rennen an, aber dann gab es einen langen Boxenstopp. Es mussten das Getriebe und die Kupplung getauscht werden. Aber auch bei F.C.C. TSR Honda gab es technische Probleme.

Nach 15 Stunden riss die Kette. Rea musste die Fireblade zurück an die Box schieben. Sonntagmorgen gab es für beide Teams weiteres Ungemach. Im einsetzenden Regen hatten sowohl Black (SERT) als auch di Meglio (Honda) Stürze.

Mandy Kainz: „Man braucht auch etwas Glück“
Während diese Topteams das Ziel trotzdem erreichten, herrschte bei YART Yamaha nach dem technischen Ausfall Enttäuschung. „Das Ergebnis ist schwer zu schlucken, denn das Team hat nichts falsch gemacht“, sagt Teammanager Mandy Kainz.

„Nach einem frühen Sensorproblem haben wir uns zurückgekämpft. Aber so ist der Langstreckensport eben. Manchmal braucht man auch etwas Glück, das wir nicht hatten. Schade, weil wir eben erst die Führung übernommen hatten.“

Das Ducati-Team mit Xavi Fores, David Checa und Chaz Davies schaffte es ebenfalls nicht über die Distanz. Nach 12 Stunden schied die Panigale mit Problemen an der Benzinpumpe aus.

Die nächste EWC-Station findet in Japan statt. Am 7. August stehen die berühmten 8 Stunden von Suzuka auf dem Programm. In der WM-Wertung führt SERT Suzuki mit 106 Punkten vor F.C.C TSR Honda (91 Punkte) und YART Yamaha (76). BMW hat als Fünfter 64 Zähler auf dem Konto.

Text von Gerald Dirnbeck

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