Aleix Espargaro - © Motorsport Image

© Motorsport Image – Aleix Espargaro hat beim Heimrennen den zweiten Platz verschenkt

(Motorsport-Total.com) – Aleix Espargaro ist beim Grand Prix von Katalonien ein großer Fehler unterlaufen.

Als die letzte Rennrunde begann, dachte der Aprilia-Fahrer, dass das Rennen schon vorbei sei. Er drehte das Gas nach der Ziellinie zu, lies sich bis zur ersten Kurve rollen und winkte den Fans auf den Tribünen.

Erst in der zweiten Kurve bemerkte der Spanier seinen Fehler und gab wieder Gas. Bis dahin war er vom zweiten auf den sechsten Platz zurückgefallen. In der letzten Runde schnappte sich der Routinier noch Rang fünf von Luca Marini (VR46-Ducati).

Ausgerechnet beim Heimrennen in Barcelona hat Espargaro den zweiten Platz verschenkt. „Sorry! Ich kann mich bei meinem Team nur entschuldigen. So ein Fehler darf in dieser Kategorie nicht passieren“, geht er mit sich hart ins Gericht. „Es war komplett mein Fehler.“

Er ist nicht der erste Rennfahrer, dem dieser Fauxpas passiert ist. Im Jahr 2009 machte Julian Simon in Barcelona im Rennen der 125er-Klasse den gleichen Fehler. Alex Rins passierte dieser Irrtum in Brünn 2014 im Moto3-Rennen. Beide gaben damals den Rennsieg aus der Hand.

Anzeige des Turms in Barcelona außergewöhnlich
Zwei Umstände spielten für Espargaros Irrtum eine Rolle. Die Aprilia-Box befand sich am Anfang der Boxengasse, im Bereich des Ausgang der Zielkurve. „Deshalb hatte ich keine Chance, die Boxentafel mit den Runden und dem Abstand zu Martin zu sehen“, schildert der 32-Jährige.

„Ich habe auf den großen Turm geblickt und L1 gesehen. Also bin ich diese Runde gefahren. Ich hatte vergessen, dass die letzte Runde hier in Barcelona mit L0 angezeigt wird. Auf der Geraden habe ich das Gas zugedreht. Ich entschuldige mich bei meinem Team.“

Verfolger dachten an technisches Problem
Als Espargaro zu Beginn der letzten Runde diesen Fehler machte, sah es im ersten Moment nach einem technischen Defekt aus, weil er den Kopf senkte und auf seine Aprilia klopfte. Auch die nachfolgenden Fahrer dachten, dass er ein Problem mit dem Motor hätte.

„Ich dachte, er hat ein technisches Problem“, sagt Jorge Martin zu dieser entscheidenden Situation. „In den zwei Runden davor hat er voll attackiert. Dadurch habe ich einen Vorsprung auf Johann herausgefahren. Ich habe Aleix sogar eingeholt, weil er sich den Reifen zerstört hat.“

„Deshalb habe ich über ein Manöver in der letzten Runde nachgedacht. Ich dachte, dass sein Motor kaputt sei. In der letzten Runde habe ich nur noch versucht ins Ziel zu fahren, denn ich dachte, dass auch mein Motor kaputtgehen könnte.“ Denn es war ein heißer Tag in Barcelona.

Martin profitierte und wurde Zweiter. Sein Pramac-Ducati-Teamkollege Johann Zarco zog ebenfalls an Espargaro vorbei und fuhr somit auf das Podest. „Ich wusste nicht, wie schnell er wieder Gas geben würde“, sagt der Franzose. „Ich hoffte, dass er mich nicht überholen würde.“

„Als ich gesehen habe, dass Martin weiter attackiert hat, war mir klar, dass ich noch eine Runde fahren muss.“ Den dritten Platz nahm Zarco dankend an. Der nächste Profiteur war Suzuki-Fahrer Joan Mir, der schließlich als Vierter ins Ziel kam.

Warum Espargaro gegen Quartararo chancenlos war
Martin fühlt mit seinem spanischen Landsmann mit: „Schade für Aleix, denn er ist ein starkes Rennen gefahren. Viele Fans von ihm waren hier.“ Espargaro zählte zu den Mitfavoriten für den Sieg. Warum wurde er dann doch deutlich von Fabio Quartararo (Yamaha) distanziert?

„Am Samstag haben mir Michelin und mein Team gesagt, dass ich zu viel Reifen verbrauche. Deshalb soll ich es in den ersten Runden sanft angehen. Ich war zu vorsichtig, denn als ich zum Schluss Martin überholt habe, konnte ich 1:41,5 Minuten fahren und wegfahren.“

„Fabio war nicht schneller als ich, aber er war cleverer. Er hat zu Beginn attackiert. Dann ist es unmöglich, zweieinhalb Sekunden aufzuholen. Ich glaube, ich hätte mit ihm zu Rennbeginn mitfahren können. Aber es ist wie es ist. So ist das Leben.“

Mit dem zweiten Platz hätte Espargaro Schadensbegrenzung betrieben. Deshalb ärgert ihn sein Fehler um so mehr: „Wenn ich Fabio in der WM besiegen will, dann darf ich solche Fehler nicht machen. Heute habe ich neun Punkte hergeschenkt. Es tut mir sehr leid.“ Sein Rückstand ist auf 22 Punkte angewachsen.

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: German Garcia Casanova

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