Stefan Bradl - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Stefan Bradl weiß, dass im Moment alle Honda-Fahrer leiden

(Motorsport-Total.com) – Für Honda gehen die Probleme in Barcelona weiter.

Pol Espargaro qualifizierte sich am Samstag als bester Fahrer der Marke auf Platz zehn. Takaaki Nagakami wurde Zwölfter. Alex Marquez stürzte im vierten Freien Training schwer und konnte im Qualifying nicht antreten. Und Stefan Bradl landete auf Startplatz 21.

„Heute Morgen war ich mental ein bisschen angeschlagen, weil ich mir dachte, wo bin ich denn hier schon wieder gelandet“, gibt der Honda-Ersatzpilot für Marc Marquez im Gespräch mit ‚ServusTV‘ zu. „Es ist extrem schwierig, einfach reinzuspringen.“

„Die mentale Herausforderung, jedes Training einfach so extrem zu performen, das kostet so viel Kraft. Ich muss auch erst wieder reinkommen und schauen, dass ich diesen Testmodus herausbringe. Das Level ist unglaublich hoch, was soll ich sagen. Es ist brutal. Ich versuche, mich langsam reinzusteigern.“

Bradl mit der Honda „überall am Limit“
Das Qualifying resümiert er als „in Ordnung“. „Aber was halt echt krass ist, um es mal auf Deutsch zu sagen: Du riskierst einfach dein Leben und bist auf Platz 21. Und du hast keine Ahnung, wo du dich verbessern sollst, weil du eh überall am Limit bist und keine Zeit hast, übers Motorrad nachzudenken“, so der Deutsche.

So testete Bradl in Barcelona zwei verschiedene Chassis, muss aber gestehen: „Ich habe keine Ahnung, wo der Unterschied liegt. Dann fragen sie mich immer und ich sage, Leute, ich bin nur am Limit. Ihr müsst das Motorrad verbessern und nicht zwei verschiedene Chassis bringen. Das bringt uns nicht vorwärts.“

Die schwierigen Verhältnisse in Barcelona – niedriger Grip und hohe Temperaturen – machen es natürlich nicht einfacher. „Aber wir wissen, in Barcelona ist es immer ein bisschen schmierig – mit den Temperaturen“, sagt Bradl und staunt über die Konkurrenz.

Polesetter Aleix Espargaro beeindruckt
„Dann knackt halt Aleix Espargaro heute morgen den Rundenrekord und heute Nachmittag wieder. Also so schlecht kann es ja auch nicht sein. Wir haben bei Honda einfach ein bisschen den Faden verloren. Wir wissen nicht, wo wir wirklich ansetzen können. Es gibt viele, viele Probleme und dann läuten Alarmglocken überall.“

„Jetzt müssen wir schauen, dass wir das Beste draus machen“, versucht Bradl trotz der Schwierigkeiten nach vorn zu schauen. „Für mich persönlich gilt einfach, jetzt das Rennwochenende herzunehmen, meinen Speed aufzubauen und auf den Punkt da zu sein.“

„Gestern ist mir ein Fehler unterlaufen mit dem Sturz“, spricht er seinem Sturz am Nachmitag an. „Das hätte nicht sein müssen. Aber am Ende des Tages sind wir auch alle nur Menschen. Für den Sachsenring hoffe ich, dass ich dann auf einer bisschen besseren Basis anfangen kann. So gehen wir jetzt die nächsten Wochen an.“

Pol Espargaro gibt „120, 130 Prozent“
Mit Blick auf das morgige Rennen und die aktuelle Honda-Speerspitze Pol Espargaro sagt der 32-Jährige: „Jeder Honda-Fahrer fährt um sein Leben, ehrlich gesagt. Pol hat es gut gemacht. Er fährt um seinen Vertrag für nächstes Jahr, hat hier sein Heimrennen. Klar, dass der 120, 130 Prozent aus sich selbst rausholt.“

Doch Bradl weiß: „Da kann irgendwann mal ein Sturz passieren. Man hat es heute im vierten Freien Training mit Alex gesehen. Ich habe vorhin kurz mit ihm gesprochen. Ja, wir sind alle ein bisschen ratlos bei Honda. Das zu sehen, ist zach. Es tut weh.“

Text von Juliane Ziegengeist

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