Enea Bastiani - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Enea Bastiani feiert den Katar-Sieg mit Nadia Padovani, Witwe von Fausto Gresini

(Motorsport-Total.com) – Der Sieg von Enea Bastianini auf der Vorjahres-Ducati des Gresini-Teams kam beim MotoGP-Saisonauftakt 2022 in Katar überraschend.

Entsprechend emotional wurde der Triumph gefeiert. Nach dem Tod von Teamgründer Fausto Gresini im Februar 2021 aufgrund von COVID-19 hatte es kurzzeitig Fragezeichen hinter der Zukunft des Teams gegeben.

Doch statt zuzusperren, hielt man an den Plänen fest, für 2022 mit Ducati zusammenzuspannen. Zuvor war Gresini jahrelang das Einsatzteam für Aprilia gewesen. Jetzt, da man Ducati-Satellitenteam ist, wird das Team von Fausto Gresinis Witwe und den beiden Söhnen geführt.

Am Sonntag fuhr Bastianini auf dem Losail International Circuit in Katar mit einer abgeklärten Fahrt vom zweiten Startplatz kommend direkt zum Sieg. Nach dem Start war er zunächst „nur“ Fünfter, behielt aber die Ruhe und arbeitete sich Schritt für Schritt nach vorne. Nacheinander zog er an Joan Mir (Suzuki), Marc Marquez (Honda) und Brad Binder (KTM) vorbei und war sechs Runden vor Schluss Zweiter.

Bastianini sorgt für emotionale Szenen
Dann schnappte sich Bastianini auch noch den bis dahin führenden Honda-Piloten Pol Espargaro, indem er ihn auf der Start/Ziel-Gerade aus dem Windschatten heraus überholte. Beim Versuch, dran zu bleiben, kam Espargaro in Kurve 1 von der Piste ab und wurde letztlich Dritter hinter Binder.

Die großen Sieger aber sind Bastianini und das Gresini-Team. „Das ist einfach nur unglaublich emotional für das gesamte Team“, sagt Bastianini und bekennt: „Nach dem Rennen haben wir alle geheult.“

Für Bastianini, der seine zweite MotoGP-Saison fährt, ist es der erste Sieg in der Königsklasse. Das Gresini-Team hatte in der Königsklasse zuletzt im Oktober 2006 triumphiert, als Toni Elias beim Grand Prix von Portugal in Estoril mit 0,002 Sekunden vor Valentino Rossi gewann.

„Was mein eigenes Potenzial angeht, so habe ich in der Moto2-Klasse viel gelernt“, denkt Bastianini vor allem an die Saison 2018 zurück, als der im Italtrans-Team Weltmeister wurde. Begonnen hatte der Italiener seine WM-Karriere vier Jahre zuvor in der Moto3-Klasse, und zwar im Team von Fausto Gresini.

Wenngleich der Teamgründer inzwischen leider nicht mehr unter den Lebenden ist, hat sich am Sonntag in Katar ein Kreis geschlossen. Den Sieg feierte Bastianini auf dem Podium überschwänglich mit Gresinis Witwe Nadia Padovani.

„Die letzte Runde war eine der längsten meines Lebens, vergleichbar nur mit jener in Portimao als ich den Moto2-Titel gewonnen habe“, erinnert sich Bastianini und sagt zur Podiumszeremonie: „Als ich in Nadias Augen geschaut habe, habe ich die Motivation von Fausto gesehen, dieses Team nach vorne zu bringen.“

„Fausto hat für sein Team wirklich tolle Leute engagiert“, lobt Gresinis neuester MotoGP-Rennsieger und weiter: „Jetzt ist es Nadia, die dem Team vorsteht, und die Atmosphäre ist fantastisch. Die Teammitglieder sind alle genauso motiviert wie ich selber. Nur deshalb war es möglich, das heute zu schaffen.“

2021er-Ducati „im Moment eines der besten Bikes“
Mit der Ducati GP21 hat Bastianini ein potentes Motorrad zur Verfügung, mit dem er noch für weitere Überraschungen sorgen will: „Das 2021er-Bike kommt mir wirklich sehr entgegen. Das Potenzial dieses Motorrads war mir sofort klar, als ich es Ende vorigen Jahres in Jerez [beim November-Test] zum ersten Mal fuhr.“

„Ob wir im Saisonverlauf neue Teile bekommen, weiß ich nicht. Wir sind ja kein Werksteam. Ich weiß nur, dass dieses Bike im Moment sicher eines der besten ist und dass ich eines der besten Teams hinter mir habe“, so Bastianini.

Im Gegensatz zu Langzeitspitzenreiter Pol Espargaro, der an seiner Honda den weichen Hinterreifen montiert hatte, war Bastianini am Katar-Sonntag mit der Medium-Mischung am Hinterrad seiner Gresini-Ducati unterwegs. Damit hatte er in der Schlussphase die Trümpfe in der Hand, denn Espargaro kämpfte sichtlich mit nachlassendem Grip.

„Die Reifen sind heutzutage wirklich einer der Schlüssel in der MotoGP-Klasse“, bemerkt der neueste Rennsieger auf diesem Level.

Text von Mario Fritsche

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