Alvaro Bautista - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Alvaro Bautista wechselte nach nur einer Saison mit Ducati zu Honda

(Motorsport-Total.com) – Honda nimmt die Superbike-WM wieder ernst.

Mit einer komplett neuen Fireblade, einem komplett neu aufgebauten Werksteam und Vizeweltmeister Alvaro Bautista möchte sich der größte Motorrad-Hersteller der Welt weitere Blamagen in der WSBK ersparen.

Leon Haslam deutete bei den Winter-Tests (zur Rundenzeiten-Übersicht) bereits an, dass die neue Fireblade Potenzial hat. Bautista landete regelmäßig hinter Haslam und gab sehr kritische Äußerungen von sich (mehr Infos). Hat HRC mit Bautista den falschen Fahrer verpflichtet?

„Es ist auf jeden Fall schwierig für ihn und erfordert eine Umstellungszeit“, erklärt WSBK-Laufsieger Max Neukirchner im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. Bautista fuhr bisher ausschließlich V4-Maschinen. Der Reihen-Vierzylinder-Motor der Honda und das grundsätzliche Konzept der Maschine unterscheiden sich stark von dem, was Bautista gewohnt ist.

„Manche Fahrer können sich schnell anpassen und sind dann wieder am Limit. Andere Fahrer scheitern bei dieser Umstellung und kommen nicht zurecht. Es ist immer abhängig vom jeweiligen Fahrer“, bemerkt Neukirchner und fügt hinzu: „Der Fahrer ist natürlich auch immer wichtig, um erfolgreich zu sein. Dieses Projekt wäre natürlich perfekt für Johnny (Rea).“

Stefan Nebel begrüßt Hondas Einsatz in der Superbike-WM
ServusTV-Experte Stefan Nebel begrüßt die Tatsache, dass Honda wieder ein kompromissloses Superbike anbietet: „Grundsätzlich finde ich es super für den Markt, dass Honda Interesse zeigt und sich nicht nur noch einzig und allein auf die MotoGP konzentriert. Sie haben erkannt, dass der Superbike-Markt sehr wichtig ist und dass sie ein neues Motorrad bauen mussten.“

„Das finde ich total genial, denn das zeigt, wie wichtig die Superbike-WM wieder wird. Ich glaube schon, dass Honda auch mit den Erfahrungen aus der MotoGP ein Motorrad bauen kann, das siegfähig ist“, stellt Nebel klar. „Ich traue Honda zu, dass sie eine richtige Waffe gebaut haben. Wenn das so ist, dann wird Bautista auch schnell sein.“

Komplett anderer Charakter als die Ducati Panigale V4R
Doch der Spanier muss sich umstellen. Und dafür benötigt der WM-Zweite von 2019 Zeit. „Der Charakter des Motorrads ist komplett anders als die Ducati und die Motorräder, die er zuvor bewegte. Kann er auch auf solch einem Motorrad sein Fahrtalent und seinen Stil so umsetzen? Ich glaube, es ist wirklich schwierig, sich daran anzupassen“, so Nebel.

„Ich würde nicht zwingend sagen, dass sie den falschen Fahrer verpflichtet haben“, bemerkt der ServusTV-Experte und blickt auf die Tests im Vorjahr zurück: „Wenn man sich an die Winter-Tests vor einem Jahr erinnert, dann erkennt man, dass Bautista damals nicht allzu schnell war. Dann kam er zum ersten Rennen und machte alle platt.“

„Diesen Sprung könnte man theoretisch von ihm auch in diesem Jahr mit der Honda verlangen, weil die Ausgangsposition vergleichbar ist: neues Motorrad, keiner weiß irgendwas und auf einmal ist er schnell“, so Nebel.

„Da aber Bautista bewiesen hat, dass er es kann, kann ich mir vorstellen, dass seine Motivation nicht mehr so hoch ist. Das meine ich überhaupt nicht wertend. Vielleicht ist er deutlich entspannter und geht es zu Beginn ruhig an, um später alle eines Besseren zu belehren“, grübelt Nebel.

„Oder er schiebt das Motorrad vor. Davor habe ich ein bisschen Angst im Falle von Bautista. Ich erinnere mich an die Zeit bei Ducati. Zu Beginn der Saison war es das beste Motorrad, das er jemals fuhr. Es funktionierte perfekt. Später klagte er über zu wenig Grip hier, zu wenig Grip da. Auf einmal war das Motorrad schwer zu fahren“, erinnert sich Nebel. „Das hat nicht nur bei mir einige Fragen hinterlassen.“

Text von Sebastian Fränzschky

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