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© Honda – MotoGP für die Straße: Honda baute nur 250 Exemplare der RC213V-S

(Motorsport-Total.com) – Die werksseitige Rückkehr von Honda in die Superbike-WM verlief bisher enttäuschend.

Trotz HRC-Unterstützung liegt Honda in der WM abgeschlagen auf dem fünften und somit letzten Platz. Leon Camier und Ryuichi Kiyonari taten sich bisher schwer, aus eigener Kraft in die Top 10 zu fahren und waren auf Ausfälle angewiesen, um nach vorne zu kommen.

Mit der aktuellen Fireblade ist in der Superbike-WM nichts mehr zu holen. Es wird gemunkelt, dass Honda im Hintergrund an einem neuen Superbike tüftelt, das an die legendären RC-Modelle der 1980er und 1990er anknüpft.

Superbike-Routinier Marco Melandri kann sich gut vorstellen, dass Honda bereits 2020 mit einem radikalen V4-Superbike nach MotoGP-Vorbild antritt. Im Grand-Prix-Sport setzt Honda bei der RC213V auf das V4-Konzept, während beim Fireblade-Projekt in der Serie ein konventioneller Reihenvierzylindermotor eingesetzt wird.

„Ich denke, Honda greift auf das eigene Know-how zurück und baut ein neues Motorrad. Sobald sie mit einem neuen Superbike mit einem ähnlichen Charakter wie die Ducati antreten, werden sie sehr stark sein“, prophezeit Melandri im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘.

Bringt Honda ein Superbike mit MotoGP-Genen?
Ducati machte es vor und nutzte die MotoGP-Erfahrungen, um mit der Panigale V4R ein radikales Superbike zu bauen, das für das bestehende WSBK-Reglement maßgeschneidert ist. Mit 16.500 Umdrehungen/Minute in der Serie, über 230 PS und aerodynamischen Hilfsmitteln wie den Winglets hat Ducati die Messlatte bei den Superbikes nach oben verschoben. In Kombination mit Alvaro Bautista ist die V4-Ducati in der Superbike-WM momentan das Maß der Dinge.

Melandri ist überzeugt, dass die aktuelle Honda Fireblade in der Serie nicht gut genug ist, um in der Superbike-WM mitzuhalten. „Mit Sicherheit nicht“, kommentiert der Italiener.

Von den schwachen Leistungen in der Superbike-WM ist er demzufolge nicht überrascht: „Sie haben ein Werksteam, doch die Basis des Motorrads ist ziemlich schwach. Man kann nicht viel an der Maschine ändern.“

„Am Motor kann man nicht viel machen. Das ist nicht richtig“, ärgert sich Melandri über das aktuelle Reglement in der Superbike-WM, das kaum Freiheiten für das Tuning zulässt. Eine gute Basis ist entscheidend, um in der WSBK vorne mitzumischen.

Die Basis der Serienmaschine ist entscheidend
„Ducati beginnt bei zehn, die anderen bei fünf und Honda bei zwei“, schätzt Melandri die Qualitäten der Serienmaschinen ein und kritisiert: „Man kann den Motor nicht auf das Niveau bringen. Man kann nur am Fahrgestell arbeiten.“

Neben der schwachen Basis bereitet Honda die geringe Vorbereitungszeit Probleme. Als Basis für die 2019er-WSBK-Maschine wurde die Langstrecken-Fireblade vom Suzuka-Rennen herangezogen. Es ist Zeit nötig, um die Maschine auf die Bedürfnisse des WSBK-Formats mit den Pirelli-Reifen zu optimieren.

Erst in letzter Minute verkündete Honda die Pläne für 2019. „Sie haben sich Zeit gelassen, den Leuten zu sagen, wie es weitergeht. Es war eine sehr knifflige Situation“, erinnert sich Melandri an die Zeit nach dem Saisonfinale 2018 und fasst zusammen: „Ich bin überzeugt, dass HRC hier ist, um vorne mitzufahren. Sonst wären sie nicht hier. Sie müssen alles genau verstehen, bevor sie ein neues Motorrad bauen.“

Jonathan Rea traut Leon Camier mehr zu
Weltmeister Jonathan Rea fuhr jahrelang für Honda in der Superbike-WM und kaschierte mit seinem Talent die unterlegene Performance der Fireblade. Ist Rea überrascht, dass Honda trotz HRC-Support so wenig erreicht? „Ich kann es schwer beurteilen, weil ich ihre Leistungen nicht genau studiert habe“, kommentiert er.

„Ich weiß aber, dass Leon Camier besser ist, als es das Motorrad zulässt. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass Camier in diesem Fahrerlager zu den besseren Fahrern gehört. Demzufolge stimmt etwas nicht“, erklärt Rea und rechnet wie Melandri mit einem neuen Honda-Superbike: „Ich bin mir sicher, dass es HRC schaffen kann, wenn sie ein richtiges Projekt planen.“

Grundsätzlich freut sich Rea, dass Honda wieder werksseitig in der Superbike-WM vertreten ist. Auch wenn das Moriwaki-Team mit Camier und Kiyonari momentan keine Gefahr für den Titelverteidiger ist, schreibt er Honda langfristig nicht ab. „Es wurde ziemlich spät entschieden. Es war in letzter Minute. Doch sie haben gutes Personal“, so Rea. „Es ist gut für die Superbike-WM, dass sie es ernst nehmen.“

Text von Sebastian Fränzschky

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