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© LAT – Jonas Folger wägt seine Möglichkeiten für das nächste Jahr ab

(Motorsport-Total.com) – Nach eineinhalb Jahren Pause meldete sich Jonas Folger im Frühsommer 2019 in der Moto2-Klasse zurück.

Für den verletzten Khairul Idham Pawi sprang der Deutsche im Petronas-Sprinta-Team ein und bekam Renneinsätze in Barcelona, Assen, auf dem Sachsenring, in Brünn und in Spielberg.

Mit WM-Punkten klappte es bei keinem Grand Prix. „Ich hatte richtige Startschwierigkeiten. Ich wusste, dass es nicht einfach wird, aber ich hätte mir nicht gedacht, dass ich mir so schwer tue“, sagt Folger gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘. „Das war erstmal ein Rückschlag für mich.“

Nun muss er sich überlegen, wie es in Zukunft weitergehen wird. Fährt er 2020 eine volle Moto2-Saison oder konzentriert er sich auf die Rolle des Yamaha-Testfahrers? „Ich bin gerade mit mir selber beschäftigt und muss mir überlegen, was für mich besser ist“, so Folger. „Entweder Vollzeit-Rennfahrer oder ganz klassisch die Testfahrerrolle mit Wildcard-Einsätzen, so wie es Stefan bei Honda macht. Das wäre schon sehr verlockend für mich, denn in der Moto2 kann auch viel schiefgehen.“

Der Deutsche war bei den fünf Renneinsätzen nicht automatisch im Spitzenfeld. Es zeigte sich regelmäßig, dass der 26-Jährige zu Rennbeginn viele Plätze verloren hat. Mit Fortdauer des Rennens wurde sein Speed aber immer besser. „Es ist die Erfahrung, die mir fehlt, weil ich zu lange aus dem Renngeschehen weg bin. Ich muss mir den Rennmodus wieder anlernen, weil der Speed zum Schluss schon da ist – von Rennmitte bis Rennende“, meint Folger. „Wenn ich noch mehr Rennen fahren würde, dann würde das Stück für Stück wieder zurückkommen.“

Risiko einer vollen Moto2-Saison höher
Deswegen will er sich genau überlegen, ob eine volle Moto2-Saison richtig wäre. Keine einfache Entscheidung. „Das Risiko in der Moto2 ist einfach größer, dass selbst wenn ich alles probieren würde, ich es vielleicht nicht schaffen würde, ganz vorne mitzufahren. Dann wird es als Testfahrer natürlich auch wieder schwierig.“ Denn ein Rennfahrer wird immer an seinen aktuellen Leistungen gemessen. Folgers MotoGP-Höhepunkte 2017 sind schon lange her.

„Logisch wäre, das wir mit Petronas verhandeln, was wir schon gemacht haben“, so Folger weiter. Aber er ist sich bewusst, dass er nicht in der besten Position ist: „Nach den ganzen Rennen macht es das natürlich nicht einfacher. Da bin ich ganz ehrlich, dass ich nicht die erste Wahl bin. Ich habe einige Angebote, aber ich muss zunächst warten, bis die Topfahrer ihre Plätze gefunden haben und dann bin ich am Zug.“

Yamaha will im nächsten Jahr Testteam aufstocken
Folgers nächster Einsatz wird am 19. und 20. August der MotoGP-Test auf dem neuen Kymi-Ring in Finnland sein. Zunächst wird es für ihn und das Yamaha-Testteam zwei Vorbereitungstage geben und anschließend zwei Testtage. Insgesamt testete Folger in diesem Jahr deutlich weniger für Yamaha als ursprünglich gedacht. Das liegt vor allem daran, dass Yamaha noch kein komplettes Testteam in Europa installiert hat.

„So wie ich es mitbekommen habe, will Yamaha Jahr für Jahr aufstocken und das Testteam nach Europa verlagern. Im nächsten Jahr wird das um einiges größer werden“, so Folger. „Ich denke, dass mehr Testtage geplant sind und eventuelle Wildcard-Einsätze. Yamaha will mich als Testfahrer für nächstes Jahr haben. Jetzt muss ich mit mir selbst klar werden, was für mich besser ist.“

„Ob ich mehr Risiko eingehe und wieder Moto2 fahre und wieder den Anschluss an die Weltspitze finde. Oder ob ich Testfahrer für Yamaha werde und zwei, dreimal im Jahr die Gelegenheit habe, mich bei Wildcards in der MotoGP zu beweisen. Das muss ich noch mit mir selber ausmachen“, sagt Folger über seine derzeitigen Überlegungen für die Zukunft. In den kommenden Wochen soll eine Entscheidung fallen. In der Moto2 werden derzeit die Verträge für das nächste Jahr verhandelt.

Text von Gerald Dirnbeck

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