Toprak Razgatlioglu - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Toprak Razgatlioglu weiß, dass Jonathan Rea nicht viele Optionen hatte

(Motorsport-Total.com) – Der Sieg von Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu (Yamaha) beim WSBK-Event in Magny-Cours rückte auf Grund der kontroversen Kollision seiner WM-Rivalen Jonathan Rea und Alvaro Bautista etwas in den Hintergrund.

Mit dem Sieg in Lauf 2 (zum Rennbericht) kam Razgatlioglu bis auf 30 Punkte an WM-Leader Bautista heran.

„Es war ein seltsames Wochenende. Dei drei Spitzenfahrer der Meisterschaft stürzten. Ich verstehe dieses Wochenende nicht. Aber ich bin sehr happy“, kommentiert Razgatlioglu, der am Samstag in Lauf 1 nach einem Bremsproblem stürzte.

Am Sonntag holte der Türke dann die Maximalpunktzahl, nachdem die Probleme mit der Bremse behoben wurden. „Wir haben die Vorderradbremse komplett gewechselt. Danach war es deutlich besser. Aber in Kurve 11 hatte ich erneut ein merkwürdiges Gefühl. In den anderen Kurven war es aber normal. Wir konnten die Bremse aber verbessern“, erklärt er.

Razgatlioglu führte das Rennen an, als es hinter ihm in Runde zwei heiß herging. „Ich sah nicht, wie Alvaro stürzte. Mein Team hat es mir nicht angezeigt. Ich denke, dass das gut war. Vielleicht hätte ich nicht um den Sieg gekämpft, wenn ich es auf meiner Boxentafel gesehen hätte. Ich schau aber nicht auf den WM-Stand und gehe es von Rennen zu Rennen an“, stellt er klar.

Warum Razgatlioglu Verständnis für Rea zeigt
Und was sagt Razgatlioglu zur Kollision seiner WM-Rivalen? „Es war ein Rennen. Jeder versucht, sein Bestes zu geben. Johnny wollte ihn in Kurve 13 überholen. Ich suchte mir im Sprintrennen ebenfalls diese Kurve aus. Die Ducati ist in den anderen Kurven sehr stark. Die Beschleunigung ist unglaublich. In den anderen Kurven ist es unmöglich, Alvaro zu überholen“, zeigt er Verständnis für Reas Manöver.

„Es bleibt schlussendlich nur Kurve 13 übrig. Johnny versuchte es auch an dieser Stelle. Vielleicht war es ein Fehler, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich denke aber nicht, dass er geplant hatte, Bautista zu Sturz zu bringen“, bemerkt Razgatlioglu.

„Er wollte ihn einfach nur überholen und ich denke, dass er mit dem Ausgang nicht happy ist. Ich kann ihn verstehen. Er musste es an dieser Stelle versuchen, um mich einzuholen“, schildert Razgatlioglu.

Duell mit Michael Rinaldi um den Sieg
Nach dem Crash von Bautista übernahm zwischenzeitlich Axel Bassani (Motocorsa-Ducati) die Führung. Später behauptete sich Ducati-Werkspilot Michael Rinaldi an der Spitze. Toprak Razgatlioglu fuhr zeitweise nur auf der dritten Position und duellierte sich schlussendlich mit Rinaldi um den Sieg.

„Ich bekam mit, wie Rinaldi immer mehr Rutscher hatte. Ich dachte mir, dass ich ihn überholen muss und danach das Tempo etwas anziehe. Als ich an ihm vorbei war, konnte ich viel besser fahren. Aber der erste Sektor war schwierig für mich, weil die Ducati auf der Gegengerade so schnell war“, berichtet der Yamaha-Pilot.

„Ich konnte selbst in der letzten Runde eine richtig schnelle Zeit fahren. Ich fuhr wie in Most. Ich verzichtete darauf, fünf oder sechs Sekunden Vorsprung herauszufahren“, erklärt Razgatlioglu. „Wozu hätte ich das Risiko auf mich nehmen sollen?“

In zwei Wochen geht die Saison in Barcelona weiter. Beim Test in der Sommerpause stürzte Razgatlioglu. „Barcelona ist für Kawasaki und Yamaha keine einfache Strecke. Unsere Motorräder sind auf der Geraden nicht besonders schnell. Zudem beanspruchen wir die Hinterreifen sehr stark, um die Ducati einzuholen. Alvaro ist auf dieser Strecke mit seinem Stil sehr schnell“, prophezeit der Titelverteidiger vor dem achten Wochenende der Saison.

Text von Sebastian Fränzschky

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