Joan Mir - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Joan Mir sicherte sich den MotoGP-Titel im vorletzten Saisonrennen

(Motorsport-Total.com) – Kevin Schwantz war nach dem Zieleinlauf von Joan Mir in Valencia 2 und dem damit verbundenen Titelsieg einer der Ersten, der dem frischgebackenen Suzuki-Weltmeister virtuell gratulierte.

Der junge Spanier kürte sich in seiner erst zweiten MotoGP-Saison zum sechsten Weltmeister auf einer Suzuki.

Vor ihm gelang das nur Barry Sheene (1976/77), Marco Luccinelli (1981), Franco Uncini (1982), Kevin Schwantz (1993) und Kenny Roberts jun. (2000).

Angesprochen auf seine Vorgänger und die Gratulation von Schwantz offenbarte Mir, dass er mit der Suzuki-Legende eines Tages gerne zu Abend essen würde, um ihn unter anderem über seine Zeit, die der wilden 500er, zu befragen. Schwantz‘ Reaktion: „Natürlich würde ich mit Joan Mir zu einem Abendessen gehen. Es wäre mir eine Ehre, mit dem MotoGP-Weltmeister von 2020 zu Abend zu essen.“

Mir würde 500er „schnell in den Griff bekommen“
„Ich bin sicher, wir hätten viele gute Themen, über die wir reden könnten. Die alte und die neue Zeit, die Unterschiede zwischen dem Motorrad, das er fährt, und dem Motorrad, das ich gefahren bin“, erzählt Schwantz im Interview mit der spanischen ‚AS‘.

Der 56-Jährige glaubt, dass „Mir auch mit der 500er an der Spitze stehen würde“, allerdings nicht vor einer gewissen Anpassungszeit. „Wie alle anderen auch, denke ich, dass er ein wenig Zeit brauchen würde, um sich daran zu gewöhnen, aber er hat auf seiner MotoGP-Maschine gezeigt, dass er ein wirklich schneller Fahrer ist.“

Deshalb traut er Mir auch auf einer Zweitakt-Maschine viel zu: „Ich denke, er würde die 500er viel schneller als die meisten Leute in den Griff bekommen, und nach ein paar Saisons der Anpassung wäre Joan auch ziemlich leicht vorne mit dabei.“

Schwantz: „Ich ziehe meinen Hut vor Suzuki“
„Was ich an Joan am meisten respektiere und was mir an ihm gefällt, ist seine Intensität“, lobt Schwantz den aktuellen Weltmeister. „Er weiß, was es zu holen gibt und was erreicht werden kann. Er hat zu Beginn der Saison einige kleine Fehler gemacht, aber dann hat er bei jeder einzelnen Gelegenheit Punkte erzielt.“

Tatsächlich punktete Mir in dieser MotoGP-Saison einzig in Jerez 1, Brünn und beim Saisonfinale in Portimao nicht. In den restlichen elf Rennen fuhr er neunmal in die Top 5, davon siebenmal aufs Podest. Am Ende standen 171 Punkte zu Buche.

„Die Suzuki hat auf hohem Niveau gespielt, und die mechanische Seite hat ihm geholfen, da er keine technischen Probleme hatte, die ihn gezwungen haben, ein Rennen ohne Punkte zu beenden, und so ziehe ich meinen Hut vor Suzuki“, unterstreicht Schwantz die Zuverlässigkeit der GSX-RR. Einzig in Portimao schied Mir – bedingt durch zwei Startkollisionen – mit Elektronikproblemen aus.

MotoGP-Sieg in Valencia 1 als Schlüsselrennen
Als Schlüsselrennen im Kampf um den Titel sieht Schwantz den Grand Prix von Europa in Valencia 1 an, als Mir seinen ersten MotoGP-Sieg feierte und Teamkollege Alex Rins niederrang.

„Ich glaube, der Schlüssel zu seiner Intensität lag im ersten Rennen in Valencia, als er seinem Teamkollegen folgte und sah, wo Rins etwas besser war. Dort nahm Joan Änderungen vor und verbesserte diese Punkte, und als Rins einen Fehler machte, kam er nach vorne, biss die Zähne zusammen und rannte davon. Das war ein Schlüsselrennen.“

Damit baute Mir seinen Vorsprung in der WM auf 37 Punkte aus, sodass im zweiten Valencia-Rennen ein siebter Platz genügte, um den Titel zu holen. „Er hat uns allen gezeigt, dass er an dem Tag, als er gezwungen war, seine Trümpfe zu spielen, ein großartiges Finish hatte und seine besten Karten gezogen hat“, meint Schwantz.

Text von Juliane Ziegengeist

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