Marc Marquez - © Motorsport Images

© Motorsport Images – In der 21. Runde wäre Marc Marquez beinahe in der Lorenzo-Kurve gestürzt

(Motorsport-Total.com) – Jack Miller (Ducati) und Marc Marquez (Honda) lieferten sich beim Grand Prix von Spanien über die gesamte Renndistanz ein enges Duell.

Nach 25 Runden hatte Marquez mit dem entscheidenden Überholmanöver in der letzten Runde die Nase vorne. Seine Fans auf den Hügeln rund um die Jerez-Strecke feierten diesen vierten Platz wie einen Sieg.

Drei Szenen waren in diesem Duell entscheidend. Von Anfang an fuhr Miller auf dem dritten Platz, dicht verfolgt von Marquez. „Ich habe von Beginn an attackiert, aber die beiden Jungs vor mir haben ab Runde vier einen Gang höher geschaltet“, schildert der Australier.

Sein Teamkollege Francesco Bagnaia und Fabio Quartararo (Yamaha) setzten sich an der Spitze ab. Miller führte den Zug mit Marquez und Aleix Espargaro (Aprilia) ab Platz drei an. Es war der spannendste Dreikampf des Grand Prix.

„Das ganze Rennen hatte ich Mühe, in Kurve 5 meine Linie zu halten. Ich hatte zu wenig Vertrauen zum Vorderreifen“, berichtet Miller. „Das hat mich gekostet, denn Marc hat mich dort überholt. Die rechte Reifenflanke hat gegen Rennende aufgegeben.“

Warum Marquez mit dem Manöver gegen Miller wartete
Marquez klebte am Hinterrad der Ducati und bereitete oft einen Überholversuch vor, zog aber immer zurück. Dann schlug er in der 21. Runde in Kurve 5 zu und überholte Miller. „Der Schlüssel war das Überholmanöver gegen Miller, um Aleix aufzuhalten, weil er schneller war“, sagt Marquez.

„Ich wollte ihn [Jack] schon viel früher überholen, aber ich wollte eine Stelle finden, wo ich Jack überholen und gleichzeitig Aleix dahinter lassen kann. Wenn ich Jack an einem Bremspunkt überholt hätte, dann wäre er weit gegangen und Aleix hätte überholt.“

„Normalerweise überholt man nicht in Kurve 5. Ich habe mir aber gedacht, dass vielleicht das Podium möglich ist. Ich wollte danach pushen und mich gleichzeitig verteidigen, aber leider habe ich in der letzten Kurve einen Fehler gemacht.“

Marquez: „Die spanischen Fans haben mich gerettet“
Marquez war nur kurz auf einem Podestplatz. Als er noch in der gleichen Runde die Zielkurve (Jorge-Lorenzo-Kurve) anbremste, machte er den entscheidenden Fehler. „In der letzten Kurve bin ich etwas von der Linie abgekommen und beide Reifen sind weggerutscht.“

„Die spanischen Fans haben mich gerettet“, lacht Marquez. Er konnte den Sturz mit dem linken Knie und Ellbogen verhindern. Aber innen schlüpfte Espargaro durch. Und nach der Zielgeraden überholte auch Miller in Kurve 1. Somit war Marquez nur noch Fünfter.

Espargaro konnte sich rasch von dem Duo absetzen, das weiter verbissen um den vierten Platz kämpfte. „Als mich Marc überholt hatte“, schildert Miller, „konnte ich sehen, dass er ähnliche Probleme mit der rechten Flanke seines Vorderreifens hatte wie ich.“

Die Entscheidung fiel in der letzten Runde in Kurve 8. „Das hatte ich nicht erwartet“, gibt Miller zu und meint: „Es war ein stressige Rennen, wenn man ständig +0 auf Marquez auf der Boxentafel sieht. Ich habe versucht keine Fehler zu machen. Das war heute meine Pace.“

Marquez gibt zu, dass sein rechter Arm noch schwächer ist
Marquez sorgte mit seinem Save in der Zielkurve für die Szene des Rennens. Das hat man schon lange nicht mehr von ihm gesehen. Ist das ein Zeichen, dass er wieder „der Alte“ ist? „Das beste Zeichen wäre, wenn man solche Saves in Rechtskurven sehen würde“, antwortet er.

„Links fühle ich mich gut und stark, aber rechts habe ich immer noch Probleme. Ich fahre noch mit Schwierigkeiten, auch das Motorrad müssen wir noch besser verstehen. Ich gebe alles. Es ist egal ob das wie in Portimao gegen meinen Bruder ist, oder hier gegen Miller.“

„Platz vier war das Maximum. Ich habe mir das ganze Wochenende die Kraft eingeteilt, weil ich noch nicht in der Situation bin, das ganze Wochenende 100 Prozent zu geben. Am Freitag habe ich mich geschont und gestern auf einzelnen Runden mehr gegeben. Heute habe ich alles gegeben.“

Mit dem vierten Platz zeigte sich der dreimalige MotoGP-Rennsieger in Jerez zufrieden. Denn Marquez schätzt die Situation realistisch ein: „Wir haben noch nicht den Speed, um um den WM-Titel zu kämpfen. Zwei Fahrer sind viel schneller als alle. Das sind Fabio und ‚Pecco‘.“

„Wir kommen aber näher. Der Test am Montag wird sehr wichtig. Wir müssen noch viel mit diesem neuen Motorrad verstehen. Das Motorrad an meinen Fahrstil anzupassen, funktioniert nicht. Jetzt arbeite ich an meinem Fahrstil, um bestmöglich fahren zu können.“

„Ich habe Mühe, aber ich kann das Rennen durchstehen und gute Ergebnisse holen. In der Vergangenheit wäre das kein gutes Ergebnis gewesen, aber in der jetzigen Situation ist es eine gute Position.“ In der WM ist Marquez mit 45 Punkten Rückstand Neunter.

Text von G. Dirnbeck, Co-Autoren: O. Puigdemont, G. Garcia Casanova

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