Joan Mir - © Suzuki Racing

© Suzuki Racing – Joan Mir lag auf der dritten Position, als Jack Miller zum Überholen ansetzte

(Motorsport-Total.com) – Sowohl Joan Mir (Suzuki) als auch Jack Miller (Ducati) hatten beim Grand Prix von Portugal die Chance aufs Podest.

Doch sechs Runden vor Schluss riss eine Kollision die Kontrahenten vorzeitig aus dem Rennen. Auslöser dafür war Miller.

Der Australier lag an vierter Stelle, als er zu Beginn der 19. Runde in Kurve 1 zum Überholmanöver ansetzte, beim Anbremsen dann aber übers Vorderrad wegrutschte und Mirs Motorrad touchierte, der daraufhin ebenfalls zu Boden ging. Auf die Kollision angesprochen, zeigte sich der Ducati-Pilot reumütig.

„Es ist nie schön, in einer guten Position so spät im Rennen zu stürzen. Und dabei einen Konkurrenten mitzureißen, macht es noch schlimmer. Also ja, ich fühle mich wirklich mies. Aber es ist, wie es ist“, kommentiert Miller seinen Fauxpas.

Miller sucht nach Erklärung für seinen Rennsturz
Dabei hatte das Rennen vielversprechend begonnen: „Ich fühlte mich gut, das Rennen lief gut. In den ersten, sagen wir mal, 16 Runden schonte ich die Reifen. Dann fing ich an zu pushen und die Jungs vor mir einzuholen. Als ich nah dran war, überholte Johann Zarco (Pramac-Ducati) Mir. Da musste ich auch attackieren.“

„Ich versuchte drei Runden hintereinander, in Kurve 1 nah genug heranzukommen, und ich hatte das Gefühl, dass mir das gelungen war. Als ich zum Überholen ansetzte, war ich ziemlich weit innen – ich weiß nicht, ob ich dort einen feuchten Fleck erwischt habe. Jedenfalls blockierte das Vorderrad und ich rammte ihn.“

Für Miller und Mir war das Rennen damit vorbei. Noch im Kiesbett reichten sich beide die Hände und auch die Rennleitung verbuchte die Kollision als normalen Unfall. „Das ist etwas, das jedem passieren kann“, resümiert Mir den Zwischenfall.

Mir ärgert sich nicht über die Kollision am meisten
„Ich habe diesen Fehler auch schon ein paar Mal gemacht. Ich weiß, dass es keine Absicht war. Er wollte einfach in einer Bremszone überholen, in der es keinen Platz gab, und ich habe auch ziemlich stark gebremst. Dann blockierte ihm das Vorderrad.“

„Es ist schade, aber wie gesagt, ich habe diesen Fehler schon ein paar Mal gemacht. Ich hoffe, dass er daraus lernt und es nicht wieder passiert“, so der Suzuki-Pilot weiter. Mehr als über den Sturz war er von seiner Rennpace enttäuscht. Denn obwohl er zum Zeitpunkt des Ausfalls auf Platz drei lag, war Mir unzufrieden.

„Schon in der ersten, zweiten Runde fühlte sich die Front nicht gut an. Das Motorrad war sehr unruhig. Es ist schade, denn ich bin gut in das Wochenende gestartet. Es sah so aus, als hätten wir eine gute Pace. Aber wieder lief etwas schief.“

Probleme mit dem Vorderreifen bremsen Mir aus
Lag es daran, dass wegen der nassen Trainings nur das Warm-up blieb, um sich auf ein Rennen im Trockenen vorzubereiten? „Wahrscheinlich ja. Wir hatten wenig Zeit, Dinge auszuprobieren. Aber das ging allen so. Im Rennen hatten wir dann das Problem. Und es war unerwartet, um ehrlich zu sein“, gesteht Mir.

„Im Warm-up sind wir mit dem weichen Vorderreifen gefahren, und er war ziemlich weich. Für das Rennen nahmen wir an, dass mit dem Reifen, den wir auch im Vorjahr verwendeten (Medium; Anm. d. R.), alles gut sein würde. Aber so war es nicht.“

„Ich konnte nicht wirklich pushen oder mir irgendwo einen Vorteil zu verschaffen. Es ging nur ums Überleben. Wäre ich nicht 10 Runden vor Schluss gestürzt, dann irgendwann anders. Die Front war einfach am Limit“, zieht der Spanier ein bitteres Fazit.

Miller schwärmt: „Bike funktionierte fantastisch“
Miller hingegen glaubt, dass er ohne die Kollision sogar Markenkollege Zarco auf Platz zwei hätte attackieren können: „Auf jeden Fall. Ich fühlte mich sehr gut mit meiner Pace und dem Grip, den ich hatte. Auch wenn es wenig Sinn macht, das jetzt zu sagen. Ich hatte die Reifen gut konserviert, um noch einmal zu pushen.“

Trotz des Nullers versucht der Ducati-Pilot deshalb das Positive zu sehen. „Wir lagen gut im Rennen und hätten solide Punkte geholt. Die Pace war zum Ende des Rennens da“, betont Miller und schwärmt: „Das Motorrad funktionierte fantastisch. Wir haben dort weitergemacht, wo wir in Austin aufgehört haben.“

Dort erzielte der Australier vor einer Woche sein erstes Podium der Saison, und das inmitten von Spekulationen über seine Zukunft. Zuletzt wurde er mit LCR-Honda in Verbindung gebracht. Doch Miller sagt: „Daran ist überhaupt nichts dran. Keine Ahnung, woher das kommt. Ich war selbst überrascht davon.“

Text von Juliane Ziegengeist

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