Portimao - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Mit dem Rennen in Portimao beginnt die Europatour der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) – Mit dem Grand Prix von Portugal startet die MotoGP an diesem Wochenende in ihre Europa-Saison.

In vier Rennen standen bisher zehn verschiedene Fahrer sowie alle sechs in der Königsklasse vertretenen Hersteller auf dem Podest.

Vorhersagen, wer an der Algarve das Rennen machen wird, sind so gut wie unmöglich. Das sagt auch ServusTV-Experte Stefan Bradl. „Ich könnte für Portimao keinen Podiumstipp abgeben. Das ist wie Würfelspielen“, gibt der Deutsche zu.

Mit Enea Bastianini aus dem Gresini-Ducati-Team gab es zuletzt aber immerhin einen Fahrer, der schon zum zweiten Mal auf dem obersten Treppchen stand. Denn in Texas gelang dem Italiener nach Katar der zweite Saisonsieg. Damit hat er auch in der Gesamtwertung mit 61 Punkten erneut die Führung übernommen.

Bradl: 2021er-Ducati noch besser als aktuelles Modell
„Mit welcher Leichtigkeit er in Katar und Texas gewonnen hat, ist schon sehr beeindruckend“, sagt Bradl über den Doppelsieger. „Bei ihm sieht alles unheimlich locker aus. Er fährt extrem effizient und geht sehr sanft mit den Reifen um.“

Abgesehen von seinem Fahrtalent und seiner taktischen Rafinesse profitiert Bastianini im Moment auch davon, dass er auf der Ducati des Vorjahres und damit einem komplett ausentwickelten Bike sitzt. „Momentan scheint die 2021er-Ducati besser zu sein als das neue Modell“, hält Bradl fest, ergänzt aber: „Ich glaube allerdings, dass das Werksteam jetzt einen Schritt nach vorne machen wird.“

Einen Schritt nach vorn hat Suzuki bereits gemacht. Alex Rins und Joan Mir beendeten bisher kein Rennen schlechter als auf Platz sieben und führen folgerichtig die Teamwertung an. „Von der Fahrbarkeit des Motorrads hat man immer gewusst, sie haben sich aber auch beim Topspeed sehr verbessert“, erklärt Bradl.

Suzuki mit der „ausgeglichensten“ Fahrerpaarung
Suzukis Fahrerpaarung schätzt er als die ausgeglichenste unter allen Werksteams ein. „Mir war immer konstant, da hat Rins nachgelegt. Sie sind bei jedem Rennen in Lauerstellung und werden in Europa sicher um den einen oder anderen Sieg mitfahren.“

Das hoffen sicherlich auch Honda und Yamaha, die zuletzt kaum überzeugen konnten. Einzig Marc Marquez beeindruckte bei seinem Comeback in Austin nach der erneuten Augenverletzung mit einer Aufholjagd vom letzten Platz und wurde Sechster.

„Er meinte, dass er sich sehr stark gefühlt hat und ohne den technischen Defekt beim Start das Rennen sicher gewonnen hätte“, verrät Bradl, der noch in Argentinien für Marquez eingesprungen war. Er weiß: Marquet fährt nach Instinkt und mit viel Risiko. „Das muss er auch, weil die Honda noch nicht so läuft, wie er es wünscht. In dieser Verfassung bleibt er aber ein Kandidat auf die WM.“

Quartararo fehlt Topspeed: Was geht in Portimao?
Ob das auch für den amtierenden Weltmeister Fabio Quartararo gilt, bleibt abzuwarten. Bis auf einen zweiten Platz im Regen von Indonesien gab es für den Franzosen bis dato nicht viel zu holen. „Yamaha fehlt einfach der Topspeed“, analysiert Bradl.

„In dieser Hinsicht hat man das mit Abstand schwächste Motorrad. In den Kurven kann Fabio das Manko einigermaßen wettmachen, was aber anstrengend und zermürbend ist.“

Doch der Kurs in Portimao ohne lange Geraden könnte Quartararo entgegenkommen. Nicht umsonst gewann er hier im vergangenen Jahr das erste von zwei Rennen. Auch Francesco Bagnaia (2021) und Miguel Oliveira (2020) waren hier schon siegreich.

Kommt dieses Mal womöglich ein neuer Sieger dazu? Beim Europaauftakt könnten sich die Karten noch einmal neu mischen. „Die aktuelle MotoGP bietet so viele Überraschungseffekte. Viel hängt von der Tagesform und der richtigen Reifenwahl ab – umso mehr in Portugal, wo man noch nicht so lange fährt“, so Bradl.

Text von Juliane Ziegengeist

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