Energica eBike - © Dorna

© Dorna – Die Energica-Einheitsmaschine
soll mehr als 250 km/h schnell sein

Hintergrund der Diskussionen ist die Einführung einer Elektro-Bike-Serie im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft ab 2019. Einige Fans befürchten damit das Anfang vom Ende – niemand will auf den Sound „richtiger“ Maschinen verzichten.

Doch die führenden Köpfe aus Weltverband FIM und MotoGP-Promoter Dorna führen 2019 den MotoE World Cup ein, der bei ausgewählten Europa-Läufen im Rahmenprogramm der WM fahren wird. Es ist geplant, dass dort 18 Fahrer auf Einheitsmaschinen am Start stehen, diese werden von den sieben MotoGP-Satelliten-Teams und den jeweils führenden Mannschaften aus Moto2 und Moto3 unterstützt.

Insgesamt aber glaubt niemand, dass man sich wegen der MotoGP-Klasse und der dort verwendeten Viertakter Sorgen machen muss. „Ich glaube, dass es für die Dorna genau der richtige Zeitpunkt ist, damit anzufangen“, sagt Yamaha-Chef Lin Jarvis über die Elektro-Klasse. „Aber es wird eine Weile dauern“, blickt er auf die mögliche Durchsetzung der Elektroantriebe. „Wahrscheinlich werden die die MotoGP-Klasse niemals ersetzen, aber vielleicht eine andere Klasse“, fährt er fort.

Elektro-Bikes in anderen Disziplinen attraktiv
Was Jarvis sich aber vorstellen kann ist, dass andere Rennsport-Klassen auf Zweirädern diese Bikes tatsächlich als Alternative ansehen werden könnten. „Definitiv werden die Elektro-Bikes in anderen Disziplinen übernehmen, wie im MotoCross oder Enduro, wo Lärm ein viel sensibleres Thema ist, denn die meisten Strecken, auf denen dort gefahren werden, liegen viel näher an Wohn- und Stadtgebieten. Dort sehe ich wahrscheinlich eine große Zukunft.“

Jarvis weiß aber, dass die Motorradhersteller bei diesem Thema allesamt noch weit hinterherhinken oder es gar nicht auf dem Schirm haben. „Realistisch gesehen glaube ich, dass unsere Industrie da etwas hinter der Automobil-Industrie zurück liegt. Es ist der Wahnsinn, wie viele Hersteller in die Formel E wechseln, das ist viel mehr, als ich erwartet hatte.“

Zwar gab es schon einige Elektro-Weltmeisterschaften und Rennen – die TT Zero auf der Isle of Man zum Beispiel oder im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft – aber Vorreiter ist und bleibt dieses Mal der Automobil-Sport. Jarvis glaubt dennoch, dass die Zweiradbranche bald nachziehen wird. „Ich bin mir sicher, dass auch in der Motorrad-Industrie Elektro-Bikes schon bald eine viel größere Rolle spielen werden.“

Albesiano glaubt an keine reinrassige E-Klasse
Auch Aprilia-Boss Romano Albesiano sieht das ähnlich, glaubt sogar an den Einzug von mehr Elektrik in die MotoGP, dort sei die „Zukunft irgendwie elektrisch“, sagt er. Dabei glaubt er, dass eine Art Hybrid-Technik zum Einsatz kommen könnte.

„Bei Sport-Motorrädern aber glaube ich an keine reinrassige Elektro-Klasse, zumindest keine, die irgendwo nur annähernd an das Leistungslevel herankommen kann, welches wir gerade haben. Vielleicht wäre eine Hybrid-Technologie wie in der F1 vorstellbar und das wäre auch schlau – aber vermutlich auch verdammt teuer.“

„Das wäre ein interessantes Experiment, denn die Zukunft wird irgendwie elektrisch werden, aber eine volle Elektro-Rennsportklasse wäre mit dem derzeitigen Technologie-Level der Akkus und Batterien sehr schwierig.“

Text von Toni Börner & Lewis Duncan

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