Michele Pirro - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Michele Pirro kann sich nicht
an den Abflug in Kurve 1 erinnern

(Motorsport-Total.com) – Die Freitagsbestzeit von Suzuki-Pilot Andrea Iannone rückte beim Trainingsauftakt am Freitag in Mugello in den Hintergrund.

Das zweite Freie Training beim Grand Prix von Italien wurde von einem schweren Sturz von Ducati-Testpilot Michele Pirro überschattet. Der 31-jährige Italiener verlor beim Anbremsen von Kurve 1 die Kontrolle über seine Werks-Desmosedici und flog bei hohem Tempo über den Lenker seiner Maschine, nachdem das Vorderrad blockierte.

Das FP2 wurde sofort unterbrochen. Im Kiesbett kümmerten sich die Sanitäter um Pirro und behandelten den Wildcard-Starter an der Unfallstelle. In den Boxen warteten die Fahrer und Teammitglieder gespannt auf Neuigkeiten.

Einige Minuten vergingen, bis die Verantwortlichen bekanntgaben, dass Pirro bei Bewusstsein ist. Wenig später wurde der Ducati-Pilot in einem Rettungswagen in Richtung Medical Center gefahren. Dort wurde beschlossen, ihn ins Krankenhaus von Florenz einzuliefern. „Michele ist bei Bewusstsein und kann sprechen. Er erinnert sich nicht an das, was passiert ist. Er kann Arme und Beine bewegen, hat aber eine Verletzung an der Schulter“, kommentiert Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti.

Dramatische Szenen nach dem Neustart der Session

Die Beteiligten atmeten auf, als Entwarnung kam und lenkten ihren Fokus wieder auf das Sportliche. In der neu gestarteten Session landete Weltmeister Marc Marquez (Honda) gleich bei seiner ersten schnellen Runde im Kiesbett. Es war Marquez‘ zweiter Ausflug in den Kies.

Bereits zu Beginn der Session musste der Spanier in die Auslaufzone fahren. Er wollte FP1-Spitzenreiter Andrea Iannone (Suzuki) folgen und kam an seine Grenzen. Doch auch Iannone lotete das Limit aus und fand sich im FP2 im Kiesbett wieder, nachdem er sich in Kurve 1 verbremste.

Das Drama ging weiter: Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso sorgte für eine weitere Unterbrechung des zweiten Freien Trainings. Auf der langen Geraden ging der V4-Motor der Desmosedici in Rauch auf. Dovizioso steuerte die lädierte Ducati in den Kies. Das ausgetretene Öl fing Feuer und musste von den Streckenposten mit Feuerlöschern bekämpft werden.

Ducati beeindruckt mit 356,4 km/h!
Wenige Minuten vor dem Motorschaden stellte Dovizioso mit seiner Ducati einen neuen MotoGP-Topspeed-Rekord auf. An der Messstelle kam der Italiener auf 356,4 km/h. Zum Vergleich: Honda, Yamaha, Suzuki, Aprilia und KTM verloren etwa zehn km/h auf die schnellen Ducatis.

In den finalen Minuten des FP2 purzelten die Rundenzeiten. Nachdem Marquez die Spitze übernahm setzte sich Yamaha-Pilot Maverick Vinales an die Spitze. Doch als Iannone noch einmal auf Zeitenjagd ging, hatten die Gegner keine passenden Antworten parat. Iannone fuhr als einziger Fahrer eine 1:46er-Zeit und setzte sich mit 1:46.735 Minuten souverän an die Spitze.

Mit 0,387 Sekunden Rückstand war Vinales erster Verfolger. Weltmeister Marquez folgte auf der dritten Position, Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) wurde Vierter vor Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller. Miller war damit bester Ducati-Pilot vor Teamkollege Danilo Petrucci, der Neunter wurde. Werkspilot Dovizioso landete nur auf der zwölften Position und muss um die Qualifikation für das Q2 zittern. Jorge Lorenzo wurde immerhin Zehnter.

Ebenfalls noch Luft nach oben hat Publikumsliebling Valentino Rossi (Yamaha) auf der siebten Position. Der „Doktor“ verlor am Freitag mehr als sieben Zehntelsekunden auf Landsmann Iannone und war mehr als drei Zehntelsekunden langsamer als Teamkollege Vinales. Knapp vor ihm landete LCR-Pilot Cal Crutchlow (Honda) auf der sechsten Position. Rookie Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) setzte sich auf der achten Position ordentlich in Szene. Teamkollege Tom Lüthi fand sich am Freitag auf der 23. Position wieder.

Ergebnisse FP2 Mugello MotoGP 2018

MotoGP Mugello FP2 - @www.motogp.com

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Text von Sebastian Fränzschky

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