Francesco Bagnaia - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Francesco Bagnaia strahlt laut Stefan Bradl „sehr viel Ruhe aus“

(Motorsport-Total.com) – Die MotoGP-Saison 2022 startet an diesem Wochenende mit dem Grand Prix von Katar in Losail.

Stefan Bradl ersetzte Marc Marquez bei den beiden Katar-Rennen im Vorjahr und pilotierte die Werks-Honda des Spaniers. In diesem Jahr ist Bradl nur als Beobachter dabei. Der Deutsche freut sich dennoch auf den Auftakt, den er als Experte für ServusTV begleiten wird.

In Ex-Champion Marc Marquez sieht Stefan Bradl den Topfavorit. „Marc Marquez reichen auch 90 Prozent, um Rennen zu gewinnen. Ich halte ihn immer noch für den besten Fahrer im Feld“, erklärt der Honda-Testpilot vor dem Saisonstart.

Doch im Gegensatz zur Vergangenheit wird es für Marquez kein Spaziergang. „Fabio Quartararo, ‚Pecco‘ Bagnaia und Marc Marquez werden sicher dabei sein. Auch Joan Mir halte ich für nach wie vor in der Lage, ein Wörtchen mitzureden. Dann gibt es noch Jack Miller, Franco Morbidelli, Pol Espargaro und viele andere, die sich in Lauerstellung halten“, nennt Bradl den Kreis der Topfahrer.

Fabio Quartararo verfügt „nicht über das beste Motorrad“
Yamaha-Pilot Fabio Quartararo geht als Titelverteidiger in die MotoGP-Saison 2022. „Er weiß, wie man sich die Rennen einteilt und über eine ganze Saison konstant fährt“, erkennt Bradl. „Vielleicht verfügt er nicht über das beste, aber ein solides Motorrad. Die Frage ist nur, wie er mit dem Druck des Titelverteidigers zurechtkommt.“

Ducati greift in der neuen Saison gleich mit acht Fahrern an und stellt damit einen Drittel des kompletten Feldes. „Ducati will nach zwei Hersteller-Weltmeisterschaften jetzt ganz klar den Fahrertitel gewinnen“, bemerkt Bradl, der in Werkspilot Francesco Bagnaia die Speerspitze der Italiener sieht.

„‚Pecco‘ hat den Speed und strahlt sehr viel Ruhe aus. Am Anfang der Saison eine Prognose abzugeben, ist aber sehr schwer. Es kann einfach so viel passieren“, weiß Bradl, der von 2012 bis 2016 Stammpilot in der MotoGP war.

Stefan Bradl sieht den Kalender mit 21 Rennen kritisch
KTM zählt nicht zu den absoluten Favoriten für den WM-Titel, dürfte aber erneut für Laufsiege gut sein. „Sie müssen Boden gutmachen und haben auch das Zeug, wieder regelmäßig aufs Podium zu fahren“, kommentiert Bradl. „Sie haben im Winter sicher heftig gearbeitet, man muss ihnen dennoch Zeit geben.“

Mit 21 Renn-Wochenenden ist die MotoGP-Saison 2022 die längste der Geschichte. Bradl sieht das kritisch: „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es mehr als ausreicht. Die Belastungen für Fahrer und Crews sind immens. Und auch wenn langsam wieder alles öffnet, wird uns Corona mit all seinen Beschränkungen auch dieses Jahr noch begleiten.“

Das erste Freie Training der MotoGP-Saison 2022 wird am Freitag um 15:50 Uhr (MEZ) gestartet.

Text von Sebastian Fränzschky

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