Maverick Vinales, Marc Marquez - © Michelin

© Michelin – Zwei Spanier drückten dem Test in Australien ihren Stempel auf

Die drei MotoGP-Testtage in Phillip Island (Australien) wurden von zwei Spaniern dominiert.

Maverick Vinales (Yamaha) und Marc Marquez (Honda) waren bei Qualifying-Simulationen und bei Longruns die Klasse im Feld.

Dieser Eindruck bestätigte sich auch am Freitag. Vinales markierte mit 1:28.549 Minuten die Bestzeit, Marquez war nur um 0,294 Sekunden langsamer.

Stark präsentierte sich auch Rookie Jonas Folger (Tech-3-Yamaha). Der Deutsche beendete den Test auf dem starken vierten Platz. Auch Jorge Lorenzo wurde mit der Ducati deutlich schneller und verringerte seinen Rückstand auf 0,8 Sekunden. Valentino Rossi verzichtete zum Abschluss auf eine fliegende Runde und beendete den Test auf dem elften Platz. Die Abstände im Feld waren gering, alle 22 Fahrer befanden sich in zwei Sekunden.

Wäre jetzt in Phillip Island das Rennen, dann würde es ein Duell Vinales gegen Marquez geben. Sie waren heute die einzigen Fahrer unter 1:29 Minuten. Und auch bei der Rennpace fuhren beide komfortable mittlere bis niedrige 1:29er-Zeiten, wobei Marquez, der am Freitag seinen 24. Geburtstag feierte, im Longrun einen leichten Vorteil gegenüber Vinales hatte. Der Yamaha-Neuling drehte heute 101 Runden und auch Marquez kam auf 96 Umläufe. Zum Vergleich fuhr Rossi nur 52 Runden.

Auch die Plätze drei für Dani Pedrosa, dem es gesundheitlich wieder besser ging, und Rang fünf für Cal Crutchlow zeigten, dass Honda auf dieser Strecke gut aufgestellt ist. Beim Katar-Test werden alle fünf Honda-Fahrer mit der neuesten Motorspezifikation aufgestellt sein. Yamaha probierte weiterhin beide Chassis aus. Rossi bestätigte bereits, dass er in Katar mit dem neuen Chassis weitermachen wird. Das soll vor allem die Reifen schonender behandeln, damit in der zweiten Rennhälfte mehr Grip zur Verfügung steht.

Jonas Folger beeindruckt weiter
Weiterhin beeindruckend war die Leistung von Folger. Der Deutsche fuhr 1:29.042 Minuten und lag nur eine knappe halbe Sekunde hinter der Spitze. Ein Ausrufezeichen setzte auch Alex Rins (Suzuki) auf Platz sechs, obwohl er am Nachmittag einmal stürzte. Den weiteren beiden Rookies fielen schnelle Zeiten schwieriger. Folgers Teamkollege Johann Zarco war an der 15. Stelle zu finden, Sam Lowes (Aprilia) war 21. und Vorletzter. Folgers guter Tag wurde nur durch einen kleinen Sturz am Nachmittag getrübt, er konnte später weiterfahren.

Die Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso und Lorenzo belegten die Plätze sieben und acht. Vor allem Lorenzo steigerte sich im Vergleich zu gestern um fast neun Zehntelsekunden und kam zumindest auf eine fliegende Runde an seinen Teamkollegen heran. Technisch gesehen hat Ducati die meisten Entscheidungen getroffen und wird zum Katar-Test mit der finalen Spezifikation reisen. Außerdem bestätigte Sportdirektor Paolo Ciabatti, dass man keine Winglet-Verkleidung sehen wird, sondern man die Saison mit einer konventionellen Version in Angriff nehmen wird.

Aprilia & Suzuki mit neuer Verkleidung zufrieden
Dagegen sammelte Suzuki heute wieder Daten mit der neuen Verkleidung. Es gilt die positiven und negativen Aspekte herauszufinden. „Wir müssen noch die Daten evaluieren, es hilft aber sicher gegen die Wheelies“, so Teammanager Davide Brivio. Nächste Woche wird Suzuki in Japan in einem Windkanal arbeiten. In Katar könnte eine andere Variante zu sehen sein. Andrea Iannone blieb heute als 13. vier Zehntelsekunden hinter Rins.

Und auch im Aprilia-Gresini-Team bestätigten sich mit der neuen Verkleidung positive Eindrücke. Aleix Espargaro hatte 0,8 Sekunden Rückstand und klassierte sich als Zehnter. Da Teamchef Romano Albesiano noch deutlichen Raum für Verbesserungen sieht – unter anderem beim Motor – fällt das Fazit positiv aus. Lowes fuhr bei diesem Test hauptsächlich mit dem 2016er-Motorrad. Mit guten Rundenzeiten konnte er sich nicht in Szene setzen. Zumindest stürzte der Brite am Freitag nicht.

KTM reduziert den Rückstand
Neueinsteiger KTM verlässt Phillip Island ebenfalls zufrieden, die Rundenzeiten waren mehr als achtbar. Pol Espargaro landete heute zwar nur auf Rang 16, aber sein Rückstand betrug nur 1,3 Sekunden. Und auch Bradley Smith, der ein etwas anderes Programm verfolgte, wurde deutlich schneller und kam an Espargaros Zeiten heran. Für beide geht es nun nach Österreich, wo am kommenden Montag (20. Februar) im neuen Motorsportzentrum in Munderfing die große KTM-Präsentation stattfindet.

Der dritte und letzte Wintertest findet vom 10. bis 12. März auf dem Losail Circuit in Katar statt.

Die Testzeiten aus Phillip Island (Freitag):
01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:28.549 Minuten (101 Runden)
02. Marc Marquez (Honda) +0,294 Sekunden (96)
03. Dani Pedrosa (Honda) +0,484 (65)
04. Jonas Folger (Tech-3-Yamaha) +0,493 (63)
05. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,552 (85)
06. Alex Rins (Suzuki) +0,554 (66)
07. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,699 (73)
08. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,793 (75)
09. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +0,809 (93)
10. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,812 (65)
11. Valentino Rossi (Yamaha) +0,921 (52)
12. Andrea Iannone (Suzuki) +0,998 (77)
13. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,066 (57)
14. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +1,121 (87)
15. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +1,242 (83)
16. Pol Espargaro (KTM) +1,308 (62)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1,428 (71)
18. Bradley Smith (KTM) +1,429 (73)
19. Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) +1,435 (74)
20. Scott Redding (Pramac-Ducati) +1,456 (74)
21. Sam Lowes (Aprilia) +1,651 (57)
22. Karel Abraham (Aspar-Ducati) +1,903 (61)

Text von Gerald Dirnbeck

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