Maverick Vinales - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Maverick Vinales hielt im Qualifying-Versuch seine Markenkollegen in Schach

(Motorsport-Total.com) – Yamaha auf den Plätzen eins, zwei und drei. So lautete die Reihenfolge am vorletzten MotoGP-Testtag auf dem Losail-Circuit in Katar.

Maverick Vinales sicherte sich mit 1:53.244 Minuten die Bestzeit. Knapp dahinter folgten Franco Morbidelli und Fabio Quartararo. Das Yamaha-Trio nahm in der letzten halben Stunde eine Qualifying-Simulation in Angriff.

Neben Yamaha mischte wieder Ducati im Spitzenfeld mit. Am Donnerstag war es Francesco Bagnaia, der die viertschnellste Zeit fuhr. Mit Platz fünf setzte Aprilia-Speerspitze Aleix Espargaro seine bislang positive Vorstellung fort. Valentino Rossi (Petronas-Yamaha) meldete sich als Achter in den Top 10.

Bei Yamaha lag der Fokus auf dem neuen Chassis und der neuen Aerodynamik. Optisch stach einerseits die Verkleidung mit etwas anders geformten Winglets ins Auge, andererseits der Kotflügel.

Auf der Oberseite wurde eine Öffnung in den Kotflügel geschnitten, wo die Oberseite des Vorderreifens herausragt. Zudem gibt es bei der Vorderbremse ein neues Element, eine Art Abdeckung der vorderen Bremsscheibe für das Temperaturmanagement.

Mit dem 2021er-Chassis soll das Turning etwas besser sein als noch im Vorjahr. Sowohl Rossi als auch Quartararo konzentrierten sich verstärkt auf die neue Version. Quartararo feilte damit schon am allgemeinen Set-up.

Vinales führte noch Vergleiche zwischen dem 2021er-Chassis und 2020 durch. Erst zehn Minuten vor Ablauf der Zeit startete der Spanier seine erfolgreiche Qualifying-Simulation. Auch Starts wurden wieder geübt, denn Yamaha kann mit ihrem System nur das Hinterrad stauchen.

Honda: Alex Marquez verletzt sich bei Highsider
Gestern musste Stefan Bradl den Tag nach einem Sturz vorzeitig beenden, da er leichte Schmerzen verspürte. Heute stieg der Deutsche wieder auf seiner Honda und setzte das Programm fort. Unter anderem kam wieder eine neue Verkleidung mit deutlich größeren Winglets zum Einsatz.

Sein Teamkollege Pol Espargaro verzeichnete am Donnerstag seinen ersten Sturz mit der RC213V. Bisher meinte der Spanier, dass er noch nicht genau weiß, wie stark er mit dem Vorderrad ans Limit gehen kann. Der Sturz passierte in Kurve 1 – dem härtesten Bremspunkt von rund 350 km/h.

Im Honda-Lager gab es bisher den meisten Schrott im LCR-Team. Alex Marquez erwischte es auch heute. Der Spanier flog am Ausgang von Kurve 9 per Highsider ab. Das sorgte kurzfristig für eine rote Flagge. Iker Lecuona (Tech 3) nahm ihn mit zurück an die Box.

Innerhalb von vier Tagen war es bereits der fünfte Sturz von Marquez. Nach Checks im Medical Center bestätigte sein Team, dass sich der Spanier im rechten Fuß einen zwei Millimeter großen Riss im vierten Mittelfußknochen zugezogen hat. Ob Marquez am Freitag fahren kann, ist offen.

Bradl ging heute ebenfalls zu Boden. Im Klassement war Pol Espargaro als Zehnter der beste Honda-Vertreter. Bradl folgte an der 13. Stelle. Alex Marquez und Takaaki Nakagami waren auch außerhalb der Top 10 zu finden.

Ducati: Jack Miller konzentriert sich auf Rennsimulation
Bei den Ducati-Teams waren wieder verschiedene Verkleidungsvarianten im Einsatz. Bagnaia konzentrierte sich mechanisch auf zwei verschiedene Set-ups, um die Vor- und Nachteile herauszufinden. Ein Set-up sorgt für mehr Stabilität der Desmosedici, das andere für mehr Agilität.

Bagnaia fuhr mit der neuen Verkleidung eine Rennsimulation. Schließlich simulierte er auch ein Qualifying. Sein Teamkollege Jack Miller verzichtete auf eine fliegende Runde und absolvierte einen Longrun. Deshalb war Johann Zarco als Neunter der zweitbeste Ducati-Vertreter.

Rookie Jorge Martin hatte in Kurve 15 einen Sturz. Der Spanier fuhr ebenfalls seinen ersten Longrun und zeigte sich zufrieden. Martin meinte, dass er im Rennen um die Top 10 kämpfen könnte. Er war am Donnerstag auch knapp schneller als Enea Bastianini und somit der beste Rookie.

Suzuki steigert sich von Tag zu Tag
Mittlerweile haben auch Weltmeister Mir und Rins den Suzuki-Motor für 2022 getestet, um ihr Feedback den Ingenieuren zu vermitteln. Ansonsten stand wieder Detailarbeit beim Set-up mit dem neuen Chassis und der neuen Schwinge auf dem Programm, um das beste Gesamtpaket zu finden.

Dabei gelangen wieder Fortschritte, denn von Tag zu Tag rücken beide im Klassement nach vor. Heute belegten Mir und Rins die Plätze sechs und sieben. Suzuki hatte auch wieder die Testfahrer Sylvain Guintoli und Takuya Tsuda auf der Strecke.

Aprilia deutlich vor KTM
An allen Testtagen mischte Aleix Espargaro im Spitzenfeld mit. Über eine Runde ist die neue RS-GP konkurrenzfähig. Die Rennpace ist noch ein Fragezeichen. Außerdem gab es immer wieder kleine technische Probleme.

Heute arbeitete der Spanier an der Geometrie, um eine bessere Konstanz mit gebrauchten Reifen zu erzielen. Allerdings stürzte Espargaro. Weil das Motorrad beschädigt war, konnte er die Rennsimulation nicht plangemäß fahren. Auch Teamkollege Lorenzo Savadori hatte heute einen Sturz.

Bisher präsentierte sich Aprilia stärker als KTM. Auch am Donnerstag war kein Fahrer der österreichischen Marke in den Top 10 zu finden. Brad Binder, der heute ausnahmsweise nicht stürzte, hatte 1,4 Sekunden Rückstand. Das bedeutete Platz 16.

Miguel Oliveira folgte als 18. und Danilo Petrucci als 19. Nach dem Vortag meinte Oliveira, dass er sich Sorgen machen würde, wenn am nächsten Tag das Rennen auf dem Programm stehen würde. Noch bleibt KTM aber Zeit. KTM-Neuling Petrucci setzte seine tägliche Steigerung fort.

Testfahrer Dani Pedrosa fuhr bei seinem Motorrad mit der neuen Schwinge und der neuen Auspuffführung, die unter dem Sitz zum Heck hin verläuft. Ansonsten kümmerte sich KTM wieder um die Abstimmung und um Tests mit der Aerodynamik. Der großgewachsene Petrucci hat in dieser Woche ein neues Windschild zur Verfügung.

Am Freitag findet der letzte Testtag vor dem ersten Grand Prix des Jahres 2021 statt. Bei den meisten Fahrern werden Rennsimulationen auf dem Programm stehen.

Ergebnis MotoGP-Test in Losail (Donnerstag):
01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:53.244 Minuten (58 Runden)
02. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) +0,079 Sekunden (62)
03. Fabio Quartararo (Yamaha) +0,154 (52)
04. Francesco Bagnaia (Ducati) +0,200 (53)
05. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) +0,396 (56)
06. Joan Mir (Suzuki) +0,583 (37)
07. Alex Rins (Suzuki) +0,616 (44)
08. Valentino Rossi (Petronas-Yamaha) +0,749 (52)
09. Johann Zarco (Pramac-Ducati) +0,812 (71)
10. Pol Espargaro (Honda) +0,859 (65)
11. Jack Miller (Ducati) +1,103 (58)
12. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,104 (52)
13. Stefan Bradl (Honda) +1,183 (45)
14. Jorge Martin (Pramac-Ducati) +1,239 (42)
15. Enea Bastianini (Esponsorama-Ducati) +1,261 (38)
16. Brad Binder (KTM) +1,447 (56)
17. Alex Marquez (LCR-Honda) +1,448 (36)
18. Miguel Oliveira (KTM) +1,491 (48)
19. Danilo Petrucci (Tech-3-KTM) +1,651 (49)
20. Luca Marini (Esponsorama-Ducati) +1,778 (53)
21. Yamaha-Testfahrer 1 (Yamaha) +1,836 (40)
22. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) +1,951 (40)
23. Lorenzo Savadori (Gresini-Aprilia) +2,510 (40)
24. Yamaha-Testfahrer 3 (Yamaha) +2,587 (12)
25. Sylvain Guintoli (Suzuki) +2,762 (57)
26. Dani Pedrosa (KTM) +3,462 (29)
27. Michele Pirro (Ducati) +3,488 (24)
28. Yamaha-Testfahrer 2 (Yamaha) +4,165 (53)
29. Takuya Tsuda (Suzuki) +5,193 (24)

Text von Gerald Dirnbeck

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