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© GP-Fever.de – Alex Rins fuhr kurz vor Testende die schnellste Runde

(Motorsport-Total.com) – Von Samstag bis Montag (22.-24. Februar) findet auf dem Losail-Circuit in Doha (Katar) der letzte Vorbereitungstest vor dem MotoGP-Saisonauftakt am 8. März an gleicher Stelle statt.

Am ersten Tag stellte Suzuki-Fahrer Alex Rins mit 1:54.462 Minuten die Bestzeit auf. Zum Vergleich fehlte damit etwas mehr als eine Sekunde auf die Pole-Position-Zeit des Vorjahres.

Die Strecke steht den Teams an allen drei Tagen von 13:00 bis 20:00 Uhr Ortszeit (11:00 – 18:00 Uhr MEZ) zur Verfügung. Allerdings nutzte niemand die komplette Zeit aus, denn zu Mittag warteten alle lange an der Box, bis am späten Nachmittag die Temperaturen sanken und die Sonne unterging, damit die Bedingungen für das Nachtrennen repräsentativ waren.

In Sepang arbeitete Suzuki mit einem neuen Aluminium-Chassis. Interessanterweise rückte Joan Mir heute mit einem Alu-Rahmen aus, der wieder Carbon-Verstärkungen aufwies, denn vom Sepang-Chassis existiert noch keine zweite Version. In Japan wird gearbeitet, um genug neue Chassis für das erste Rennen fertig zu haben.

Teamkollege Rins wartete, bis es dunkel wurde und fuhr erst für die letzten drei Stunden auf die Strecke. Wenige Minuten vor Testende ging Rins noch einmal auf die Piste und fuhr die schnellste Runde des Tages. Der Spanier war damit noch um 0,002 Sekunden schneller als Teamkollege Mir. Suzuki war mit beiden Fahrern an der Spitze.

Ducati kann das Heck absenken
Ducati hat als erster Hersteller das sogenannte „Holeshot-Device“ für den Start optimiert. Nun verfolgen die italienischen Ingenieure einen weiteren Ansatz. Man versucht auch während der Runde mit diesem System das Heck abzusenken. Der Fahrer kann dieses mechanische System mit einem Schalter am linken Lenkergriff aktivieren und deaktivieren.

Bisher wurde das Holeshot-Device bei Ducati mit einem Drehverschluss aktiviert, der sich in der Mitte der Gabelbrücke befindet. Dort ist er auch weiterhin zu finden. Das funktioniert natürlich für den Start, aber nicht im Fahrbetrieb. Jack Miller fuhr mit diesem weiterentwickelten System bereits die letzten Rennen 2019.

Beim Sepang-Test soll Danilo Petrucci damit gearbeitet haben und nun in Katar auch Andrea Dovizioso. Ducati hält sich bezüglich der neuen Funktionsweise des Systems bisher bedeckt. Außerdem wurde im Werksteam ein neuer Auspuff und eine andere Hinterradschwinge ausprobiert. Dovizioso hatte in Kurve 8 einen Sturz. Bester Ducati-Fahrer war am Samstag Petrucci als Vierter.

Keine wesentlichen Neuerungen bei Yamaha
Apropos Holeshot-Device. Auch bei Yamaha waren die Motorräder von Maverick Vinales und Valentino Rossi mit einer eigenen Variante für bessere Starts ausgerüstet. Im Vergleich zu Ducati ist diese Vorrichtung bei Yamaha noch neu und befindet sich im Testbetrieb. Andere neue Teile gibt es bei Yamaha nicht. Man will das Paket von Sepang auf einer anderen Strecke bestätigen.

Vinales setzte seine gute Form fort und musste sich am Ende nur knapp dem Suzuki-Duo geschlagen geben. Franco Morbidelli folgte im Tagesergebnis an der fünften Stelle. Als einziger Yamaha-Fahrer testete Morbidelli die Carbon-Schwinge. Valentino Rossi beendete den Tag als Siebter und Fabio Quartararo als Achter. Yamaha war somit geschlossen im Spitzenfeld.

Zwei Stürze von Alex Marquez
Im Honda-Werksteam standen wie in Sepang die Fahrer im Fokus. Auf der einen Seite war die Kraft in der Schulter bei Weltmeister Marc Marquez ein Thema. Am Samstag drehte der Weltmeister insgesamt 42 Runden und belegte den sechsten Platz. Mehr Testarbeit für Honda hatte wieder Cal Crutchlow zu erledigen, der keine schnelle Runde zeigte.

Auf der anderen Seite hatte Alex Marquez gleich zwei Stürze. Er blieb dabei aber unverletzt. Für den Moto2-Weltmeister geht es in Katar hauptsächlich darum, das Set-up für ihn zu optimieren, da er bisher mit Basisabstimmungen der anderen Honda-Fahrer gearbeitet hat. Als. 21. betrug der Zeitrückstand des MotoGP-Rookies zwei Sekunden.

KTM setzte ebenfalls das Programm von Sepang fort und arbeitete am Gesamtpaket für das erste Rennen. Man hatte auch wieder verschiedene Chassis im Gepäck. Pol Espargaro landete mit einer knappen Sekunde Rückstand an der 14. Stelle. Die jungen Fahrer Brad Binder, Miguel Oliveira und Iker Lecuona waren um etwa 0,2 Sekunden langsamer.

Aprilia wieder in den Top 10
Bei Aprilia war neben Aleix Espargaro Testfahrer Bradley Smith im Einsatz, der beim ersten Rennen in zwei Wochen höchstwahrscheinlich den gesperrten Andrea Iannone vertreten wird. Espargaro zeigte erneut das Potenzial der neuen RS-GP auf. Der Spanier fuhr die zehntschnellste Zeit und hatte 0,8 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Keines der Werksteams schickte einen ihrer Testfahrer auf die Strecke, wenn man von Iannone-Ersatz Smith absieht. Der Test in Katar dient in erster Linie darum, das technische Paket, das in Sepang geschnürt wurde, auf einer anderen Strecke zu checken und das Set-up für den ersten Grand Prix des Jahres zu optimieren.

Auch Michelin nutzt diesen Test, um sich final für das erste Rennen des Jahres vorzubereiten. Am 8. März wird das Rennen im Vergleich zum Vorjahr um zwei Stunden früher gestartet, nämlich um 18:00 Uhr Ortszeit (16:00 Uhr MEZ). Das Reifenkontingent besteht aus einer weichen und mittleren Mischung beim Vorderreifen. Hinten stehen weich, mittel und hart zur Auswahl.

Außerdem gibt es zwei harte Vorderreifen für alle Teams und einen asymmetrischen Vorderreifen, der nur den Werksteams zur Verfügung steht. Anhand der Ergebnisse dieses dreitägigen Tests wird einer dieser Reifen auch am Rennwochenende bereit stehen. Der Testreifen für 2021, der zuletzt in Sepang ausprobiert wurde, kommt erst wieder bei den Tests in Jerez, Barcelona und Misano zum Einsatz.

Der Test in Katar wird am Sonntag und Montag fortgesetzt.

Die Testzeiten aus Katar (Samstag):
01. Alex Rins (Suzuki) – 1:54.462 Minuten (47)
02. Joan Mir (Suzuki) +0,002 Sekunden (54)
03. Maverick Vinales (Yamaha) +0,032 (50)
04. Danilo Petrucci (Ducati) +0,172 (41)
05. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) +0,238 (57)
06. Marc Marquez (Honda) +0,361 (42)
07. Valentino Rossi (Yamaha) +0,414 (51)
08. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) +0,612 (56)
09. Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) +0,742 (56)
10. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) +0,806 (41)
11. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,846 (43)
12. Johann Zarco (Avintia-Ducati) +0,898 (63)
13. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,968 (51)
14. Pol Espargaro (KTM) +0,987 (43)
15. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,165 (41)
16. Brad Binder (KTM) +1,182 (53)
17. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +1,245 (60)
18. Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) +1,275 (42)
19. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +1,295 (50)
20. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) +1,673 (47)
21. Alex Marquez (Honda) +2,090 (57)
22. Bradley Smith (Gresini-Aprilia) +2,565 (54)

Text von Gerald Dirnbeck

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