Valentino Rossi - © Yamaha Motor Racing Srl

© Yamaha Motor Racing Srl – Valentino Rossi hofft, sich bis zum Auftaktrennen in Katar noch steigern zu können

Noch am Samstag hatte sich Valentino Rossi bei Yamaha beinahe überschwänglich bedankt. Auf einmal schien der Knoten geplatzt zu sein.

Das Gefühl für sein Motorrad war wieder da – als Resultat eines Sturzes, in dessen Folge Rossi auf sein Zweitbike umstieg, mit dessen Setting er besser zurechtkam und Tageszweiter wurde. Am letzten Testtag der MotoGP in Katar folgte jedoch die Ernüchterung.

Rossi kam nicht wirklich in Fahrt, konnte sich im Vergleich zu Samstag nicht steigern und wurde mit einer Bestzeit von 1:55.185 Minuten nur Elfter. „Heute war es schwieriger im Vergleich zu gestern. Wir sind mit demselben Bike auf die Strecke, aber unglücklicherweise hatte ich nicht das gleiche Gefühl und auch nicht den Speed von gestern“, zieht der Italiener ein enttäuschtes Fazit.

„Die Bedingungen waren etwas anders und wir konnten uns nicht verbessern. Ich war langsamer und musste mich dennoch mehr anstrengen“, erklärt er weiter. Wegen der Probleme für Rossi auch keine Longruns, also mehr als zehn Runden am Stück. Aus einen Sorgen macht er keinen Hehl: „Ich glaube, wir sind noch nicht 100-prozentig bereit, denn wir sind nicht in der Lage, das Motorrad zu verstehen und es ans Maximum zu bringen.“

Rossi über Vinales: „Motorrad besser verstanden“
Zwar habe es ein paar schnelle Runden wie jene am Samstag gegeben. Sie brachte Rossi immerhin den sechsten Platz im Gesamtklassement des Katar-Tests ein. Dennoch seien die Wintertests in Sepang, auf Phillip Island und zuletzt insgesamt eher schwierig gewesen. „Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und versuchen, uns für das erste Rennen zu steigern. Ich hoffe, dort schneller und konkurrenzfähiger zu sein“, sagt Rossi.

Mut macht ihm dabei auch die Performance von Teamkollege Maverick Vinales, der den Katar-Test als Gesamtschnellster abschloss und mit guten Longruns beeindruckte. „Das Bike hat gutes Potenzial, denn Vinales ist sehr schnell“, erkennt auch Rossi, „aber ich denke, er und sein Team haben es in kurzer Zeit besser verstanden, das Maximum aus dem Motorrad herauszuholen. Wir hinken diesbezüglich hinterher.“

Teamdirektor Massimo Meregalli zeigt sich jedoch optimistisch, dass Rossi sich steigern wird: „Seine Ingenieure werden genau analysieren, was im Vergleich zu heute gestern besser funktioniert hat und was nicht.“ Bei Vinales stehen die Zeichen hingegen schon jetzt auf Angriff: „Maverick war an allen drei Tagen schnell, und das sowohl auf eine Runde als auch in der Rennsimulation. Das gibt uns viel Selbstvertrauen“, lobt Meregalli.

Vinales selbst schwärmt: „Ich bin sehr glücklich, wir haben mit dem Bike einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Ich fühle mich wohl, auch die Rennpace sieht gut aus.“ Doch der Spanier sieht auch Luft nach oben, etwa bei der Elektronik. „Wir sind mit Sicherheit noch nicht am Limit des Motorrads angekommen, es geht noch ein Stückchen weiter. Wenn wir uns im Rennen so gut wie im Test schlagen, können wir gewinnen.“

Die Testzeiten aus Qatar (Sonntag)

01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:54.330 Minuten (60 Runden)
02. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,071 Sekunden (43)
03. Dani Pedrosa (Honda) +0,139 (50)
04. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,189 (53)
05. Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) +0,384 (65)
06. Scott Redding (Pramac-Ducati) + 0,420 (62)
07. Jonas Folger (Tech-3-Yamaha) +0,477 (53)
08. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,491 (70)
09. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,570 (52)
10. Marc Marquez (Honda) +0,660 (47)
11. Valentino Rossi (Yamaha) +0,855 (54)
12. Andrea Iannone (Suzuki) +0,954 (54)
13. Karel Abraham (Aspar-Ducati) +1.003 (39)
14. Alex Rins (Suzuki) +1.032 (64)
15. Aleix Espargaro (Aprilia) +1.121 (33)
16. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +1.125 (69)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1.209 (36)
18. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1.226 (44)
19. Sam Lowes (Aprilia) +1.837 (36)
20. Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +1.964 (52)
21. Bradley Smith (KTM) +2.021 (56)
22. Pol Espargaro (KTM) +2.141 (51)
23. Mika Kallio (KTM) +2,561 (45)

Text von Juliane Ziegengeist & Sven Haidinger

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