Joan Mir - © Repsol Media

© Repsol Media – Joan Mir bei seinem ersten Auftritt in den Farben von Repsol-Honda

(Motorsport-Total.com) – Es ist der prominenteste Fahrerwechsel im Hinblick auf die MotoGP-Saison 2023.

Die Rede ist von Joan Mir und seinem Wechsel von Suzuki zu Honda. Im Honda-Werksteam, das auch in der bevorstehenden Saison wieder vom spanischen Mineralölkonzern Repsol gesponsert wird, ist Mir der neue Teamkollege von Marc Marquez.

Mir und Marquez haben zusammengerechnet sieben MotoGP-Titel eingefahren, wobei sechs davon auf das Konto von Marquez gehen. Mirs Titelgewinn gelang in der Saison 2020 mit Suzuki. Den Wechsel zu Honda sieht der Mallorquiner als „zweites Kapitel“ seiner Karriere.

Dass Mir mit der diffizilen Honda RC213V, die zuletzt sogar Marquez erhebliche Schwierigkeiten bereitete, nicht von Beginn an um Rennsiege mitfahren wird, ist ihm klar. Dennoch freut er sich auf die Herausforderung.

„Gänsehaut“ angesichts von Hondas Erfolgsgeschichte
Seinen Einstand in den berühmten Farben von Repsol-Honda hat Mir in dieser Woche in Form eines Fotoshootings mitsamt Interview gegeben. Bei dieser Gelegenheit durfte sich der ehemalige Suzuki-Pilot auch erstmals öffentlich zu seinen ersten Runden auf der Honda äußern. Die hat er zwar schon am 8. November beim Valencia-Test zurückgelegt. Damals aber durfte Mir aufgrund seines bis 31. Dezember gültigen Suzuki-Vertrags noch nichts sagen.

„Meine ersten Eindrücke vom Repsol Honda Team waren wirklich gut“, sagt Mir nun und spricht von einer „riesigen Herausforderung, beim erfolgreichsten Team der Geschichte anzudocken“. Abgesehen von Teamkollege Marc Marquez mit seinen sechs WM-Titeln (2013, 2014, 2016, 2017, 2018, 2019) haben es zuvor schon Mick Doohan (1995, 1996, 1997, 1998), Alex Criville (1999), Valentino Rossi (2002, 2003) und Nicky Hayden (2006) in Diensten von Repsol-Honda zum Weltmeisterehren in der Königsklasse gebracht.

„Wenn man sich die Geschichte dieses Teams vor Augen führt, bekommt man Gänsehaut“, sagt Mir und fügt hinzu: „Jetzt selber Teil dieser großartigen Geschichte zu sein, empfinde ich mit großem Stolz. Ich freue mich darauf, die Erwartungen zu erfüllen.“ Übrigens: Mick Doohans erster 500er-Titel (1994) kam zwar ebenfalls im Honda-Werksteam zustande. Dieses wurde damals aber noch nicht von Repsol gesponsert.

Von Siegen spricht Mir noch nicht direkt
Was hat Mir nun, da das Jahr 2023 begonnen hat, zu seinem ersten Honda-Test vom 8. November 2022 in Valencia zu sagen? „Wenn man aus einem anderen Team kommt, muss man sich natürlich erst einmal an die Leute und die Arbeitsweise gewöhnen. Ich muss sagen, dass es ganz anders ist als ich es gewohnt war, aber es gefällt mir. Die Box ist voller Menschen. Das mag ich. Der Test an sich lief gut. Vom Gefühl her war es so wie am ersten Tag, den man nach den Ferien wieder in der Schule verbringt.“

Angesprochen auf das, was er als Honda-Pilot erreichen will, ist Mir bemüht, sich nicht zu früh zu hohe Ziele zu setzen: „Wir müssen realistisch sein. Ich komme in einer schwierigen Phase [ins Team]. Der Schlüssel bei den ersten Rennen wird es sein, Vertrauen und Speed aufzubauen. Ab Mitte der Saison sollten dann Platzierungen in der Nähe des Podiums das Ziel sein.“

„Große Aufgabe“ als Teamkollege von Marc Marquez
Genau wie in seinen bisherigen vier MotoGP-Saisons, die er allesamt für Suzuki bestritten hat, tritt Mir auch nach seinem Wechsel zu Honda mit der Startnummer 36 an. Die ist in der Honda-Box ab sofort direkt neben der #93 von Marc Marquez zu finden. Wie sind Mirs erste Eindrücke von Marquez als Teamkollege?

„Die Box mit Marc zu teilen, das ist wirklich eine Aufgabe, denn er ist im Feld der beste Fahrer und derjenige mit den meisten WM-Titeln“, sagt der Honda-Neuzugang und führt an: „Das ist etwas, was einerseits gut sein kann, andererseits vielleicht auch schwierig. Ich kann Daten mit ihm austauschen und aus nächster Nähe von ihm lernen kann. Wenn ich aber selber nicht die Leistung bringe, die ich mir vornehme, dann ist der Fahrer auf der anderen Seite der Box eine richtig harte Nuss.“

Und so sagt der MotoGP-Weltmeister von 2020 vor seiner ersten Saison in Diensten von Honda: „Ich betrachte diese Phase gewissermaßen als zweites Kapitel. Es ist eine Zeit, in der alles richtig gut oder richtig schlecht laufen kann. Fest steht, dass es mein großer Wunsch war, für dieses Team zu fahren.“

„Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg und können gemeinsam großartige Dinge erreichen. Ich kann mir vorstellen, dass die erste Saisonhälfte womöglich ein bisschen kompliziert wird. Ich glaube aber fest daran, dass der Punkt kommen wird, ab dem wir das Ganze genießen können“, so Mir.

Text von Mario Fritzsche, Co-Autor: German Garcia Casanova

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