SBK-Kawasaki 2018 - © Kawasaki

© Kawasaki – Weiterhin der große Favorit:
Die 2018er-Kawasaki ist trotz Drehzahllimit schnell

Die beiden ersten WSBK-Vorsaisontests haben bestätigt, was sich bereits bei den Tests im November 2017 andeutete: Kawasaki ist und bleibt der Maßstab in der Superbike-WM.

Obwohl die ZX-10RR durch das neue Drehzahllimit mehr als 1.000 Umdrehungen verlor, scheinen Jonathan Rea und Tom Sykes nicht langsamer geworden zu sein. Im Gegenteil: Durch die neue Motorcharakteristik beschleunigt die Kawasaki besser aus den Kurven heraus.

„Kawasaki hat sehr gut auf die neuen Regeln reagiert. Vermutlich haben sie zu gut darauf reagiert“, scherzt Werkspilot Sykes. „Uns fehlte in einem bestimmten Drehzahlbereich immer etwas Leistung. Doch durch die Änderungen haben wir die Drehmomentkurve verschoben. Deshalb kommen wir vermutlich besser aus den Kurven als in der Vergangenheit.“

„Wir mussten sehr viel Drehzahl opfern. Doch Kawasaki hat sehr gute Arbeit geleistet“, lobt der Brite die Arbeit der Ingenieure. Der Dorna dürfte diese Nachricht nicht gefallen. „Auf keinen Fall!“, kommentiert Sykes. „Ich bin gespannt, was die anderen Hersteller meinen. Ich denke, es gibt auch andere Hersteller, die gute Arbeit leisten“, grübelt er. Sollte Kawasaki der Konkurrenz erneut um die Ohren fahren, dann hat die Dorna noch einen Joker: Im Laufe der Saison können die Drehzahlen der Hersteller in 250er-Schritten weiter heruntergeregelt werden. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese Regel aus sportlicher Sicht einen Beigeschmack hat.

Hat die Dorna den falschen Weg eingeschlagen?

Sykes war stets ein Gegner der immer strenger werdenden Regeln. „Ich würde mir wünschen, dass die Regeln offener sind, so wie es vor ein paar Jahren der Fall war. Damals kämpften die Fahrer der unterschiedlichen Hersteller gegeneinander. Wenn die Regeln seriennäher werden, dann führt das dazu, dass bestimmte Hersteller mehr als andere herausstechen“, begründet der Brite.

Dieser Meinung schließen sich viele Fahrer an, die bereits andere Zeiten erlebt haben. Im Vorjahr machten Kawasaki und Ducati alle 26 Laufsiege untereinander aus. Nur vier verschiedene Fahrer waren siegfähig. Ducati-Pilot Marco Melandri war einer von ihnen, dennoch betont der Italiener immer wieder, dass das aktuelle Reglement für die vorherrschende Monotonie verantwortlich ist.

Zu wenige siegfähige Hersteller in der WSBK
„Die offenen Regeln waren fantastisch“, bestätigt Sykes, der seit 2009 Stammpilot in der WSBK ist. „Doch aus irgendeinem Grund versucht jemand innerhalb der Meisterschaft das Rad neu zu erfinden. Man sollte nicht etwas reparieren, das nicht kaputt ist. Die Superbike-WM war fantastisch.“

Sykes ist auch einer der Fahrer, die gegen die für 2019 angekündigte Einheits-Elektronik stimmen: „Ja, die Regeln sind viel zu inkonstant. Ich möchte mich aber nicht einmischen. Ich denke, es ist besser, wenn ich mich da raushalte. Ich denke aber, dass wir freizügigere Regeln haben sollten wie vor einigen Jahren. Honda und Suzuki konnten Änderungen vornehmen, die sie dorthin brachten, wo sie sein sollen. Die Rennen waren viel besser. Es gab viel mehr Hersteller, die ums Podium kämpfen konnten“, erinnert sich der Weltmeister von 2013.

Mit der immer serienähnlicheren Charakteristik der Motorräder hatte Sykes zu Beginn Probleme. „Ich würde sagen, mein Stil gleicht eher einem rennorientierten Stil. Leider haben die Änderungen in der Superbike-WM dafür gesorgt, dass es immer mehr in Richtung Serie geht. Das passt nicht zu meinem Stil. Doch ich denke, dass wir jetzt dank der Hilfe von Kawasaki und Showa diese Limitierungen umgehen können“, blickt er hoffnungsvoll auf die bevorstehende Saison.

Text von Sebastian Fränzschky & Lewis Duncan

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