Andrea Iannone - © Suzuki

© Suzuki – Andrea Iannone kommt mit seiner Suzuki GSX-RR bestens zurecht

Der zweite Testtag in Malaysia wurde von den Fahrern sehr intensiv genutzt, um weitere Erfahrungen und Informationen mit den 2017er-Maschinen zu sammeln. Zu Beginn des Tages war der Kurs wie angekündigt nass.

Nach vier Stunden Testzeit hatten gerade einmal fünf Fahrer gezeitete Runden absolviert. Doch als der Kurs mit der Zeit immer mehr abtrocknete, wurde es auf dem Sepang International Circuit laut. In den finalen Minuten purzelten die Zeiten. Suzuki-Pilot Andrea Iannone unterbot Casey Stoners Montags-Bestzeit und schob sich an die Spitze der Wertung.

Die Führung wechselte am Dienstag mehrfach. Als der Kurs vier Stunden vor Testende langsam abtrocknete, setzte Aspar-Ducati-Pilot Alvaro Bautista mit 2:01.673 Minuten die erste Benchmark. Später schoben sich Johann Zarco (Tech-3-Yamaha), Marc Marquez (Honda) und Maverick Vinales (Yamaha) an die Spitze, bevor Iannone mit seiner Suzuki GSX-RR die bisher schnellste Runde des Tests fuhr. Die Uhr blieb bei 1:59.452 Minuten stehen. Damit war der ehemalige Ducati-Pilot mehr als zwei Zehntelsekunden schneller als Casey Stoner am ersten Testtag.

„Andrea probiert den neuen Motor aus. Der neue Motor scheint ein Fortschritt zu sein, ihm gefällt das Gefühl besser. Die Beschleunigung scheint besser zu sein. Es ist aber noch zu früh zu sagen, wir müssen noch Vergleichstests machen“, berichtet Suzuki-Teammanager Davide Brivio, der die Zeiten nicht überbewerten möchte: „Es ist schön, dass wir vorne dabei sind, aber wir müssen noch viel evaluieren. Den neuen Motor, das Verhalten der Reifen nach ein paar Runden. Generell sind die Anzeichen gut.“

Yamaha mit innenliegenden Winglets
Ebenfalls gut unterwegs waren die beiden Yamaha-Werkspiloten, die in den finalen Minuten einen vielversprechenden Longrun absolvierten und konstant gute Rundenzeiten fuhren. Neuzugang Maverick Vinales setzte sich bei seinem finalen Stint auf Position zwei der Tageswertung und ließ erneut Teamkollege Valentino Rossi hinter sich. Vinales hatte 0,407 Sekunden Rückstand auf Iannone und war etwa vier Zehntelsekunden schneller als Rossi auf der vierten Position.

Yamaha zog das Interesse auf, indem sie eine Verkleidung mit innenliegenden Winglets verwendeten. Dazu wollten sich die Yamaha-Verantwortlichen aber nicht äußern. „Der Test läuft sehr gut. Wir hatten genau wie gestern keinerlei Probleme“, berichtet Teamdirektor Massimo Meregalli. „Wir arbeiten jetzt immer für die zweite Rennhälfte.“ In der vergangenen Saison hatten die Yamaha-Piloten im finalen Renndrittel oft Probleme mit abbauenden Hinterreifen. Dieses Problem soll beim Sepang-Test gelöst werden.

Erfreulich war aus Yamaha-Sicht die Performance der beiden Tech-3-Piloten. Sowohl Johann Zarco als auch Jonas Folger behaupteten sich konstant in den Top 10. Zarco führte die Wertung teilweise an, als der Kurs noch feuchte Stellen hatte. Am Ende landete der Franzose auf der fünften Position und verlor weniger als eine Zehntelsekunde auf Rossi. Folger beendete den zweiten Tag auf der neunten Position und lag eineinhalb Zehntelsekunden hinter Zarco zurück.

Ducati fehlt am Dienstag eine Sekunde
Ducati setzte sich am zweiten Tag nicht so gut in Szene wie beim Auftakt. Die beiden Werkspiloten landeten auf den Position sieben und acht. Andrea Dovizioso war minimal schneller als Jorge Lorenzo. Zur Spitze fehlte den Ducati-Piloten etwa eine Sekunde. Etwas besser kamen Alvaro Bautista und Hector Barbera zurecht, die ihre 2016er-Ducatis auf die Positionen drei und sechs brachten.

„Wir sind zufrieden, leider haben wir die Hälfte des Tages verloren. Nach 14:00 Uhr konnten wir viele Runden fahren und die Arbeit war positiv“, erklärt Sportdirektor Paolo Ciabatti, der die privaten Ducati-Piloten lobt: „Bautista ist stark dabei, das ist mit dem 2016er-Bike interessant. Auch bei Jorge läuft es besser. Ich denke, es ist ein positiver Tag. Bei Jorge arbeiten wir an der Abstimmung und der Ergonomie. Er fühlt sich wohler als gestern.“

Schnelle Runden mit dem weichen Hinterreifen waren Ducati nicht besonders wichtig: „Wir müssen beim ersten Rennen bereit sein. Bis dahin müssen wir die Streckenzeit so gut wie möglich nutzen, um Informationen zu sammeln und die Entwicklung voranzutreiben“, betont Ciabatti.

Honda noch nicht auf WM-Niveau
Weltmeister Marc Marquez erlebte einen weiteren durchwachsenen Testtag. Der Honda-Werkspilot landete am Dienstag auf der zehnten Position und hatte 1,079 Sekunden Rückstand. Marquez absolvierte nur 33 Runden. Zweieinhalb Stunden vor Testende rollte der Titelverteidiger mit einem Elektronikdefekt aus, konnte später aber noch einmal fahren.

Honda bedauerte, dass das Wetter nur vier Stunden Testbetrieb genehmigte. „Es ist natürlich schade, weil es ein wichtiger Test ist“, kommentiert Teammanager Livio Suppo. Die HRC-Crew arbeitet fieberhaft am neuen Motor und ist auf viele Testrunden angewiesen. „Wir müssen ihn besser verstehen. Heute haben beide Fahrer in beiden Motorrädern den gleichen Motor. Gestern waren die Motoren unterschiedlich“, berichtet Suppo.

Den technischen Defekt an Marquez‘ Maschine bewertet Suppo nicht über: „Es war ein kleines elektrisches Problem. In der Box konnte das rasch behoben werden“, so der Italiener. Teamkollege Dani Pedrosa landete am zweiten Testtag auf der 14. Position. Pedrosa verlor 1,434 Sekunden auf Iannones Bestzeit. LCR-Pilot Cal Crutchlow wurde Zwölfter.

Aprilia und KTM kämpfen um den Anschluss
Aprilia erlebte am Dienstag Höhen und Tiefen. Aleix Espargaro stürzte, blieb dabei aber unverletzt. „Er ist zu 100 Prozent okay“, gibt Aprilia-Rennleiter Romano Albesiano Entwarnung, der die Ursache für den unfreiwilligen Ausritt kennt: „Wir haben auf dieser Strecke Chattering und versuchen, es zu lösen. Er hat gepusht, aber leider haben wir das Problem noch nicht gelöst.“

Am Ende landete Espargaro mit seiner Aprilia RS-GP auf der elften Position und hatte lediglich 1,157 Sekunden Rückstand. Teamkollege Sam Lowes landete auf der 22. Position. „Er soll bei diesem Test lernen und auf Speed kommen. Er testet momentan nichts Besonderes“, kommentiert Albesiano.

Und auch bei KTM gibt es noch viel zu tun: Pol Espargaro beendete den Tag auf der 20. Position, Teamkollege Bradley Smith enttäuschte erneut auf der 25. Position. „Je mehr wir auf der Strecke sind, desto besser ist es. Wir haben viel zu tun und müssen jede Minute nützen“, betont KTM-Technikdirektor Sebastian Risse.

Die schwierigen Bedingungen auf der Strecke sorgten am Dienstag für einige Stürze. Marc-VDS-Pilot Tito Rabat musste nach seinem Abflug in Kurve 7 ins Putrajaya-Hospital gebracht werden. Der Spanier verletzte sich sein linkes Knie und die rechte Hand. Es ist ungewiss, ob Rabat den Test fortsetzen kann. Am Mittwoch haben die Piloten noch einmal Zeit, um Erfahrungen auf dem Sepang International Circuit zu sammeln.

Die Testzeiten aus Sepang (Dienstag):
01 Andrea Iannone (Suzuki) – 1:59.452 Minuten (40 Runden)
02 Maverick Vinales (Yamaha) +0,407 Sekunden (51)
03 Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) +0,767 (49)
04 Valentino Rossi (Yamaha) +0,802 (54)
05 Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,891 (50)
06 Hector Barbera (Avintia-Ducati) +0,899 (33)
07 Andrea Dovizioso (Ducati) +0,989 (42)
08 Jorge Lorenzo (Ducati) +1,032 (66)
09 Jonas Folger (Tech-3-Yamaha) +1,043 (43)
10 Marc Marquez (Honda) +1,079 (33)
11 Aleix Espargaro (Aprilia) +1,157 (36)
12 Cal Crutchlow (LCR-Honda) +1,240 (44)
13 Alex Rins (Suzuki) +1,425 (36)
14 Dani Pedrosa (Honda) +1,434 (44)
15 Scott Redding (Pramac-Ducati) +1,520 (36)
16 Karel Abraham (Aspar-Ducati) +1,529 (44)
17 Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,672 (20)
18 Loris Baz (Avintia-Ducati) +1,775 (30)
19 Michele Pirro (Ducati) +1,931 (45)
20 Pol Espargaro (KTM) +2,073 (37)
21 Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +2,105 (56)
22 Sam Lowes (Aprilia) +2,606 (47)
23 Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +2,738 (30)
24 Takuya Tsuda (Suzuki) +2,814 (54)
25 Bradley Smith (KTM) +3,065 (32)
26 Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) +3,441 (36)
27 Kohta Nozane (Yamaha) +3,600 (34)
28 Casey Stoner (Ducati) – keine Zeit

Text von Sebastian Fränzschky & Gerald Dirnbeck

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