Livio Suppo - © Suzuki

© Suzuki – Livio Suppo übernimmt in der MotoGP-Saison 2022 die Rolle des Suzuki-Teammanagers

(Motorsport-Total.com) – Livio Suppo ist der neue Teammanager des Suzuki-MotoGP-Teams.

Eine Woche vor der Reise zum Saisonauftakt in Katar bestätigte Suzuki die Verpflichtung von Suppo. Damit endet die Suche nach einem passenden Nachfolger für Davide Brivio, der das Team nach Joan Mirs Titelgewinn in der MotoGP-Saison 2020 verließ.

„Ich bin sehr stolz, Teammanager von Suzuki zu werden und glücklich, nach vier Jahren wieder in die MotoGP zurückzukehren“, kommentiert Suppo. „Ich fühle mich auch sehr geehrt, in dieses großartige Projekt mit Suzuki involviert zu sein. Sicherlich wird es eine herausfordernde Aufgabe sein, Teil eines historischen Herstellers in der MotoGP zu sein, der kürzlich die Krone im Jahr 2020, im Jahr seines 100-jährigen Jubiläums, errungen hat.“

„Ich denke auch, dass es eine großartige Erfahrung sein wird, mit zwei talentierten Fahrern wie Joan Mir und Alex Rins zu arbeiten, die beide in der Lage sind, um die Spitze der MotoGP zu kämpfen“, stellt sich Suppo hinter die aktuelle Fahrerpaarung.

Die Sehnsucht nach der MotoGP wurde immer größer
„Das Angebot kam für mich zum perfekten Zeitpunkt“, bemerkt Suppo. „Ich war damit beschäftigt, meine E-Bike-Firma aufzubauen, aber ich habe das Fahrerlager vermisst und war bereit, zurückzukommen. Der Rennsport ist mein Leben, fast meine ganze Karriere lang, und ich werde mein Bestes tun, um meine Erfahrung bei Suzuki einzubringen.“

„Ich weiß, dass sie ein großartiges Team sind, aber auch eine großartige Gruppe von Menschen, also könnte das sehr helfen, unsere Ziele schneller zu erreichen. Die MotoGP wird heutzutage immer spannender, mit vielen sehr schnellen Fahrern und konkurrenzfähigen Motorrädern von allen Herstellern“, erkennt der ehemalige HRC-Teammanager.

„Es ist eine schwierige Herausforderung für alle Beteiligten, bei der all die kleinen Details den Unterschied ausmachen können. Ich bin bereit, wieder Teil des Spiels zu sein und alles zu geben, um mit Suzuki an der Spitze zu stehen“, so der Italiener.

Die Verpflichtung von Livio Suppo entlastet Shinichi Sahara
Suzuki-Projektleiter Shinichi Sahara hofft, mit Livio Suppo in eine erfolgreiche Zukunft zu starten: „Ich bin zuversichtlich, dass Livio für diese Position sehr gut geeignet ist, denn er hat viel Erfahrung und eine große Leidenschaft für das Gewinnen. Er weiß, wie Teams funktionieren und dass eine Teamatmosphäre wichtig ist, wenn man während einer Saison konstant wettbewerbsfähig sein will.“

„Einige unserer Teammitglieder haben bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit ihm, und ich kenne ihn schon lange, denn er ist schon seit vielen Jahren im Fahrerlager tätig“, kommentiert der Japaner. „Wir haben während der Wintertests bereits vielversprechende Anzeichen und Verbesserungen in unserer Leistung gesehen, und ich glaube, dass Livio unser Team weiter verstärken wird und wir noch stärker werden.“

Livio Suppo führte Ducati zum nach wie vor einzigen WM-Titel
Suppo blickt auf eine lange Vergangenheit in der Motorrad-WM zurück. In der Saison 1999 nahm der mittlerweile 57-Jährige die Arbeit im Fahrerlager auf. Mit seiner Arbeit empfahl sich Suppo für den Aufstieg in die MotoGP und übernahm bei Ducati die Rolle des Teammanagers.

Mit der Verpflichtung von Casey Stoner und der riskanten Entscheidung, von Michelin zu Bridgestone zu wechseln, legte Suppo den Grundstein für den bisher größten Erfolg in Ducatis Motorsport-Geschichte und führte den Rennstall aus Borgo Panigale in der MotoGP-Saison 2007 zum bisher einzigen WM-Titel.

Bei Honda legte Livio Suppo den Grundstein zum Erfolg
Suppos Weg führte später zu Honda. In der Saison 2010 übernahm er den Job des Direktors für Marketing und Kommunikation. Es gelang Suppo, Casey Stoner von Ducati zu Honda zu transferieren. Zusammen mit dem Australier feierte Suppo in der Saison 2011 einen weiteren WM-Titel.

In der Saison 2013 stieg Suppo bei HRC zum Teammanager auf und bildete zusammen mit HRC-Vize-Präsident Shuhei Nakamoto ein starkes Gespann. Honda gewann mit Rookie Marc Marquez die Meisterschaft und stellte mit Ausnahme der Saison 2015 immer wieder den Weltmeister.

Ende der MotoGP-Saison 2017 kam es zur überraschenden Trennung von HRC und Suppo. Alberto Puig übernahm den Job des Italieners. Suppo war fortan als Berater für E-Bike-Hersteller Thok tätig.

Suzuki hatte Livio Suppos Namen bereits 2021 auf dem Zettel
Sein Name wurde erneut ins Spiel gebracht, als Suzuki auf der Suche nach einem Nachfolger für Davide Brivio war, der das Team noch vor dem Start der Saison 2021 in Richtung Formel 1 verließ und bei Alpine eine neue Herausforderung annahm. Wilco Zeelenberg und Francesco Guidotti waren neben Livio Suppo weitere potenzielle Nachfolger.

Doch Suzuki scheiterte und fand für die Saison 2021 keinen Ersatz für Brivio. Projektleiter Shinichi Sahara übernahm die Aufgaben und wirkte oft überfordert (später gestand der Japaner, dass die Arbeitslast zu groß war).

Als sich herauskristallisierte, dass Brivio seinen Job bei Alpine nicht fortführen wird, unternahm Sahara große Anstrengungen, den ehemaligen Teammanager zurückzuholen. Brivio entschied sich aber gegen eine Rückkehr in die MotoGP.

Warum Livio Suppo für Suzuki so wichtig ist
Suppo ist sich bewusst, dass er nicht erste Wahl war. Beim MotoGP-Saisonauftakt 2022 in Doha wird der Italiener erstmals für Suzuki am Kommandostand stehen, sofern Corona das erlaubt. Nach einer sieglosen Saison 2021 möchte Suzuki in diesem Jahr wieder an die Erfolge von 2020 anknüpfen.

Aber auch mit Blick in die Zukunft ist Suppo für Suzuki extrem wichtig, denn die Verträge der beiden Fahrer laufen am Saisonende aus. „Suzuki möchte die Verträge erneuern und hat bereits den Kontakt aufgenommen“, hat Sahara bereits angedeutet.

Vor allem Mir ist für Suzuki sehr wichtig. Der Weltmeister von 2020 wurde bereits mit einem Wechsel zu Honda in Verbindung gebracht. HRC dementierte die Gerüchte aber zuletzt. Um die Zusammenarbeit mit dem Ex-Champion fortzuführen, wird es entscheidend sein, dass Mir gut mit Suppo auskommt.

Text von Sebastian Fränzschky

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