Fabio Quartararo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Fabio Quartararo fuhr am Sonntag die schnellste Runde

(Motorsport-Total.com) – Am zweiten Tag des MotoGP-Wintertests auf dem Losail-Circuit in Katar bestätigten die Reihenvierzylinder von Yamaha und Suzuki ihre Konkurrenzfähigkeit.

Fabio Quartararo stellte mit 1:54.038 Minuten die Bestzeit auf. Damit war der Franzose um vier Zehntelsekunden schneller als die Samstags-Bestzeit von Alex Rins. Aber auch der Suzuki-Pilot legte zu und beendete den Sonntag auf dem zweiten Platz. Honda erlebte wieder einen schwierigen Tag.

Auch Sonntag konzentrierte sich das Geschehen auf die letzten vier Stunden, als die Dämmerung über der Strecke hereinbrach und es kühler wurde. Tagsüber wurden Asphalttemperaturen von rund 45 Grad Celsius gemessen. Als die Nacht hereinbrach und unter Flutlicht gefahren wurde, entstand aber ein anderes Problem.

Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit bildet sich am Abend Tau auf dem Asphalt. Deswegen wurde die Startzeit beim Saisonauftakt in zwei Wochen bereits um zwei Stunden vorverlegt. Trotzdem waren heute auch in der letzten Stunde – der Test ging bis 20:00 Uhr Ortszeit – einige Fahrer auf der Strecke.

Im wesentlichen setzten alle Teams ihr Programm vom Vortag fort. Neben einigen längeren Runs nahmen auch einige Fahrer eine Zeitattacke in Angriff. Die Rennvorbereitung stand bei den meisten im Vordergrund. Die Zeitabstände waren erneut sehr eng, denn am Ende des Tages befanden sich 13 Fahrer in einer Sekunde.

Vinales in der Favoritenrolle?
In den Top 5 waren insgesamt drei Yamaha-Fahrer zu finden. Maverick Vinales folgte als Dritter und Franco Morbidelli, der einen 2020er-Motor in einem Chassis aus dem Vorjahr fährt, als Vierter. Valentino Rossi hatte schon am Vortag gemeint, dass ihm „zwei bis drei“ Zehntelsekunden fehlten. Das war auch heute der Fall. Als Neunter hatte der Altmeister 0,7 Sekunden Rückstand.

Insgesamt ist man im Yamaha-Lager zufrieden, denn man konnte die Fortschritte von Sepang auch in Katar bestätigen. Vor allem Vinales hinterließ auf Longruns und auf einer fliegenden Runden einen sehr konkurrenzfähigen Eindruck. Bei der Pace war Quartararo nicht ganz so schnell wie bei der Zeitattacke.

Suzuki bestätigte ebenfalls den starken Eindruck des Vortages. Sowohl Rins als auch Joan Mir befanden sich immer im Spitzenfeld der Zeitenliste. Auch im Qualifying-Modus, eine Schwäche der GSX-RR im Vorjahr, konnte Rins wieder eine gute Runde fahren. Mir stürzte in der letzten Stunde bei seiner Zeitattacke und blieb deshalb Siebter.

Stürze von Marc Marquez und Cal Crutchlow
Schrott gab es bei Honda. Stürzte am Vortag Rookie Alex Marquez, so erwischte es heute Weltmeister Marc Marquez und Cal Crutchlow. Drei Stunden vor Testende stürzte Marc Marquez in Kurve 9. Dabei wurde seine Honda komplett zerstört. Augenzeugenberichten zufolge soll das Bike in zwei Teile zerbrochen sein.

Marc Marquez blieb unverletzt. Crutchlow rutschte in Kurve 2 aus und begab sich für einen kurzen Check ins Medical Center. Der Brite fuhr anschließend nicht mehr auf die Strecke. Marc Marquez drehte noch einige Runden. Interessant: Bei Honda tauchte auch ein Schalter für ein mögliches Holeshot-Device für den Start auf. Gerüchten zufolge könnte Stefan Bradl das System vor einigen Wochen in Jerez getestet haben.

Marquez fuhr keine Zeitattacke und hatte im Tagesergebnis als 14. eine Sekunde Rückstand. Crutchlow war als 21. wie am Vortag am Ende des Feldes zu finden. Bester Honda-Fahrer war heute Takaaki Nakagami als Zehnter. Der Japaner fährt im LCR-Team die 2019er-Honda. Rookie Alex Marquez blieb heute sturzfrei und wurde 19.

Ducati: Zarco erstmals im Spitzenfeld
Jack Miller bestätigte, dass er das neue System, mit dem Ducati das Heck absenken kann, seit dem Thailand-Rennen im Vorjahr verwendet. Bei den Tests arbeiten auch Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci damit. Beide wollten sich dazu bisher aber nicht äußern. Bester Ducati-Pilot am Sonntag war Francesco Bagnaia mit einer halben Sekunde Rückstand als Fünfter.

Ein Ausrufezeichen zeigte Johann Zarco, der mit der Vorjahres-Ducati im Avintia-Team immer besser zurechtkommt. Der Franzose hatte als Sechster nur eine halbe Sekunde Rückstand, wobei er diese Zeit bei einem fliegenden Angriff fuhr. Die Zusammenarbeit zwischen Avintia und Ducati wird auch immer intensiver.

KTM verpasst knapp die Top 10
Aprilia-Pilot Aleix Espargaro hatte in Kurve 4 einen harmlosen Ausrutscher. Ansonsten zeigte der Spanier erneut Potenzial mit der neuen RS-GP. Mit 0,7 Sekunden Rückstand belegte Aleix Espargaro Platz zehn. Teamkollege Bradley Smith wurde zwar nur Letzter, aber Aprilia verfolgt mit ihm ein anderes Programm. Smith soll die Haltbarkeit der neuen Teile testen.

KTM war auch am zweiten Tag nicht in den Top 10 zu finden, obwohl Pol Espargaro seine Zeit vom Vortag um fast sechs Zehntelsekunden verbessern konnte. Sein Rückstand auf die Spitze betrug 0,852 Sekunden. Das bedeutete im engen Feld Platz 13. Espargaros Teamkollegen waren außerhalb der Top 15 zu finden.

Der Test geht am Montag zu Ende. Es ist der letzte Testtag vor dem Saisonauftakt am 8. März an gleicher Stelle.

Die Testzeiten aus Katar (Sonntag):
01. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) – 1:54.038 Minuten (65 Runden)
02. Alex Rins (Suzuki) +0,162 Sekunden (53)
03. Maverick Vinales (Yamaha) +0,226 (68)
04. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) +0,443 (70)
05. Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) +0,482 (52)
06. Johann Zarco (Avintia-Ducati) +0,527 (56)
07. Joan Mir (Suzuki) +0,574 (52)
08. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,624 (60)
09. Valentino Rossi (Yamaha) +0,702 (52)
10. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,721 (43)
11. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) +0,724 (33)
12. Danilo Petrucci (Ducati) +0,814 (49)
13. Pol Espargaro (KTM) +0,852 (54)
14. Marc Marquez (Honda) +1,055 (46)
15. Jack Miller (Pramac-Ducati) +1,156 (42)
16. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +1,314 (54)
17. Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) +1,562 (53)
18. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) +1,606 (53)
19. Alex Marquez (Honda) +1,687 (48)
20. Brad Binder (KTM) +1,892 (57)
21. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +2,140 (27)
22. Bradley Smith (Gresini-Aprilia) +2,369 (52)

Text von Gerald Dirnbeck

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