Marc Marquez - © Michelin

© Michelin – Die Saisonvorbereitung von Weltmeister
Marc Marquez läuft wie am Schnürchen

Drei Testtage, drei Bestzeiten für Honda, dazu noch ein starke Longrun-Pace des Weltmeisters: Der japanische Hersteller kann beim MotoGP-Test in Buriram die Koffer packen.

Nach Cal Cruchtlow (LCR-Honda) am Freitag und Werkspilot Marc Marquez am Samstag, sicherte sich dessen Teamkollege Dani Pedrosa zum Abschluss mit 1:20.781 Minuten die Bestzeit und setzte sich damit auch im Gesamtklassement aller drei Tage an die Spitze.

Nur er und Marquez sowie Yamaha-Privatier Johann Zarco knackten auf dem Chang International Circuit im Laufe des Tests die 1:30er-Marke. Im Vergleich zur Werkskonkurrenz hatte Honda die Nase deutlich vorn. Doch Spitzenreiter Pedrosa warnt vor übereilten Prognosen: „Wir haben die Strecke kennengelernt und unser Testprogramm absolviert. In der Spitzengruppe dabei zu sein, ist immer wichtig. Aber es ist nur ein Test“, sagt der Spanier.

„Uns ging es vor allem darum, ein paar Dinge auszuprobieren. Natürlich fährt man manchmal auch um die Zeit und pusht, weil man die neuen Teile ans Limit bringen muss. Das Hauptziel bleibt aber, sich so gut wie möglich auf das erste Rennen vorzubereiten“, erklärt er weiter. „Diese Strecke verlassen wir mit positiven Gefühlen. Es war extrem heiß, aber wir haben viele Kilometer gemacht. Am Ende mussten wir mit den Reifen haushalten. Doch insgesamt lief es sehr gut.“

Neue Hinterradschwinge soll weiter getestet werden

Am Freitag testete Honda unter anderem eine neue Carbon-Hinterradschwinge, mit der Pedrosa und Marquez auch schon zuvor ausgerückt waren – allerdings ohne dass jemand davon Notiz nahm. Marquez verrät: „Seit Valencia machen wir Back-to-Back-Tests, um die Unterschiede zu analysieren. Es ist ein völlig neuer Prototyp von Honda und insofern eine neue Erfahrung. Es gibt Vor- und Nachteile, daher sind wir uns noch nicht sicher.“

Zwar habe er etwas mehr Grip, wenn der Reifen frisch ist, konstatiert der Weltmeister nach seinem ersten Longrun mit der neuen Schwinge. „Aber wenn er abbaut, ist zu viel Bewegung im Motorrad. Das müssen wir analysieren.“ Auch Pedrosa hält weitere Tests für nötig: „Es ist ein komplett anderer Stil. Damit müssen wir erst Erfahrungen sammeln. Diese neue Technologie zu haben, ist aber definitiv positiv. Honda unterstützt uns sehr“, lobt er.

Welchen Weg man letztendlich einschlägt, wird sich erst in Katar zeigen. Auf die Frage, ob die neue Schwinge ein Fortschritt zur konventionellen Variante sei, antwortet auch HRC-Teammanager Alberto Puig zurückhaltend: „Das ist im Moment schwer zu sagen. Unsere Standard-Schwinge aus Aluminium funktioniert ebenfalls sehr gut. Aber natürlich testen wir alternative Lösungen. Wir müssen das jedoch noch weiter untersuchen.“

Marquez mit stärksten Longruns im MotoGP-Feld
Gleiches gilt für die neue Aero-Verkleidung, die am letzten Testtag zum Einsatz kam. Hier experimentiert auch Honda wie alle anderen Hersteller weiter mit flügelähnlichen Hilfsmitteln. Während Pedrosa die jüngste Variante eigener Aussage zufolge nicht mag, zeigte sich Marquez durchaus angetan. „Ich mag die neue Verkleidung. Ich war damit auf gebrauchten Reifen recht konstant unterwegs“, resümiert der Honda-Fahrer.

Der 25-Jährige zählte über die drei Testtage zu den fleißigsten Piloten auf dem Chang International Circuit. „Gestern sind wir 96 Runden, heute 97 Runden gefahren“, rekapituliert Marquez. „Wir haben viel gearbeitet und den längsten Longrun unter allen Fahrern absolviert, zugleich war das auch der schnellste. Ich fühle mich gut auf dem Motorrad und wir konnten uns steigern, auch wenn die Rundenzeit heute langsamer war als gestern.“

Das liege aber vor allem darin begründet, dass Marquez‘ auf eine Zeitattacke verzichtet und sich lieber auf die Testarbeit konzentriert habe. Bei einem kleineren Sturz in der letzten Kurve sei er daher auch nicht am Limit gewesen: „Aber am Ende des letzten Tages, nach mehr als 200 Runden, ist die Konzentration nicht mehr dieselbe. Ich testete eine neue Vorderradgabel und kam über die Bodenwellen zu Fall. Es war nicht schlimm. Ich war vielleicht 50 km/h schnell.“

Motorentscheidung gefallen, aber „noch zu aggressiv“
Die gute Form in Sepang und Thailand soll in zwei Wochen beim finalen Wintertest in Katar (1. bis 3. März) bestätigt werden. „Das ist eine Strecke, auf der wir normalerweise zu kämpfen haben“, weiß Marquez und räumt ein: „Der Charakter des Motors ist noch immer etwas, an dem wir arbeiten. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier auf einer sehr warmen Strecke sind und es in Katar nachts ziemlich kalt werden kann.“

Es wird also das erste Mal sein, dass Marquez und Pedrosa den aktuellen Motor in einer kühleren Umgebung testen. Noch sei dieser in einigen Bereichen zu aggressiv, hält der Weltmeister fest. „Aber genau daran arbeiten wir. Das Gute ist, und das macht mich sehr glücklich, dass die Fabrik in diesem Jahr wirklich sehr schnell arbeitet. Ich habe das Gefühl, dass die Atmosphäre eine andere ist, und das ist etwas sehr Wichtiges“, betont Marquez.

In puncto Motor wird also weiter getüftelt, doch die Richtung steht: „In Katar müssen wir uns festlegen. Aber es sieht so aus, als ob wir uns schon für den Motor entschieden haben. Es ist der, den wir hier genutzt haben, also die letzte Spezifikation, die Honda nach Malaysia gebracht hat. In Katar werden wir sehen. Die Realität wird sich aber erst auf langsameren Strecken wie Jerez zeigen. Dennoch haben wir Fortschritte gemacht und das zählt am meisten.“

Fortschritte bei Honda verleihen Marquez Zuversicht

In puncto Motor wird also weiter getüftelt, doch die Richtung steht: „In Katar müssen wir uns festlegen. Aber es sieht so aus, als ob wir uns schon für den Motor entschieden haben. Es ist jener, den wir hier genutzt haben, also die letzte Spezifikation, die Honda nach Malaysia gebracht hat. In Katar werden wir sehen. Die Realität wird sich aber erst auf langsameren Strecken wie Jerez zeigen. Dennoch haben wir gute Fortschritte gemacht.“

Zwar sei das Chassis mehr oder weniger das alte, „dort gewinnen wir nicht viel“, sagt Marquez. „In einigen Bereichen ist es etwas besser. Am Kurveneingang haben wir aber etwas gefunden, das mir hilft, das Motorrad abzubremsen. Und der Motor ist schneller. Das macht es einfacher, auf gute Rundenzeiten zu kommen.“ Seine Antwort auf die Frage, ob er für die Saison 2018 startklar sei, fällt daher deutlich aus: „Ja, ich bin bereit und kann es kaum erwarten.“

Testzeiten aus Thailand (Sonntag):

01. Dani Pedrosa (Honda) – 1:29.781 Minuten (78 Runden)
02. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,086 Sekunden (47)
03. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,283 (81)
04. Marc Marquez (Honda) +0,362 (96)
05. Alex Rins (Suzuki) +0,397 (66)
06. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,409 (50)
07. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,411 (58)
08. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,675 (78)
09. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +0,695 (52)
10. Valentino Rossi (Yamaha) +0,730 (70)
11. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +0,792 (43)
12. Maverick Vinales (Yamaha) +0,809 (69)
13. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +0,867 (71)
14. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,920 (65)
15. Andrea Iannone (Suzuki) +0,937 (78)
16. Bradley Smith (KTM) +1,140 (71)
17. Mika Kallio (KTM) +1,388 (84)
18. Scott Redding (Aprilia) +1,530 (63)
19. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +1,530 (81)
20. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) +1,705 (37)
21. Hafizh Syahrin (Tech-3-Yamaha) +1,756 (47)
22. Jorge Lorenzo (Ducati) +1,846 (68)
23. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +2,238 (51)
24. Karel Abraham (Angel-Nieto-Team) +2,243 (38)

Text von Juliane Ziegengeist & Oriol Puigdemont

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