Joan Mir - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Joan Mir gelang in den ersten 14 Rennen kein einziger Sieg

(Motorsport-Total.com) – Joan Mir hat den Gedanken an die Verteidigung seines MotoGP-Weltmeistertitels aufgegeben. „Ja, so ist es“, merkt der Spanier an.

Nach dem ersten Misano-Rennen beträgt der Rückstand des Suzuki-Fahrers auf Fabio Quartararo (Yamaha) 67 WM-Punkte. 100 Zähler werden in den restlichen Rennen noch vergeben.

In der bisherigen Saison gelang Mir kein einziger Sieg. Vier dritte und ein zweiter Platz waren seine besten Ergebnisse. Beim Flag-to-Flag-Rennen in Le Mans (Frankreich) passierte ihm der einzige Ausfall durch einen Sturz. Die Konstanz war somit gegeben.

„Ich habe keine Fehler gemacht“, betont Mir. „Wir waren einfach nicht so konkurrenzfähig wie erwartet. Deshalb bin ich enttäuscht, weil ich mehr erwartet habe. Es ist schwierig zu akzeptieren, dass die WM vorbei ist.“

„Ich ärgere mich, weil ich mein Potenzial in diesem Jahr kenne. Ich bin wütend, weil ich besser fahre, weniger Fehler mache und ein besserer Fahrer bin. Deshalb ist es schwierig zu akzeptieren.“ Er sieht das Scheitern bei der zu langsamen Weiterentwicklung von Suzuki.

Die Konkurrenz hat Fortschritte gemacht, während die GSX-RR praktisch das gleiche Motorrad wie im Vorjahr ist. „Es gab in dieser Saison einen Punkt, an dem wir über die Zukunft gesprochen haben“, hält Mir fest. „Suzuki hat das realisiert und ich habe sofort eine Reaktion gespürt.“

„Ich bin natürlich enttäuscht, denn wenn wir beim ersten Rennen anders aufgestellt gewesen wären, wären wir jetzt in einer anderen Situation. Aber wir sind ein Team. Wir lernen von unseren Fehlern und ich bin mir sicher, dass alle am gleichen Strang ziehen.“

„Dessen habe ich mir vor einigen Monaten versichert. Jetzt weiß ich, dass sie hart arbeiten. Als Fahrer macht man immer Druck. Mich stimmt aber glücklich, dass Suzuki in die gleiche Richtung wie ich geht. Ich glaube, sie geben so wie ich alles.“

Ein Beispiel dafür ist das Ride-Height-System, das Suzuki erst nach der Sommerpause in Österreich gebracht hat. Vorreiter Ducati hat diese Vorrichtung seit Herbst 2019 im Einsatz. Suzuki hat diese wichtige Entwicklung unterschätzt und verschlafen.

Zufrieden sind Alex Rins und Mir damit aber noch nicht. „Wir müssen das System weiterentwickeln. Es sorgt für Probleme in der Bremsphase“, sagt Mir, der damit in Misano auch nicht gefahren ist.

Da die Titelverteidigung endgültig abgehakt ist, kann Suzuki den Fokus auf 2022 legen. Seit zwei Jahren sind die Motoren eingefroren. In der nächsten Saison darf wieder eine neue Motorspezifikation gebracht werden. Es könnte große Schritte geben.

„Ja. Die nächsten Rennen sind wie eine Vorbereitung“, sagt Mir. „Wir können Informationen sammeln und Verbesserungen beim Motorrad erzielen. Das brauchen wir und ist ein cleverer Weg. Suzuki gibt alles, um gute Entwicklungen zu bringen.“

Außerdem kann Mir in den restlichen vier Rennen mehr Risiko eingehen, da der WM-Stand sekundär ist: „Klar, wenn sich die Chance ergibt, in der letzten Runde um den Sieg zu kämpfen, dann ist es egal, ob ich einen Ausfall habe. Diese Chance muss ich aber erst haben.“

Text von Gerald Dirnbeck

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