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© GP-Fever.de – Valentino Rossi will zu Saisonmitte 2020 entscheiden, ob er weitermacht

(Motorsport-Total.com) – Auch wenn noch viele Fahrerverträge für 2021/22 offen sind, wird in dieser MotoGP-Saison wohl keine Entscheidung so sehr herbeigesehnt wie die über Valentino Rossis Rücktritt oder Verbleib in der Königsklasse.

Im Sommer will sich der mittlerweile 41-jährige Yamaha-Pilot zu seiner weiteren Zukunft als Rennfahrer äußern.

Für die MotoGP wäre sein Rücktritt ein Verlust, und das nicht nur aus sportlicher Sicht. Schließlich ist Rossi noch immer größter Zuschauermagnet und seine Anwesenheit ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Das weiß auch Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta, der den „Doktor“ selbstredend gerne weiterfahren sehen würde.

„Ich hatte immer großen Respekt vor Valentino“, sagt der 74-Jährige im Interview mit ‚GPOne.com‘. „Ich habe ihn nie gefragt, ob er in den Ruhestand gehen will oder nicht. Es scheint mir ein Mangel an Respekt zu sein, eine solche Frage zu stellen.“

Valentino Rossi heute fitter als vor zehn Jahren
Als eine Frage des Alters sieht Ezpeleta die Entscheidung für oder gegen einen Rücktritt im Falle von Rossi nicht, jedenfalls nicht nur. „Valentino ist, wenn man ihn jetzt betrachtet, körperlich besser vorbereitet als vor zehn Jahren. Denn jetzt trainiert er, während er das damals nicht tat!“, spricht der Dorna-Boss Rossis Fitness an.

„Ich stimme zu, dass er nach so vielen Jahren vielleicht müde ist, sich dem Wettkampf zu stellen, und das mehr mental als körperlich. Sollte er mir sagen, dass er weitermachen will, wird er immer meine ganze Unterstützung haben. Und danach, und erst dann, werden wir über seine Zukunft nach seiner Pensionierung sprechen“, versichert Ezpeleta.

Da Rossi bereits in den kleinen WM-Klassen je ein eigenes Team mit Fahrern aus seiner V46-Akademie besitzt, wäre ein MotoGP-Team die logische Schlussfolgerung. Ezpeleta verrät: „Er hat schon einmal darüber gesprochen, und ich hatte den Eindruck, dass er sein eigenes Team in der MotoGP nicht will, zumindest nicht im Moment.“

Fehde mit Marc Marquez seit 2015 „nicht gelöst“
„Ich möchte keine Position dazu beziehen, was er nach seinem Ausscheiden tun wird. Aber ich werde natürlich versuchen, alles zu tun, was ich kann, sowohl aus persönlicher Sicht als auch als der Mann, der diese Meisterschaft leitet“, sagt der Dorna-CEO.

So könnte er sich Rossi zum Beispiel auch gut als Manager vorstellen: „Er kann viele Dinge tun, ist in vielen Bereichen sehr kompetent. Er ist ein angenehmer Charakter und weiß, wie man mit Menschen spricht. So sehe ich ihn, und er hat auch eine großartige Industrie geschaffen. Alles, was sich um VR46 dreht, kann ihn zu allem veranlassen.“

Unabhängig davon, welche Rolle der „Doktor“ nach seiner aktiven Rennfahrerkarriere im Paddock übernehmen wird, bleiben nicht nur seine sportlichen Erfolge in Erinnerung. Vor allem seine Rivalitäten mit Gegnern wie Max Biaggi, Sete Gibernau, Casey Stoner, Jorge Lorenzo und Marc Marquez haben sich ins Gedächtnis gebrannt.

Angesprochen auf Rossis Fehde mit dem aktuellen MotoGP-Weltmeister, die beim Großen Preis von Malaysia 2015 entbrannte, verrät Ezpeleta: „Sie ist öffentlich beendet, aber es ist nicht wirklich vorbei. Ich bin in keinem ihrer Köpfe, aber ich kann während der Grand-Prix-Meetings sehen, wie die Dinge wirklich sind, und sie sind noch nicht gelöst.“

Text von Juliane Ziegengeist

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