Jonas Folger - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Der Highspeed-Crash steckte Jonas Folger einige Tage in den Knochen

Vor zwei Wochen überstand Jonas Folger einen seiner schwersten Stürze unverletzt. Im Warm-up zum Grand Prix von Großbritannien hatte der Deutsche am Ende der Hangar-Geraden keine Bremswirkung und musste Abspringen.

Seine Tech-3-Yamaha flog durch die Luft. Folger blieb unverletzt, konnte aber nicht am Rennen teilnehmen. „Ich fühle mich gut“, sagt der Deutsche am Donnerstag in Misano. „Ich konnte mich daheim ausruhen und hatte für den Nacken Physiotherapie. Ich hatte großes Glück, dass ich mich nicht verletzt habe und hier bin.“

Im Fernsehbild war nur das Ende des Sturzes zu sehen gewesen. Wie heftig der Crash, der in der Aufwärmrunde passierte, war, verdeutlicht Folger noch einmal: „Wenn die Bremse bei 300 nicht geht und du springst bei 250 ab – ich konnte zwei Tage nicht schlafen, war absolut geschockt.“ Deswegen war für ihn auch klar, dass der Startverzicht in Silverstone auch die komplett richtige Entscheidung war: „Nach so einem Sturz hätte ich nicht das Vertrauen gehabt, wieder aufs Moped zu steigen. Als der Schock nachgelassen hat, habe ich mehr Beschwerden gehabt, weil ich ein Schleudertrauma hatte.“

Schon in Österreich gab es bei Folger einen Defekt an der Bremse, nun in Silverstone erneut. Das Tech-3-Team setzte sich mit den Technikern von Brembo zusammen und analysierte, was passiert war: „In Silverstone“, berichtet der Deutsche, „ist alles zusammengekommen. Normalerweise fährt man raus und hat drei, vier Bremspunkte, wo man die Bremse einfährt. Diesmal hatte ich eine komplett neue Bremse, neue Scheibe und Klötze. Und der erste Bremspunkt war bei über 300. Das haben wir so noch nie irgendwo gehabt.“

Als Folger am Ende der Hangar-Geraden ankam und am Hebel zog, war die Bremse noch eiskalt: „Dadurch geht die erste Schicht von der Bremsscheibe weg, und durch meinen kurzen Bremshebelweg bin ich gleich angestanden.“ Dann musste Folger abspringen. Für Misano wurde die Position des Bremshebels verändert, er hat nun mehr Weg bis zum Lenkerstummel. Der nahestehende Bremshebel war bisher eine Eigenart Folgers: „Das hatte ich immer schon so.“

„Ich denke, das war mein heftigster Abflug überhaupt. Ich habe mich aber schnell von den Prellungen und dem steifen Nacken erholt und fühle mich wieder bereit für die nächste Aufgabe“, fiebert er dem Grand Prix von San Marino entgegen: „Misano ist eine Rennstrecke, die mir sehr gut gefällt und vielleicht werden wir wieder mit den neuen aerodynamischen Teilen arbeiten, weil ich denke, dass uns diese Winglets hier einen Vorteil bringen könnten. Wie auch immer, ich gehe sehr zuversichtlich in dieses Wochenende, dass wir bessere Zeiten erleben werden als bei den letzten drei Rennen und ich hoffe, möglichst viele Punkte mitnehmen zu können.“

Text von Gerald Dirnbeck & David Emmett

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