Jonathan Rea - © LAT

© LAT – Jonathan Rea unterbot Marco Melandris
Montags-Bestzeit um 0,128 Sekunden

Nach dem stürmischen Testauftakt am Montag fanden die Piloten der Superbike-WM am abschließenden Testtag bessere Bedingungen vor.

Der Wind wehte weniger stark um die malerisch gelegene Strecke auf Phillip Island. Marco Melandris (Ducati) Bestzeit vom Vortag wurde aber dennoch von nur einem Fahrer unterboten: Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) rückte die Rangordnung gerade und schob sich in der ersten Session an die Spitze.

Rea umrundete den Kurs in 1:30.598 Minuten und war damit 0,128 Sekunden schneller als Melandri am Vortag.

Doch auch der zweite Tag verlief für den Champion nicht ohne Komplikationen. Rea stürzte erneut und hatte ein weiteres Mal Glück, unbeschadet davonzukommen. Bereits am Vortag landete der dreifache WSBK-Champion im Kiesbett. Platz zwei in der Tageswertung ging an Kawasaki-Teamkollege Tom Sykes, der 0,206 Sekunden zurücklag.

In der kombinierten Wertung rutschte Sykes auf die dritte Position ab, denn die Dienstagszeit des Briten war nicht schnell genug, um Melandris Montags-Bestzeit zu unterbieten. Melandri landete in der Tageswertung auf Position drei und bestätigte damit die starke Form vom Vortag.

Einen Sprung nach vorn machte Aprilia-Pilot Eugene Laverty, der es am Dienstag in die Top 4 schaffte. Der Nordire lag weniger als eine halbe Sekunde zurück und dürfte beim Saisonauftakt ein Kandidat für ein Podium sein. Teamkollege Lorenzo Savadori schob sich am Dienstag in die Top 10 und lag 0,981 Sekunden zurück.

Eine Schrecksekunde erlebte Barni-Ducati-Pilot Xavi Fores, der seine Panigale in Kurve 4 ins Kiesbett warf. Der Spanier überstand den Abflug unbeschadet und war einer von nur fünf Piloten, die sich am Nachmittag steigern konnten. Als Fünfter war Fores bester Independent-Fahrer.

Hinter der privat eingesetzten Ducati folgte das Yamaha-Duo Michael van der Mark und Alex Lows. Beide drehten erneut viele Runden. Van der Mark kam auf 75 Umläufe, Lowes drehte sogar 85 Runden und war damit der fleißigste Pilot. Beide waren in Schlagdistanz zur Spitze und fuhren ihre Bestzeiten in der Nachmittags-Sitzung.

Honda-Pilot Leon Camier folgte auf der achten Position. Der Honda-Neuzugang beschäftigte sich mit dem Chassis der Fireblade und kümmerte sich weniger um die Elektronik. Beim Saisonauftakt bleibt Honda nun doch beim bewährten Cosworth-System. Den Wechsel zu Magneti Marelli zögert das holländische Honda-Team weiter hinaus. Althea-BMW-Pilot Loris Baz hinterließ mit der einzigen S1000RR im Feld einen soliden Eindruck. Der Franzose wurde als Neunter gewertet.

Enttäuschend war das, was Vizeweltmeister Chaz Davies zeigte. Der Ducati-Werkspilot beendete den zweiten Tag außerhalb der Top 10 auf der elften Position und stand deutlich in Melandris Schatten. Davies musste mehrfach von der Auslaufzone in Kurve 4 Gebrauch machen. Am Wochenende wird sich zeigen, ob sich Davies bei den Tests bewusst zurückhielt. Bei keinem der drei Vorsaisontests konnte sich der zweifache Vizeweltmeister in Szene setzen.

Superbike Testzeiten Tag 2 Phillip Island

1. Jonathan Rea (Kawasaki) – 1:30.598 Minuten (66 Runden)
2. Tom Sykes (Kawasaki) +0,206 Sekunden (58)
3. Marco Melandri (Ducati) +0,455 (66)
4. Eugene Laverty (Milwaukee-Aprilia) +0,476 (64)
5. Xavi Fores (Barni-Ducati) +0,478 (51)
6. Michael van der Mark (Yamaha) +0,533 (75)
7. Alex Lowes (Yamaha) +0,772 (85)
8. Leon Camier (Honda) +0,939 (73)
9. Loris Baz (Althea-BMW) +0,944 (81)
10. Lorenzo Savadori (Milwaukee-Aprilia) +0,981 (52)
11. Chaz Davies (Ducati) +1,016 (60)
12. Toprak Razgatlioglu (Puccetti-Kawasaki) +1,224 (74)
13. Jordi Torres (MV Agusta) +1,268 (65)
14. Leandro Mercado (Orelac-Kawasaki) +1,471 (60)
15. Jake Gagne (Honda) +1,690 (64)
16. Troy Herfoss (Penrite-Honda) +1,699 (57)
17. Yonny Hernandez (Pedercini-Kawasaki) +1,855 (78)
18. Roman Ramos (GoEleven-Kawasaki) +1,922 (37)
19. Wayne Maxwell (Yamaha-Australien) +2,053 (51)
20. Patrick Jacobsen (TripleM-Honda) +2,065 (48)
21. Daniel Falzon (Yamaha-Australien) +2,230 (53)
22. Ondej Jezek (Guandalini-Yamaha) +2,545 (44)

Text von Sebastian Fränzschky

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