Fabio Quartararo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Für Fabio Quartararo und Alex Rins war Austin kein gewöhnliches Rennwochenende

(Motorsport-Total.com) – Auf dem Papier war für Yamaha das dritte Rennwochenende der MotoGP-Saison 2024 eins zum Vergessen. Im Verlauf der drei Tage dem Circuit of The Americas in Austin waren Fabio Quartararo und Alex Rins zu keiner Zeit konkurrenzfähig. Die einzige Session des Wochenendes, in der Yamaha überhaupt in den Top 10 zu finden war, das war das Q1-Segment des Qualifyings mit gerade mal zwölf Teilnehmern.

Vier mickrige WM-Punkte für Quartararos zwölften Platz im Grand Prix am Sonntag, das ist alles, was Yamaha aus dem US-Bundesstaat Texas mitnimmt. Ab Ende April stehen im MotoGP-Kalender 2024 innerhalb von sechs Wochen vier Rennwochenenden in Europa auf dem Plan. Die dank der „Concessions“ im Reglement erlaubten privaten Testfahrten hat Yamaha bewusst auf den Beginn der Europa-Saison gelegt. Ob sie dem gebeutelten japanischen Hersteller helfen werden, wieder in Tritt zu kommen?

In Austin jedenfalls ist das noch nicht gelungen. Dennoch spricht Yamaha-Star Fabio Quartararo wörtlich von einem „großartigen Wochenende“. Den Fokus haben er und das Team in Austin auf andere Dinge als Rundenzeiten und Ergebnisse gelegt.

Der Auftakt ins Wochenende klang für Yamaha alles andere als vielversprechend. Denn direkt am Freitag sagte Quartararo nach den ersten zwei Trainingssitzungen: „Obwohl wir im Vergleich zu vor einem Jahr Fortschritte gemacht haben in den Bereichen Aerodynamik und Motorleistung, wissen wir nicht, warum wir sogar langsamer sind als im Vorjahr.“

Im weiteren Verlauf des Wochenendes hat man in der Yamaha-Box nichts unversucht gelassen, neue Wege einzuschlagen. „Ich kann sagen, dass wir für jede Ausfahrt etwas Größeres verändert haben. Im Sprint war ich mit einem Motorrad unterwegs, das ich nie zuvor ausprobiert hatte“, sagte Quartararo am Samstag. Einen Tag später berichtete er: „Sogar im Rennen hatte ich wieder ein Motorrad, das ich in dieser Form nie zuvor ausprobiert hatte.“

Den für Yamaha durchaus ungewöhnlichen Ansatz, alles Mögliche zu versuchen, findet Quartararo ausdrücklich gut. „In der Position, in der wir uns befinden, bringen uns 13. oder 15. Plätze nicht weiter. Es ist gut, dass wir jetzt anfangen, größere Veränderungen vorzunehmen“, sagt der MotoGP-Weltmeister von 2021, der seit Juni 2022 kein Rennen mehr gewonnen hat. Das gilt nicht nur für ihn selber, sondern für das gesamte MotoGP-Programm von Yamaha, welches seit 2023 kein Satellitenteam mehr beinhaltet.

Auch, wenn das Austin-Wochenende auf dem Papier eine absolute Ernüchterung für Yamaha war, so ist Quartararo bemüht, das Positive herauszustellen. Er und das Team denken längerfristig: „Ich finde, unsere Arbeitsweise ist gut, auch wenn sich das in den Ergebnissen überhaupt nicht widerspiegelt. Wir probieren aber Dinge, die wir nie zuvor probiert haben.“

„Es bringt nichts, wenn wir in unserer aktuellen Position konservativ agieren“, untermauert Quartararo und spricht davon, dass man die Yamaha M1 am Austin-Wochenende „vorne und hinten höher gesetzt und tiefer gesetzt“ habe. „Ich glaube, wir haben nur an diesem Wochenende mehr Veränderungen vorgenommen als im gesamten vergangenen Jahr.“

Dass er im Grand Prix am Sonntag Zwölfter geworden ist, nachdem er direkt in der ersten Runde in Kurve 12 neben die Strecke gekommen war und dabei vorübergehend auf die 20. Position abgerutscht war, das ordnet Quartararo ein: „Um ehrlich zu sein hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Meine Pace war zwar nicht gut, aber der Reifenverschleiß über die Distanz war gar nicht mal so schlecht.“

„Wir haben an diesem Wochenende jede Menge probiert“, wird der Yamaha-Star nicht müde zu betonen und stellt heraus: „Ja, das mag ein bisschen schwierig sein, aber ich finde trotzdem, dass es für uns ein guter Weg ist, um voranzukommen. Es ist vielleicht nicht der bevorzugte Weg, aber wenigstens können wir so ein paar gute Ideen für die Zukunft ableiten.“

Quartararos Teamkollege Alex Rins klingt ganz ähnlich. „Im Warm-Up haben wir es mit einem komplett anderen Motorrad [als am Samstag] probiert, um zu verstehen, ob das ein Weg sein kann, den wir weiterverfolgen sollten“, sagt der Neuling im Yamaha-Team.

„Weil aber das Warm-Up lediglich zehn Minuten umfasst, konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Daher haben wir entschieden, die Abstimmung aus dem Warm-Up auch für das Rennen zu verwenden“, sagt Rins und offenbart: „Ganz ehrlich: Das war ein großer Fehler.“

„Die Richtungswechsel“, spricht Rins auf die S-Kurven in Sektor 1 des Circuit of The Americas an, „sind mit unserem Motorrad ohnehin schon schwierig. Mit der Abstimmung im Rennen aber waren sie noch schwieriger zu bewältigen. Die Folge war, dass ich bei den Richtungswechseln viel Zeit verloren habe.“

Das Ende des Rennens für Rins besiegelte ein Sturz. Der passierte ihm in der elften von 20 Runden an 17. Stelle fahrend. „In Kurve 15 ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Ich habe wohl auf einer Bodenwelle die vordere Bremse ein bisschen zu heftig gezogen. Dabei ist mir das Vorderrad weggerutscht“, berichtet der Spanier.

Yamaha-Routinier Fabio Quartararo spricht trotz allem von „einem großartigen Wochenende, ganz einfach deshalb, weil wir so viele Dinge probiert haben“. Mit Blick auf die Zukunft ist er durchaus zuversichtlich: „Wir haben an diesem Wochenende an nahezu allen Stellschrauben gedreht. Um jetzt wirklich voranzukommen, brauchen wir neue Teile. Die sind angekündigt. Unser Ziel im jetzigen Stadium ist es einfach, Verbesserungen zu erzielen. Auf die Ergebnisse konzentrieren wir uns derzeit nicht.“

Text von Mario Fritzsche, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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