Johann Zarco Marc Marquez - © LAT

© LAT – Marc Marquez (rechts) und Johann
Zarco könnten 2019 Teamkollegen werden

Mit seiner Rekord-Pole beim Saisonauftakt der MotoGP 2018 hat Johann Zarco in Katar für einen ersten Fingerzeig gesorgt.

Der Franzose knüpft nahtlos an sein erfolgreiches Rookie-Jahr an und will jetzt noch höher hinaus. Beim Großen Preis von Katar sammelte er weitere Führungskilometer, hielt die Spitze bis Runde 17.

Dann zollte der Reifenabbau seinen Tribut: Zarco kam als Achter mit 7,112 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Dennoch ist mit dem Yamaha-Kundenfahrer auch in Zukunft zu rechnen. Einige trauen ihm sogar zu, im diesjährigen Titelkampf mitzumischen. Entsprechend heiß wird Zarco auf dem Fahrermarkt gehandelt. Sein Vertrag mit Tech-3-Yamaha läuft Ende des Jahres aus. Und die Ambitionen des ehrgeizigen Franzosen sind klar: Er will sich einen Platz in einem Werksteam sichern. Allerdings ist Yamaha bereits besetzt.

Nachdem Maverick Vinales bereits Ende Januar verlängerte, machte Valentino Rossi seinen Vertrag für 2019/20 am Donnerstag in Katar fix. Yamaha würde Zarco aber dennoch gerne halten und schließt daher eine dritte Werksmaschine für den Franzosen in Zukunft nicht aus. Dann allerdings in einem anderen Privatteam als Tech3, das sich nach diesem Jahr von Yamaha trennen und zu KTM als Ausstatter wechseln wird.

Zarco will in einem Werksteam um den Titel kämpfen
Auf die Frage, ob der neue Deal mit KTM Zarco in irgendeiner Weise mit einbezieht, versicherte Tech-3-Teamchef Herve Poncharal: „Wir werden uns nicht in Johanns Entscheidung einmischen. Ich denke, das ist Sache des Fahrers und seiner Umgebung, die letztendlich seine Zukunft gestalten. Er ist derjenige, der entscheiden muss, welchen Weg er einschlagen soll, und ich denke, dass die Teams das respektieren müssen.“

Zarco selbst schließt einen Verbleib bei Tech3 indes keineswegs aus. „Warum nicht bei Herve bleiben? Wenn wir bei jedem Rennen um Podestplätze kämpfen, wird mir das den Willen geben, in diesem Team zu bleiben“, sagt er im Gespräch mit ‚L’Equipe‘. „Aber das Ziel ist ein offizielles Team, um in Zukunft um einen Weltmeistertitel kämpfen zu können. Die Unterstützung eines Werks mit viel mehr Menschen, ist dafür unverzichtbar.“

Selbst wenn Yamahas Tür geschlossen ist, habe er immer noch Möglichkeiten, betont Zarco weiter – etwa bei Suzuki und KTM. „Sie sind diejenigen, die das größte Interesse an mir bekundet haben“, verrät er. „Mit Suzuki habe ich bereits ein bisschen zusammengearbeitet und wieder zusammenzukommen, mit ihrer zweijährigen Erfahrung in der MotoGP, ist verlockend.“ So hatte Zarco mit Suzuki für 2017 bereits einen Vorvertrag.

Marquez wünscht sich starken Teamkollegen bei Honda

Doch der japanische Hersteller entschied sich damals für Alex Rins, Zarco wurde sich mit Tech3 einig. In Zukunft könnte es ihn auch zu KTM ziehen. „Es ist ein Team, das weniger an der Spitze steht als Suzuki, aber ein Team, das große Fortschritte gemacht hat. Wenn ich vor einem Jahr von KTM gehört hätte, hätte ich direkt N ein gesagt, jetzt ist es eine Option geworden“, sagt der 27-Jährige. „Aber ich schließe Honda nicht aus.“

Dort hat bisher nur Weltmeister Marc Marquez um zwei weitere Jahre verlängert, während Dani Pedrosas Zukunft im Team nach dieser Saison unklar bleibt. Dessen ist sich auch Zarco bewusst: „Wir wissen immer noch nicht, was Pedrosa tun wird. Will er ein vergangenes Jahr auf dem höchsten Level fahren und dann sagen: ‚Ich höre auf‘?“ Bisher ließ sich Pedrosa dazu nicht in die Karten schauen. Er fährt sein 13. Jahr bei Honda.

Alter oder neuer Teamkollege? Marquez bleibt in dieser Frage indes diplomatisch: „Natürlich ist es die Entscheidung von Honda, aber ich wünsche mir einen starken Teamkollegen, weil es gut ist, einen sehr konkurrenzfähigen Fahrer mit hohem Niveau in der gleichen Garage zu haben. Denn für die Entwicklung des Motorrads, für das Team, für die meisten Dinge ist es besser“, weiß der vierfache MotoGP-Weltmeister.

Silly Season: Zarco will sich nicht verrückt machen
Pedrosa sei sehr schnell und werde auch in dieser Saison wieder stark sein, glaubt Marquez, „aber Johann ist beeindruckend, also weiß ich nicht, was passieren wird. Für mich wird es okay sein. Ich habe bereits unterschrieben, also bin ich glücklich.“ Genauso wenig will sich Zarco selbst von der Silly Season und möglichen Vertragsverhandlungen verrückt machen lassen. Schließlich peilt er in dieser Saison seinen ersten MotoGP-Sieg an.

„Was ich seit meinem Aufstieg erlebt habe, war einfach großartig“, blickt der Tech-3-Pilot zurück. „Ich lebe es in vollen Zügen, weil ich nicht weiß, was morgen kommt. Mit dieser Mentalität habe ich die Ergebnisse erzielt, die wir kennen. Ich werde diese Philosophie beibehalten und mich vor allem nicht allzu sehr um all diese Geschichten über zukünftige Verträge kümmern.“ Bis es soweit ist, kann ja auch noch viel passieren.

Text von Juliane Ziegengeist

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