Alvaro Bautista - © Ducati

© Ducati – Die neue Gewichtsvorschrift bereitet Alvaro Bautista Sorgen

(Motorsport-Total.com) – In der Superbike-WM gibt es ab 2024 eine wesentliche neue Vorschrift. Das Mindestgewicht des Motorrads bleibt mit 168 Kilogramm unverändert.

Aber leichte Fahrer müssen im nächsten Jahr Zusatzgewicht mitführen. Das betrifft unter anderem Weltmeister Alvaro Bautista.

Man hat sich auf ein Referenzgewicht von 80 Kilogramm für den Fahrer inklusive Montur geeinigt. Ist ein Fahrer leichter, wird beim Unterschied zu diesem Referenzwert ein halbes Kilogramm Ballastgewicht gerechnet.

Bringt ein Fahrer mit Montur und Helm zum Beispiel 70 Kilogramm auf die Waage, muss er fünf Kilogramm Zusatzgewicht beim Motorrad mitführen. Im Fall von Bautista sind das sieben Kilogramm.

Beim zweitägigen Test in Jerez ist der Ducati-Fahrer erstmals mit zusätzlichen Gewichten am Motorrad gefahren. Die Auswirkungen waren spürbar. „Mit sieben Kilogramm mehr verhält sich das Motorrad komplett anders“, wird Bautista nach dem Test von GPOne.com zitiert.

Das Motorrad verhält sich vor allem in schnellen Kurven anders. „Ich hatte Mühe, einzulenken und die Kurve zu bekommen, weil es mehr Trägheit gibt. Das drückt mich nach außen. Aber auch auf der Bremse ist die Verzögerung schwieriger. Da hatte ich viel mehr Mühe.“

Er konnte nach dem Rennwochenende in Jerez, an dem er sich mit Siegen zum zweiten Mal zum Weltmeister gekrönt hat, einen direkten Vergleich an gleicher Stelle ziehen. Mit dem Zusatzgewicht war es führ ihn nicht mehr möglich, dieselben Rundenzeiten zu fahren.

„Wir haben verschiedene Lösungen probiert, auch beim Motor. Wir haben jetzt eine klarere Vorstellung“, so Bautista. „Wir müssen die Daten im Winter sorgfältig analysieren und an der Abstimmung zu arbeiten.“

„Mit mehr Gewicht kann man andere Abstimmungen verwenden, vermutlich auch härtere Dämpfer. Das Ziel lautet, mit dem Zusatzgewicht das gute Gefühl und Level von diesem Jahr wiederzufinden. In diesem Jahr haben wir fast das Maximum erreicht. Mehr zu finden, wird schwierig.“

Für die Ingenieure ist es knifflig, den Ballast an den optimalen Stellen beim Motorrad zu platzieren, um eine gute Gesamtbalance zu erreichen. Aber auch Bautista will über den Winter etwas probieren und an Gewicht zulegen, denn dann müsste weniger Zusatzgewicht montieren werden.

„Ich werde versuchen, über den Winter ein paar Kilo zuzulegen, aber so viele werden es nicht werden“, merkt der 38-Jährige an. „Aber ich bleibe ruhig, weil das Gefühl trotzdem ähnlich war. Es gab nur diese Trägheit in den Kurven, an der wir mit dem Set-up arbeiten können.“

Kein Test mit MotoGP-Bike in Jerez
Am ersten Testtag hatte Bautista einen Sturz in Kurve 13. Dieser hatte Nachwirkungen. „Ich hatte Rückenschmerzen und konnte nicht perfekt fahren. Ich hoffe, dass ich mich in der kommenden Woche erhole, damit ich in Sepang physisch zu 100 Prozent perfekt bin.“

Denn Bautista steht beim Grand Prix von Malaysia mit einer Wildcard am Start. Da am ersten Testtag in Jerez wegen feuchter Strecke nicht so viel gefahren wurde, konzentrierte sich in allen Teams die Arbeit auf den zweiten Tag.

Auch das MotoGP-Testteam mit Michele Pirro war vor Ort. Ursprünglich war geplant gewesen, dass auch Bautista einige Runden mit der Desmosedici fährt. Aber weil sich die Arbeit mit der Panigale auf Mittwochnachmittag konzentrierte, blieb dafür keine Zeit mehr.

Zum bisher letzten Mal hat der 38-Jährige das MotoGP-Bike von Ducati Anfang August in Misano getestet. Sepang wird Bautistas erster MotoGP-Einsatz seit dem Saisonfinale 2018 sein.

Text von Gerald Dirnbeck

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