Motorräder haben in der warmen Jahreszeit Hochkonjunktur. Begegnet man in den Wintermonaten den Zweirädern eher selten, wird es ab März/April auf den Straßen in Deutschland wieder zunehmend voller. Und die Tendenz zum kraftvollen Zweirad steigt seit Jahren. Woran lässt sich dieser Trend erkennen? Ein sehr wichtiges Indiz sind die Statistiken des Kraftfahrtbundesamts. Hier wird nicht nur registriert, wie sich der Fahrzeugbestand bei:

  • Pkws
  • Lkws oder
  • Anhängern

verändert.

Auch bei den Motorrädern – die zu den Krafträdern gehören – führt man in Flensburg Buch. Das Ergebnis: Im Jahr 1995 hat man 2,27 Millionen Krafträder registriert. Zehn Jahre später – also 2005 – waren es bereits circa 3,83 Millionen. Und 2015 tauchten in den Statistiken 4,15 Millionen Krafträder in der KBA-Statistik auf. Wer sich nach einem neuen Motorrad umschaut, befindet sich in guter Gesellschaft. Und sucht wahrscheinlich auch nach Wegen, wie sich das alte Motorrad verkaufen lässt. Welchen Herausforderungen steht man als deren Besitzer gegenüber? Wie lassen sich die Hürden beim Verkauf umgehen.

Ducati

Wenn das eigene Motorrad verkauft werden soll, steht am Anfang stets die Frage: Wie viel ist meine Maschine eigentlich noch wert? Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Wert eines Motorrads zu ermitteln.

Wertermittlung – Auto vs. Motorrad
Der Verkauf – aber auch Erwerb – eines Gebrauchtwagens ist heute keine wirklich große Herausforderung mehr. Selbst Laien stehen heute verschiedene Instrumente zur Verfügung, um sich zumindest näherungsweise mit dem Wert eines spezifischen Fahrzeugs auseinanderzusetzen. Der Händler um die Ecke ist sicher eine der einfachen Optionen, wenn es um das Thema Wertermittlung geht.

Aber: Dessen Urteil ist für Gebrauchtwagenverkauf bzw. der Wertermittlung aber nur ein Puzzleteil. Zu den bekannten Hilfsmitteln, die man als Verbraucher heute nutzen kann, gehören:

  • DAT Datenbanken
  • Schwacke-Liste

Beide enthalten wichtige Informationen zu in der Vergangenheit auf dem Markt erschienen und über Jahre produzierten Serien-Pkw. Die Funktionsweise der Datenbanken ist einfach und recht übersichtlich.

Wie sieht die Situation für den Bereich der Motorräder aus? Grundsätzlich können Verkäufer und Interessenten an einem Kraftrad sehr ähnlich vorgehen. Der Grund: Sowohl die Schwacke-Liste als auch die DAT Datenbanken (Deutsche Automobil Treuhand GmbH) enthalten Daten für Motorräder.

Beispielsweise ergibt sich für eine BMW C Evolution mit EZ November 2014 und 5.000 Kilometern Laufleistung nach DAT ein Händlerpreis von circa 10.365 Euro.

Zur Info: Gerade im Bereich der Pkws gibt es im Netz mittlerweile Möglichkeiten, eine grobe Autobewertung kostenlos zu erhalten. Dies ermöglicht einen ersten Überblick über den zu erwartenden Marktwert des Fahrzeugs. Für Motorräder ist solch ein Angebot nicht in dem Umfang zu finden, aber auch hier lohnt sich das Recherchieren im Netz.

Alternative Wege der Wertermittlung
Die Suche nach passenden Fahrzeugwerten über die genannten Datenbanken ist eine Möglichkeit. Welche Optionen bieten sich in der Praxis noch an? Hier sind vor allem zwei Optionen gerade in den letzten Jahren deutlich in den Vordergrund getreten. Einmal geht es um Onlineportale, welche den Kauf/Verkauf von Kraftfahrzeugen und Motorrädern in den Mittelpunkt rücken.

Ähnlich einem Kleinanzeigen-Netzwerk können Besitzer eines gebrauchten Motorrads das Kraftrad hier inserieren. Der Vorteil: Bevor man selbst den Verkauf in Angriff nimmt, kann man den Markt checken. Es wird schnell klar, wo die marktübliche Verhandlungsbasis für das eigene Motorrad einer definierten Marke mit Serien-/Sonderausstattung liegt.

Ein zweiter Punkt sind Ankaufsportale. Deren Funktionsweise ähnelt den Pendants für Autos. Als Besitzer bietet man dem Portal das Motorrad zum Verkauf an, das Profis in Augenschein nehmen und die anschließend einen Preis festlegen. Ob man diese Konditionen annimmt, bleibt dem Besitzer letztlich selbst überlassen.

Varianten wie die Ankaufsportale oder Händler sind sicher einfache Optionen, mit denen wenig Aufwand verbunden ist. Auf der anderen Seite hat der Privatverkauf ein mitunter deutlich höheres Potenzial beim Preis. Hier spielt das Verhandlungsgeschick eine Rolle, aber auch die Präsentation sollte man nicht vergessen. Wichtig: An dieser Stelle ist es anzuraten, sich zum Thema Testfahrt zu informieren.

Was sollte beim Verkauf noch beachtet werden?
Der Verkauf eines Motorrads folgt in der Praxis ähnlichen Gesetzmäßigkeiten wie beim Verlauf eines Autos. Prinzipiell müssen die Papiere vollständig sein – also aus:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)

bestehen. Will man einen höheren Verkaufspreis erzielen, ist ein Top-Zustand des Motorrads natürlich Bedingung. An dieser Stelle kommt es unter anderem auf den optischen Eindruck an. Eine Aufbereitung – also die Rund-um-Pflege – zahlt sich in diesem Zusammenhang aus. Der kurze Blick „unter die Haube“ ist ebenfalls anzuraten, um kleinere technische Mängel (auch versteckte) zu eliminieren. So gerüstet lässt sich mit dem Verkauf starten.

Wichtig: Beim Thema Verkauf eines Motorrads sind zwei Aspekte zu beachten. Einerseits ist beim Privatverkauf unbedingt an den Gewährleistungsausschluss zu denken. Bei Gebrauchtgütergeschäften gelten andernfalls 12 Monate Gewährleistung. Auf der anderen Seite hilft selbst deren Ausschluss nicht weiter, wenn verdeckte Mängel verschwiegen werden. Aufgrund der hier fehlenden Mängelfreiheit, von welcher der Käufer sicher ausgeht, kann die Rückabwicklung des Vertrags drohen. Denken sollte man hier unbedingt an Tuningmaßnahmen. Hat man an das Motorrad Hand angelegt, gehört dies beim Verkauf zu den Informationen für Interessenten dazu.

Honda

Beim Verkauf kommt es natürlich auch sehr auf den Zustand der Maschine an. Aus diesem Grund ist eine intensive Pflege vor dem Verkauf durchaus hilfreich.

Fazit: Motorrad verkaufen – so kann es klappen
Die Monate März bis August sind genau die „Jahreszeit“, in welcher sich Motorradfahrer am wohlsten fühlen. Schließlich kann man sich endlich wieder den Wind um die Nase wehen lassen und sich so richtig in die Kurven legen. Besonders viel Spaß macht das Zweirad natürlich dann, wenn man sich ein neues Motorrad hat gönnen können.

Mehr PS, schnittigeres Design – es gibt sicher mehr als einen Grund, um sich an dieser Stelle zu verändern. Wohin mit dem gebrauchten Kraftrad? Oft wird man es beim Händler lassen. Genauso bietet sich aber auch der Verkauf an andere Liebhaber und Fans der Fortbewegung auf zwei Rädern an.

Beim Verkauf bieten sich heute verschiedene Möglichkeiten an, was die Wertermittlung betrifft. Neben den Händlerpreisen, die sich beispielsweise über DAT ermitteln lassen, spielt natürlich der individuelle Zustand eine Rolle. Und mit etwas Pflege vorm ersten Testshot der Fotos fürs Inserat gewinnt man sicher noch mehr Aufmerksamkeit.

Bildquellen:
Abbildung 1: © ImagesBG (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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