Shuhei Nakamoto - © Honda

© Honda – Shuhei Nakamoto spricht über die wirtschaftliche Lage im Motorradsport

(Motorsport-Total.com) – Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den internationalen Motorsport sind derzeit äußerst ungünstig.

Die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone und die insgesamt unsichere Lage der Weltwirtschaft veranlassen immer mehr Unternehmen dazu, ihr Sponsoring im Motorsport zu überdenken. Das wirkt sich nicht nur auf kleinere Serien und Teams aus, sondern auch auf die großen Hersteller. Auch in der MotoGP haben die Werksteams Probleme, ihr Budget zu finanzieren.

„Wir von Honda, aber auch Yamaha und Duacti, haben Schwierigkeiten bei der Suche nach Sponsoren“, erklärt HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto im Interview mit dem Magazin ‚CycleNews‘. Selbst sportlicher Erfolg sei kein Vorteil bei der Suche nach Geldgebern: „Yamaha hat 2012 den Titel gewonnen, hat in diesem Jahr aber keinen Titelsponsor. Wir können uns glücklich schätzen, dass Repsol weitermacht, aber auch sie haben ihre Sponsorenzahlungen gekürzt“, sagt Nakamoto.

Das sei auch der Grund dafür, warum kaum ein Hersteller MotoGP und Superbike-Weltmeisterschaft parallel werksseitig betreibe: „Honda hat 2008 sein Werksteam in der Superbike-WM geschlossen, Yamaha mittlerweile ebenfalls. Unser Budget ist nicht groß genug, um MotoGP und Superbike zu betreiben“, so Nakamoto. „Wenn die Budgets sinken sollten, könnten wir wieder beides machen.“

Der Japaner strebt daher eine gemeinsame Initiative mit den Mittbewerbern an: „Wenn wir innerhalb der Hersteller einen Weg finden könnten, um die Kosten zu reduzieren, wäre das gut“, sagt Nakamoto. Denkbar sei beispielsweise eine Reduzierung der Motorleistung. „Nur weil die Motorräder ein paar km/h langsamer fahren, sind die Rennen nicht weniger spannend“, so der Japaner.

Das geringere Kosten und nicht gleichbedeutend mit langweiligeren Rennen seien, beweise auch die Einführung der Moto3-Klasse: „Die 125ccm-Motorräder waren sehr teuer, die Moto3 ist heute viel billiger. Und die Rennen sind sehr spannend und aufregend“, meint Nakamoto. Die Situation in der Superbike-Weltmeisterschaft schätzt der HRC-Vizepräsident hingegen problematischer ein. Dort würde sich ein Werks-Engagement kaum auszahlen.

„Wenn wir uns die Verkaufszahlen der Superbikes und Supersport-Motorräder ansehen, machen sie ungefähr 10 Prozent unseres Absatzes aus. Mit dieser Kategorie verdienen wir kein Geld.“ Daher sehe Honda diese Klasse – im Gegensatz zur MotoGP – auch nicht in erster Linie als Marketing-Instrument an. „In dem Jahr, als Aprilia die Superbike-WM gewonnen hat, gab es bei ihren Verkaufszahlen keine große Veränderung. Das ist die Realität“, so Nakamoto.

Text von Markus Lüttgens

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